Superbike-WM

SBK-Reglement: Wann fällt das 1000 ccm Hubraumlimit?

Von Ivo Schützbach - 25.12.2019 13:08

Bei Serienmotorräder geht der Trend zu immer mehr Hubraum. Mittelfristig werden FIM und Dorna mit dem Reglement der Superbike-WM darauf reagieren müssen.

In der Supersport-WM 300 ist der Hubraum der homologierten Motorräder seit 2017 unterschiedlich, in der Supersport-WM mit 600 ccm wird aktuell über eine neue Formel diskutiert. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch das 1000 ccm-Limit in der Superbike-WM wackelt.

Denn bei Serienmotorrädern zeichnet sich der Trend zu immer mehr Hubraum ab. Um Hersteller wie Aprilia nicht dauerhaft zu verlieren, ist mittelfristig eine Anpassung des Superbike-Reglements zu erwarten. Die RSV4 hat seit dem Modelljahr 2019 einen Hubraum von 1078 ccm. Und Ducati legte mit der V4R ein Sondermodell mit 998 ccm auf, um in der Weltmeisterschaft startberechtigt zu sein – das Standard-Modell hat 1103 ccm. Nicht jeder Hersteller wird dazu bereit oder in der Lage sein.

Neu ist der Trend zu immer mehr Hubraum nicht: Die exotische Norton V4 hat 1200 ccm. MV Agusta hat den Vierzylinder-Motor der Brutale 1090 mit 1078 ccm, diesen aber nie in eine F4 transplantiert. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis auch die japanischen Hersteller und BMW in diese Region vorstoßen werden.

Entscheiden sich die Hersteller zunehmend für mehr als 1000 ccm, muss entweder mittelfristig das Reglement der Superbike-WM angepasst und der Hubraum erhöht werden, oder die Motorradmanufakturen müssen Sonderserien bauen. Bisher legen Kawasaki und Yamaha zwar Kleinserien ihrer Serienmotorräder auf, die für die Superbike-WM optimierten Modifikationen sind aber eher geringfügig. Nur Ducati entwickelte sein Motorrad speziell für die Rennstrecke.

«Es zeigt sich zunehmend, dass das heutige Hubraumlimit von 1000 ccm immer weniger Sinn macht. Wenn du die Leistung und das Drehmoment mit 100 ccm mehr leicht steigern und damit ein sehr gutes Sportmotorrad für normale Kunden bauen kannst, warum nicht? Deshalb wurde die V4 als 1100er gebaut», erklärte Ducatis Sportdirektor Paolo Ciabatti.

«Ducati ist bekannt dafür, spezielle Sportmotorräder zu bauen. Wann immer wir eine besondere Maschine mit Technik auf dem letzten Stand gebaut haben gab es Kunden, die glücklich darüber waren dieses Produkt zu kaufen. Deshalb ist auch die Panigale V4R eine gute technische Fingerübung, mit der Akrapovic-Auspuffanlage hat sie 234 PS. Für uns ist es nicht so schwierig, solche Motorräder zu verkaufen.»

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