Superbike-WM im Winter: Für Promotor Dorna unsinnig

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM

Seit 20 Jahren gibt es die Idee, die Superbike-WM im Winter auszutragen und so MotoGP und Formel 1 aus dem Weg zu gehen. «Dafür kollidieren wir dann mit Fußball und Wintersport», sagt Dorna-Manager Marc Saurina.

2005 sorgte das Alstare-Team von Francis Batta mit Fahrer Troy Corser für den einzigen Titel von Suzuki in der Superbike-WM. Schon damals wartete der Belgier mit revolutionären Ideen auf, unter ihnen die Winter-WM. «Dann würden wir MotoGP und Formel 1 aus dem Weg gehen und der Fokus der Motorsport-Medien läge auf uns», erklärte Batta.

Dieser Vorschlag wurde letzten Herbst erneut aufgegriffen, als Eurosport Events, der Promoter der Endurance-WM, bei SBK-Vermarkter Dorna wegen einer Zusammenarbeit vorsprach. Es ging um eine neue, globale, gemeinsame Meisterschaft mit dem Arbeitstitel «Superbike Production». Hintergrund ist, dass weder EWC noch SBK ausreichend florieren.

Zu dieser Meisterschaft sollten fünf ausgewählt Superbike-WM-Events zählen plus die fünf Events der Endurance-WM, die sich jetzt saisonübergreifend 2019/2020 vom 24h-Rennen Bol d’Or in Le Castellet über Sepang 8h (14. Dezember), Le Mans 24h, Oschersleben 8h und Suzuka 8h erstreckt.

Die Fusions-Idee stammt von EWC-Promoter Eurosport, einem zu Discovery gehörenden TV-Sender, und sollte bereits für 2021 umgesetzt werden.

«Letzten Herbst kam Discovery auf uns zu und fragte, ob es nicht sinnvoll wäre zusammenzuarbeiten und Synergien zu schaffen», erzählte Marc Saurina SPEEDWEEK.com. Der Spanier ist bei der Dorna für das Marketing der Superbike-WM verantwortlich. «Über den Winter haben wir analysiert, was möglich wäre. Aber das sind nur Gespräche. Es kann alles passieren – wir sind aber sehr motiviert, die Superbike-WM voran zu bringen, wie sie jetzt ist. Nach sieben Jahren in diesem Fahrerlager haben sich viele Dinge in eine sehr gute Richtung entwickelt. Es ist richtig, dass es einen Gedankenaustausch mit Discovery gibt. Aber von dort ist es ein langer Weg bis zu einer Zusammenarbeit. Ich glaube, dass wir mit der Superbike-WM in einer Position sind, in der wir gut daran tun, alleine weiterzumachen.»

Saurina hält auch von einer Winter-WM nichts, die zuletzt Ducati-Teamchef Marco Barnabo wieder ins Gespräch brachte. Der Italiener sucht nach Wegen, wie trotz der Coronakrise ab August genügend Events stattfinden können.

«Was uns die Endurance-WM mit den Rennen im Winter vorgeschlagen hat, darüber haben wir auch selbst schon nachgedacht», so Saurina. «Aber das lässt sich nicht so einfach umsetzen. Es ist auch die Frage, ob das ein cleverer Schachzug wäre. Im Winter kollidierst du bei den TV-Anstalten mit Fußball und Wintersport. Unsere Zuschauer sind für gewöhnlich Sportfans. Ein Sportkanal im Fernsehen würde sich eventuell über zwölf Monate Motorsport freuen. Aber normale TV-Sender sind mit neun Monaten zufrieden und bringen im Winter lieber Fußball und Wintersport.»

Kalender Superbike-WM 2020, Stand 24. März:

28.2.–1.3. Phillip Island/Australien
12.6.–14.6. Misano/Italien
3.7.–5.7. Donington Park/England
31.7.–2.8. Oschersleben/Deutschland
21.–23.8. Assen/Niederlande
4.9.–6.9. Portimão/Portugal
18.9.–20.9. Catalunya/Spanien
3.10.–4.10. Magny-Cours/Frankreich
9.10–11.10. San Juan/Argentinien
24.10.–25.10. Jerez/Spanien
offen Imola/Italien
offen Aragón/Spanien
offen Losail/Katar

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