Podium als Rookie: Garrett Gerloff wie Razgatlioglu

Von Kay Hettich
Superbike-WM
Garrett Gerloff fuhr in Barcelona fantastisch

Garrett Gerloff fuhr in Barcelona fantastisch

Mit seinem ersten Superbike-Podium in Barcelona brachte sich Garrett Gerloff als Nachfolger von Michael van der Mark im Yamaha-Werksteam ins Gespräch. Der US-Amerikaner will weitere Argumente für sich liefern.

Es machte Spaß, Garrett Gerloff im zweiten Lauf der Superbike-WM 2020 in Barcelona auf der Strecke zu beobachten. Wie sich der 25-Jährige an die Spitzengruppe heranfuhr, anschließend beherzt mit Markenkollege Michael van der Mark um Platz 2 kämpfte und nur um 0,1 sec geschlagen als Dritter auf das Podium zu steigen.

Es machte auch Spaß, trotz der Niederlage gegen den Niederländer, die überschwängliche Freude von Gerloff zu sehen.

Es war das erste Podium des US-Amerikaners in der Superbike-WM. 

Man muss ich das vor Augen führen: Mit einem Kundenmotorrad als Rookie in die Top-3 zu fahren, gelang bisher nur wenigen Piloten. Einer, der das geschafft hat, ist der heutige Werkspilot Toprak Razgatlioglu!

Da van der Mark für 2021 zu BMW wechselt, muss der Platz neben dem Türken für kommende Saison neu besetzt werden. Nach Barcelona ist auch Gerloff ein Name, den man häufig hört. «Darüber weiß ich gar nichts. Im Moment bin ich einfach nur überglücklich, dass ich es zum ersten Mal aufs Podium geschafft habe», sagte der Texaner im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Was auch immer in der Zukunft passiert und was ich nächstes Jahr mache – darüber mache ich mir später Gedanken. Zuerst freue ich mich über das Erreichte.»

Doch Yamaha-Rennchef Andrea Dosoli hat ein Luxusproblem – zu viele starke Piloten drängen sich für das Werksteam auf. Der überragende Supersport-Weltmeister Andrea Locatelli wird zu den Superbikes aufsteigen, sämtliche Experten rechnen damit, dass ihn Yamaha direkt ins Werksteam transferiert.

Die Entscheidung könnte bereits bis Magny-Cours fallen. Für Gerloff ändert das für seine Zielsetzung in den letzten Saisonrennen nichts. «Ich habe in Barcelona so viel gelernt, was ich bei den noch anstehenden Rennen gut gebrauchen kann. Ich will ein starkes Rennwochenende in Frankreich und auch danach in Portugal. Darauf konzentriere ich mich. Über alles andere werde ich mir in einem Monat Gedanken machen», winkt Gerloff ab.

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