Dämpfer für Scott Redding: Rätselhafte Bremsprobleme

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Scott Redding hatte am Samstag und Sonntag Bremsprobleme

Scott Redding hatte am Samstag und Sonntag Bremsprobleme

Jonathan Rea und sein Kawasaki-Team leisten sich in der Superbike-WM nur selten einen schlechten Tag oder gar Fehler. Ducati-Ass Scott Redding weiß, dass er dann zur Stelle sein müsste – ist es aber nicht.

Nach seinem souveränen Sieg im ersten Hauptrennen am Samstag, war Weltmeister Jonathan Rea auf dem Circuit de Catalunya am Sonntag schlagbar. Im Sprintrennen gewann Michael van der Mark (Yamaha), auch Alvaro Bautista (Honda) war bis zu seinem spektakulären Sturz schneller als der Kawasaki-Star.

Im zweiten Hauptrennen schaffte es Rea als Vierter hinter Davies, van der Mark und Gerloff erst zum dritten Mal in diesem Jahr nicht aufs Podest – in 18 Rennen!

Doch von seinem einzigen verbliebenen Gegner im Titelkampf war nichts zu sehen: Scott Redding wurde in Barcelona Zweiter, Achter und Sechster. Sein Rückstand in der Gesamtwertung wuchs auf 51 Punkte, Rea kann bereits beim nächsten Event in Magny-Cours zum sechsten Mal in Folge Champion werden.

«Bereits nach zwei oder drei Runden hatte ich Schwierigkeiten mit der Bremse, die immer schlimmer wurden», erzählte Redding vom Hauptrennen am Sonntagnachmittag. «Die Vibrationen setzten sich von den Bremsscheiben über die Räder bis in den Bremshebel fort. Es war kaum Bremskraft vorhanden. Als die Mechaniker das Motorrad aus dem Parc fermé an die Box zurückbrachten, ließ sich das Rad nicht mehr drehen, weil sich die Bremsscheiben verzogen hatten – vermutlich, weil sie zu heiß wurden.»

«Schon im ersten Rennen hatte ich Bremsprobleme», ergänzte der 27-Jährige. «Keine Ahnung, wo die herkamen. Im Test war noch alles okay, obwohl es deutlich heißer war. Am Samstag hatte ich das schon in der Einführungsrunde, damals dachte ich, ein Stein hätte sich in der Bremsscheibe verklemmt. So startete ich das Rennen und es wurde auch nicht viel schlimmer. Im zweiten Rennen hatte ich die ersten drei Runden gar keine Probleme, dann wurde es aber konstant schlimmer. Das ging so weit, dass ich das Leben aus dem Bremshebel herausquetschte. Ich wusste nicht, ob die Vorderradbremse blockieren oder gar nicht mehr arbeiten würde. Die Vibrationen waren so stark, dass mir die Arme weh taten. So etwas habe ich in meiner ganzen Karriere noch nie erlebt, nicht einmal annährend. Ich fuhr schon mit den größten Bremsscheiben, wir hätten nichts anders machen können, um die Situation zu verbessern.»

Redding abschließend: «Ich habe den Sonntag bereits mit dem Superpole-Rennen in den Sand gesetzt, weshalb ich nur von Startplatz 8 kam. Von so weit hinten zu starten, macht die Sache schon schwierig genug. Das Bike war okay, aber nicht gut genug, um Rennen zu gewinnen. Wenn unser Bike funktioniert, sind wir bei den Leuten. Wenn nicht, liegen wir wirklich weit zurück. Mein Problem ist, dass der Hinterreifen so stark nachlässt. Bei den anderen hält er vier oder fünf Runden länger, obwohl sie das Hinterrad wie verrückt durchdrehen lassen. Wir müssen herausfinden, was wir tun können, um das zu verbessern.»

Besonders bitter für Redding: Aruba-Teamkollege Chaz Davies sorgte in Katalonien für seinen ersten Saisonsieg.

Ergebnis Superbike-WM, Barcelona, Lauf 2
Pos Fahrer Motorrad Zeit/Diff
1. Chaz Davies Ducati 34:29,729 min
2. Michael van der Mark Yamaha + 2,460 sec
3. Garrett Gerloff Yamaha + 2,559
4. Jonathan Rea Kawasaki + 8,040
5. Tom Sykes BMW + 13,196
6. Scott Redding Ducati + 14,232
7. Eugene Laverty BMW + 16,409
8. Alex Lowes Kawasaki + 17,590
9. Leon Haslam Honda + 18,536
10. Loris Baz Yamaha + 20,401
11. Jonas Folger Yamaha + 20,451
12. Federico Caricasulo Yamaha + 25,414
13. Lorenzo Zanetti Ducati + 31,420
14. Takumi Takahashi Honda + 51,264
15. Xavi Fores Kawasaki  
Out Michael Rinaldi Ducati  
Out Valentin Debise Kawasaki  
Out Sylvain Barrier Ducati  
Out Samuele Cavalieri Ducati  
Out Alvaro Bautista Honda  

 

 

Stand Superbike-WM 2020 nach Barcelona
Pos Fahrer Motorrad Punkte
1. Jonathan Rea Kawasaki 290
2. Scott Redding Ducati 239
3. Chaz Davies Ducati 188
4. Michael van der Mark Yamaha 178
5. Toprak Razgatlioglu Yamaha 157
6. Alex Lowes Kawasaki 145
7. Michael Rinaldi Ducati 144
8. Álvaro Bautista Honda 94
9. Loris Baz Yamaha 91
10. Leon Haslam Honda 88
11. Tom Sykes BMW 70
12. Garrett Gerloff Yamaha 68
13. Eugene Laverty BMW 45
14. Federico Caricasulo Yamaha 41
15. Xavi Fores Kawasaki 37
16. Marco Melandri Ducati 23
17. Sandro Cortese Kawasaki 14
18. Leandro Mercado Ducati 12
19. Maximilian Scheib Kawasaki 11
20. Jonas Folger Yamaha 9
21. Sylvain Barrier Ducati 5
22. Christophe Ponsson Aprilia 4
23. Roman Ramos Kawasaki 4
24. Matteo Ferrari Ducati 4
25. Takumi Takahashi Honda 4
26. Lorenzo Zanetti Ducati 3

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