Pleiten: Go Eleven Ducati befürchtet Kettenreaktion

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Go Eleven-Pilot Michael Rinaldi

Go Eleven-Pilot Michael Rinaldi

Neben Go Eleven haben auch die Werkteams von Ducati und Yamaha sowie die Kundenteams Barni, Althea, Pedercini und GRT ihren Sitz in Italien – dem Land mit den meisten Coronavirus-Todesfällen weltweit.

Menschenleben und das wirtschaftliche Überleben der Volkswirtschaften stehen an erster Stelle, das neuartige Coronavirus stellt aber auch den Motorsport vor ganz neuen Herausforderungen. Nur hilflos können die Teams der Superbike-WM mitansehen, wie Termine abgesagt und/oder verschoben werden und wie selbst seriöse Sponsoren innerhalb kürzester Zeit in finanzielle Schieflage geraten.

Planungen können Teams aktuell nicht machen.

«Im Moment macht es wenig Sinn, neue Kalender zu veröffentlichen. Niemand weiß, wie und wann man aus dieser Situation herauskommt», stöhnte Go Eleven-Teammanager Denis Sacchetti im Gespräch mit motosprint. «Das wäre bereits für eine nationale Serie schwierig, geschweige denn für eine Weltmeisterschaft mit Teilnehmern aus verschiedensten Ländern.»

Sacchetti, eigentlich kein Schwarzmaler, warnt vor den Folgen der Pandemie auf die Teams der Superbike-WM.

«Das Problem ist, dass die Teams zu Beginn der Saison große Investitionen tätigen und die Sponsoren diese Investitionen später erstatten. Wenn wir aber keine Rennen fahren, erhalten die Sponsoren nicht die vereinbarte Leistung und zahlen nicht», erklärte der Italiener, ohne Vorwürfe zu machen. «Wenn Firmen nicht produzieren und selbst keine Geldeingänge haben, erzielen sie nicht die Mittel, um in Werbung investieren zu können. Die Unternehmen müssen mit ihren Verlusten umgehen. Gleichzeitig müssen die Teams weiter Gehälter zahlen – wie soll es damit umgehen? Es ist eine Kettenreaktion.»

«Das Risiko besteht darin, dass Teams bei Rückkehr zur Normalität noch mehr Ausgaben haben und weiterhin kein Einkommen. Wenn es keine Hilfe gibt, könnten Teams einen Schuldenberg anhäufen und zusperren!»


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