Marco Melandri: «Ich weiß nicht, ob ich weiterfahre»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Marco Melandri hat sich seine Rückkehr anders vorgestellt

Marco Melandri hat sich seine Rückkehr anders vorgestellt

Nach der Saison 2019 hat Marco Melandri seine Karriere in der Superbike-WM wegen Erfolglosigkeit mit Yamaha beendet. Auch seine Vorstellung von der Ducati Panigale V4R war falsch, wie sich jetzt herausstellt.

Nach der Saison 2018 wurde Marco Melandri vom Ducati-Werksteam vor die Türe gesetzt, er musste Alvaro Bautista Platz machen.

Melandri ging zu Yamaha, im Satelliten-Team von Mirko Giansanti hatte er beinahe identisches Material wie das Werksteam. Der heute 37-Jährige meinte, er könne an das glorreiche Jahr 2011 anknüpfen, in dem er mit der R1 hinter Ducati-Star Carlos Checa Vizeweltmeister wurde.

Doch die Yamaha hatte mit dem Bike von damals nichts mehr zu tun, Melandri kam nie mit ihr zurecht. Er wurde in den Rücktritt getrieben.

Als er Mitte Juli vom Barni-Team als Nachfolger des langzeitverletzten Leon Camier engagiert wurde, konnte sich der Hobby-Flieger gut vorstellen, mit der neuen Ducati Panigale V4R erfolgreich zu sein, obwohl er zehn Monate lang auf keiner Rennmaschine saß.

Inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. Nach den Rängen 8 und 9 in Jerez strauchelte Melandri in Portimao und Aragon dramatisch und holte in sechs Rennen nur vier WM-Punkte.

«Moderne Motorräder wollen keine kleinen und leichten Fahrer», hielt er am vergangenen Wochenende im Gespräch mit SPEEDWEEK.com frustriert fest.

Das Argument, auch Rinaldi und Bautista wären nicht groß, auf der Ducati aber sehr schnell, will er nicht stehen lassen: «Rinaldi wiegt fast zehn Kilogramm mehr als ich. Bautista hat in voller Montur acht Kilogramm mehr als ich. Ich glaube, das könnte ein Grund sein. Weil alles, was wir mit der Geometrie versuchen, hat keine Auswirkungen. Für mich fühlt sich alles sehr steif an.»

Hältst du es für möglich, diese Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen oder reden wir von grundlegenden Problemen? «Leicht wird das nicht», grübelte der 250er-Weltmeister von 2002. «Wenn du nicht zum Charakter des Motorrads passt, dann kannst du dich trotzdem verbessern. So auf 100 Prozent zu kommen, ist aber beinahe unmöglich. Wir versuchen unser Bestes. In meiner Vorstellung dachte ich, dass die V4R so etwas ist wie das V2-Chassis mit einem besseren Motor. Das ist aber ein völlig anderes Motorrad. Die V2 war für meinen Stil besser geeignet – nicht der Motor, sondern das Chassis. Ich habe derzeit keinen Spaß; ich habe noch nicht einmal die richtige Sitzposition gefunden. Und während eines Rennwochenendes haben wir keine Zeit. Deshalb probieren wir viele Dinge auf einmal und wissen letztlich nicht, was funktioniert und was nicht.»

Fährst du die Saison bei Barni zu Ende? «Ich weiß es nicht. Ich muss Spaß haben, damit es Sinn macht.»

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