Marco Melandri kritisiert die Fahrerwahl von Kawasaki

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Mit Superbike-Weltmeister Jonathan Rea und dem WM-Dritten Alex Lowes hat Kawasaki für 2020 das nominell stärkste Team. «Toprak Razgatlioglu sollte in deren Werksteam sein», meint Marco Melandri.

Ende Oktober 2019 fuhr Marco Melandri in Katar sein letztes WM-Rennen und beendete mit 37 Jahren seine glanzvolle Karriere. Dieses Jahr will der Mann aus Ravenna Rennen mit dem E-Mountainbike fahren, außerdem kommentiert er die MotoGP-Rennen in Italien für PayTV-Sender DAZN.

SPEEDWEEK.com sprach mit Melandri vor dem Superbike-WM-Start auf Phillip Island über das favorisierte Kawasaki-Team. Die letzten sieben Jahre gewann die in Barcelona stationierte Truppe sechsmal den Fahrer-Titel, zuletzt fünfmal in Folge mit Jonathan Rea.

Marco, was macht Jonathan Rea auf der Kawasaki so außergewöhnlich?

Er ist perfekt für dieses Motorrad und das Bike ist perfekt für ihn.

Letztes Jahr hat er seine beste WM-Saison gezeigt. Nach den ersten drei oder vier Events war es sicher nicht einfach für ihn, motiviert zu bleiben.

Er ist unglaublich gut und in jedem einzelnen Rennen schnell. Und selbst schlechte Tage hat er gut im Griff.

Ist Alex Lowes als zweiter Fahrer eine gute Wahl von Kawasaki für das Werksteam?

Nein. Sie brauchen einen Siegfahrer.

Wer wäre eine bessere Wahl gewesen?

Ich bin glücklich, dass Toprak Razgatlioglu zu Yamaha ging. Aber von außen betrachtet gibt es für mich keinen Grund, dass er die Marke wechselte. Er sollte ins Kawasaki-Werksteam gehen.

Toprak wäre perfekt für Kawasaki – er hätte öfter schneller als Johnny sein können. Im Werksteam hätte er sich garantiert verbessert.

Mit Yamaha geht er ein Risiko ein. Ich traue ihm zu, dass er herausragend schnell ist. Wenn es für ihn schlecht läuft, dann endet er dort, wo ich zuletzt war.

Deshalb sage ich schon immer, dass die Fahrer die Motorräder testen sollten, bevor sie einen Vertrag unterschreiben. Es ist dumm, dass die Fahrer, Teams und Hersteller solche Risiken eingehen müssen. Wenn einem Fahrer der Motorradcharakter nicht zusagt, dann hat er keine Chance.

Und für was? Einen solchen Test könnte man im Geheimen machen, ganz in Schwarz. Wir reden von einem Geschäft. Gute Geschäfte kann man aber nur machen, wenn die Ergebnisse stimmen.

2008 flog ich nach Japan, um eine Kawasaki zu testen. Ich sagte damals zu Ducati, dass sie ihr Geld für 2009 behalten können, weil ich nicht zurechtkam. Dafür wollte ich die Chance, ein anderes Motorrad zu testen.

Ich testete das Bike, wusste dass ich wieder schnell sein kann, und unterschrieb bei Kawasaki.

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