BMW im Windkanal: Laverty wurde in Plastik gegossen

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Obwohl Eugene Laverty während des Corona-Lockdowns nicht das Land verlassen konnte, war sein Körper bei BMW in München. Der bayerische Hersteller war mit einem Plastik-Dummy im Windkanal testen.

Nach dem Saisonauftakt der Superbike-WM 2020 auf Phillip Island wurde das Leben wegen der Corona-Pandemie heruntergefahren. Wie alle Piloten der seriennahen Weltmeisterschaften litten auch die BMW-Stars Eugene Laverty und Tom Sykes unter Reisebeschränkungen, Kontaktsperren und Ausgehverboten.

Das hinderte BMW aber nicht daran, während des Lockdowns zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus im Windkanal zu testen – und zwar mit dem Nordiren.

«Noch vor Ausbruch der Corona-Pandemie war Eugene bei uns in München. Er hat sich auf der RR die ideale Sitzposition gesucht, und in dieser Haltung haben wir ihn bis ins kleine Detail mit einem 3D-Scanner vermessen», erklärte Motorsport-Direktor Marc Bongers. «Auf Basis der Daten aus dem 3D-Scanning haben wir dann ein aus zwei Hälften bestehendes Kunststoffmodell erstellt. Bis dieses so detailgetreu fertig war, hat es etwa eine Woche gedauert. Doch dann war unser 3D-Eugene fertig und einsatzbereit.»

Bis ins kleinste Detail heißt: jeder einzelne Finger des Handschuhs, jede Kontur des Helms, jede Naht in der Lederkombi, jede Falte, die sich auf den Luftwiderstand und damit auf die Strömung auswirkt wurde erfasst.

Im BMW Group Akustik Windkanal feilen die Ingenieure an der Aerodynamik der BMW S1000 RR. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Fahrer – Eugene Laverty saß als 3D-Modell auf dem Reihenvierzylinder-Motorrad, um die Aerodynik möglichst realistisch zu optimieren. Über 50 Testläufe wurden mit dem Kunststoff-Dummy absolviert.

«Der Einsatz eines solchen 3D-Modells ermöglicht uns, in der Entwicklungsarbeit mit unserer RR noch effizienter vorzugehen», sagte Bongers weiter. «Während ein echter Fahrer erst anreisen müsste, haben wir die Kunststoff-Variante jederzeit zur Verfügung, um damit im Windkanal zu testen. So können wir Updates noch schneller evaluieren und umsetzen.»

Übrigens: Im BMW-Windkanal wird der Luftstrom mit einem 2600 PS starken Elektromotor produziert, der Geschwindigkeiten bis 255 km/h simulieren kann.

«So kann ich jederzeit meinen Beitrag dazu leisten, unsere RR schneller zu machen, ohne dafür persönlich in München vor Ort sein», meinte Laverty. «Sich selbst als so detailgetreues Modell zu sehen, ist etwas Besonderes und nicht alltäglich. Es ist faszinierend, was mit modernen Technologien alles möglich ist, und die BMW Group ist hier ja in vielen Bereichen beispielgebend.»

Nach der Corona-Pause konnte auch Teamkollege Sykes in München vermessen werden. Sein 3D-Modell wird in Kürze ebenfalls im Windkanal zum Einsatz kommen.

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