Scott Redding offenbart: «Auf des Messers Schneide»

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Scott Redding

Scott Redding

Ducati-Werksfahrer Scott Redding zeigte im ersten Rennen der Superbike-WM in Barcelona zwar ein starkes Rennen, doch gegen den einmal mehr überragenden Jonathan Rea (Kawasaki) ist das nicht genug.

Während sich Weltmeister Jonathan Rea auf dem Circuit de Catalunya seine 27. Pole-Position sicherte, strandete Ducati-Star Scott Redding auf dem siebten Startplatz. Nach einer famosen ersten Runde war der Engländer zwar bereits Zweiter, dem einmal mehr überragenden Rea hatte er über die 20 Runden aber nichts entgegenzusetzen. Der Nordire aus dem Kawasaki-Werksteam kam mit 2,625 sec Vorsprung als Erster ins Ziel und baute seinen Vorsprung in der Weltmeisterschaft auf 41 Punkte aus.

«Van der Mark war in der ersten Kurve überaggressiv und machte mir den Weg frei, wofür ich dankbar bin», grinste Redding. «Anschließend war ich in einer guten Position und konnte auch gleich Rinaldi überholen. Dann hatte ich in Kurve 3 aber einen Highsider und er konnte kontern. Ich wusste, dass er in Sektor 2 schneller ist, also wollte ich abwarten.»

Rinaldi gab Redding das Zeichen, dass er ihm folgen soll. «Da musste ich lachen, dieser Frechdachs», erzählte der Engländer. «Er fuhr mit dem weichen SCX-Hinterreifen, ich wollte ihn nützen, um die Lücke zu Johnny zu schließen. Ich schonte meine Reifen hinter ihm – als er langsamer wurde, fuhr ich davon.»

In der neunten Runde überholte Redding seinen Ducati-Markenkollegen, Rea kam er in der zweiten Rennhälfte aber nicht nennenswert näher. «1,5 sec auf jemanden wie ihn aufzuholen, ist sehr schwierig», gab Redding zu. «Versucht habe ich es trotzdem. Nach dem Qualifying war das ein gutes Rennen für mich, ich fühlte mich gut. Wäre ich aus der ersten Reihe gestartet, hätte ich mit Johnny kämpfen können. Mal sehen, ob das in den kommenden zwei Rennen hier klappt. Ich unternehme alles, was möglich ist. Aber wir verlieren alles in langgezogenen, schnellen Kurven. Da kommen wir nicht vorwärts. Ich fuhr auf des Messers Schneide – und auf einmal bricht das Hinterrad aus. So muss ich jede Runde fahren.»

«Die Lücke zu Johnny zu schließen, ist schwierig», meinte der WM-Zweite zu seinem wachsenden Rückstand in der WM-Wertung. «Ich hätte dieses Rennen gewinnen müssen, im Qualifying war ich aber Scheiße. Ob das am Reifen oder der Abstimmung lag, weiß ich nicht. Von Platz 7 loszufahren, ist nicht ideal, danach zeigte ich ein großartiges Comeback. Unglücklicherweise war die Person vor mir Johnny. Ich darf deswegen aber nicht meinen Fokus verlieren, es kommen noch einige Rennen. Fest steht: Wir straucheln mit unserem Motorrad in einigen Kurven und geben ihnen dort einen zu großen Vorteil. Das war in Aragon auch schon so. Mir bleibt also nur übrig, dass ich ihn in anderen Streckenabschnitten packe, das ist aber schwer, weil wir am Limit sind.»

Ergebnis Superbike-WM, Barcelona, Lauf 1
Pos Fahrer Motorrad Zeit/Diff
1. Jonathan Rea Kawasaki 34:34,245 min
2. Scott Redding Ducati + 2,625 sec
3. Chaz Davies Ducati + 4,459
4. Michael Van_Der_Mark Yamaha + 6,078
5. Alvaro Bautista Honda + 6,989
6. Toprak Razgatlioglu Yamaha + 8,770
7. Michael Rinaldi Ducati + 11,676
8. Garrett Gerloff Yamaha + 15,639
9. Alex Lowes Kawasaki + 18,128
10. Leon Haslam Honda + 22,344
11. Eugene Laverty BMW + 22,460
12. Jonas Folger Yamaha + 22,934
13. Xavi Fores Kawasaki + 25,428
14. Loris Baz Yamaha + 26,083
15. Federico Caricasulo Yamaha + 31,880
16. Samuele Cavalieri Ducati + 37,361
17. Lorenzo Zanetti Ducati + 40,668
18. Sylvain Barrier Ducati + 48,001
19. Takumi Takahashi Honda + 55,793
20. Valentin Debise Kawasaki > 1 min
Out Tom Sykes BMW > 1 min

 

Stand Superbike-WM nach Lauf 1 in Barcelona
Pos Fahrer Motorrad Punkte
1. Jonathan Rea Kawasaki 268
2. Scott Redding Ducati 227
3. Toprak Razgatlioglu Yamaha 157
4. Chaz Davies Ducati 157
5. Michael van der Mark Yamaha 146
6. Michael Rinaldi Ducati 140
7. Alex Lowes Kawasaki 134
8. Álvaro Bautista Honda 94
9. Leon Haslam Honda 81
10. Loris Baz Yamaha 78
11. Tom Sykes BMW 58
12. Garrett Gerloff Yamaha 47
13. Federico Caricasulo Yamaha 37
14. Xavi Fores Kawasaki 36
15. Eugene Laverty BMW 36
16. Marco Melandri Ducati 23
17. Sandro Cortese Kawasaki 14
18. Leandro Mercado Ducati 12
19. Maximilian Scheib Kawasaki 11
20. Sylvain Barrier Ducati 5
21. Christophe Ponsson Aprilia 4
22. Roman Ramos Kawasaki 4
23. Matteo Ferrari Ducati 4
24. Takumi Takahashi Honda 2

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Lewis Hamilton: Hunger auf mehr als Formel 1

Mathias Brunner
​Lewis Hamilton ist nach 2008, 2014, 2015, 2017, 2018 und 2019 zum siebten Mal Formel-1-Weltmeister. Doch sein Erbe besteht nicht aus Bestmarken, die er reihenweise niederreisst. Sein Erbe reicht erheblich weiter.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Mi. 25.11., 15:10, Motorvision TV
    Formula Drift Championship
  • Mi. 25.11., 15:35, Motorvision TV
    Monster Jam FS1 Championship Series 2016
  • Mi. 25.11., 16:15, ORF Sport+
    Schätze aus dem ORF-Archiv: Formel 1 Saison 1996: Großer Preis von Monaco
  • Mi. 25.11., 16:15, Hamburg 1
    car port
  • Mi. 25.11., 16:20, Motorvision TV
    Formula E Street Racers
  • Mi. 25.11., 16:50, Motorvision TV
    Formula E - Specials
  • Mi. 25.11., 17:00, Eurosport
    Rallye: FIA-Europameisterschaft
  • Mi. 25.11., 17:20, Motorvision TV
    Racing Files
  • Mi. 25.11., 19:00, ORF Sport+
    Rallye Weltmeisterschaft
  • Mi. 25.11., 19:00, ORF Sport+
    WRC Rallye - Colin McRae - 25 Years a Champion
» zum TV-Programm
7DE