Davies oder Rinaldi bei Ducati – hilft Geistesblitz?

Kolumne von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Gegenwart und Zukunft von Ducati: Chaz Davies (li.) und Michael Rinaldi

Gegenwart und Zukunft von Ducati: Chaz Davies (li.) und Michael Rinaldi

Der 24-jährige Michael Ruben Rinaldi hinterlässt in der Superbike-WM 2020 viel Eindruck. Jetzt überlegt Ducati, wie sie ihn befördern und gleichzeitig Chaz Davies im Werksteam behalten können.

Nach Aragon deutete alles darauf hin, dass Michael Ruben Rinaldi 2021 den Platz von Chaz Davies im Werksteam bekommt und an der Seite von Scott Redding fahren wird. Der acht Jahre jüngere Italiener hatte im MotorLand für seinen ersten Sieg gesorgt und war dreimal aufs Podest gebraust. Gleichzeitig stockten die Gespräche zwischen Ducati, dem Aruba-Team und Davies.

Dann kamen die Rennen auf dem Circuit de Catalunya nahe Barcelona. Davies blendete sämtlichen Ärger aus und preschte auf die Ränge 3, 4 und 1. Damit liegt der 31-fache Laufsieger vor dem siebten Event an diesem Wochenende in Magny-Cours in der Weltmeisterschaft auf dem dritten Gesamtrang.

Ducati weiß um das Talent von Rinaldi, gleichzeitig ist die Konstanz von Davies über eine Saison nicht von der Hand zu weisen. Der Waliser hat immer gesagt, dass er diese und jene Änderung brauche, um zu gewinnen. Als Ducati lieferte, ließ er seinen Worten Taten folgen.

Das hat die Verantwortlichen bei Ducati aufgeweckt, die Aktien von Davies sind seit Catalunya deutlich gestiegen.

Jetzt wird fieberhaft überlegt, wie sie mit Redding und Davies im Werksteam weitermachen und Rinaldi gleichzeitig befördern können. Die offensichtliche Lösung wäre, eine dritte Werks-Panigale im Aruba-Team einzusetzen – das gab es 2018 schon einmal.

Aruba-Chef Stefano Cecconi, seit 2016 der größte Förderer von Rinaldi, hat aber erkannt, wie wohl sich sein Schützling im familiären Go-Eleven-Team fühlt und wie er dort aufgeblüht ist. Niemand will ihn aus dieser Umgebung reißen: Die Befürchtungen sind groß, dass das sensible Talent dann nicht mehr zu solchen Leistungen wie jetzt fähig ist.

Diese Überlegungen waren der Nährboden für den jüngsten Geistesblitz. Ducati könnte Rinaldi mit einer Werksmaschine ausstatten, ihn aber bei Go Eleven lassen. Die Zusammenarbeit zwischen dem Team von Gianni Ramello und Ducati wurde ohnehin deutlich intensiver, seit Rinaldi für sie fährt. Und Go Eleven träumt seit dem Wechsel zu Ducati 2019 davon, deren offizielles Satelliten-Team zu werden.

Aruba und Ducati könnten Go Eleven finanziell, personell und materiell unter die Arme greifen. Das käme deutlich günstiger, als das Werksteam auf drei Fahrer aufzustocken. Und hätte den nicht zu verachtenden positiven Nebeneffekt, dass Rinaldi in seinem sehr geschätzten Umfeld bleiben kann.

Jetzt muss nur noch geklärt werden, wie sich das alles umsetzen lässt und kein Ego zu kurz kommt. Go Eleven will weiterhin als eigenständiges Team erkennbar bleiben; und für Cecconi ist wichtig, dass man sieht, dass Rinaldi sein Schützling ist. Denkbar ist zum Beispiel, dass man ihn nicht mit Aruba-Werbung starten lässt, sondern wie dieses Jahr mit der hauseigenen Marke «Cloud». Wenn keiner der Go-Eleven-Partner zu kurz kommt, ist ein zusätzliches Engagement natürlich willkommen.

Cecconi ist mit seinem Unternehmen in der IT-Branche tätig und mit seinen Datenzentren in Europa eine große Nummer.

2016 kam Michael Rinaldi, er spricht seinen Vornamen englisch aus, ins damalige Aruba-Junior-Team in die Superstock-1000-EM, im Jahr darauf eroberte er den Titel. 2018 bestritt er alle Europarennen in der Superbike-WM auf einer dritten Werks-Ducati, 2019 wurde der Youngster aus Rimini im Barni-Team platziert. Nach einer enttäuschenden Saison kam er auf den letzten Drücker für 2020 bei Go Eleven unter und setzte dort zu einem Höhenflug an. Bis Magny-Cours preschte er in 18 Rennen zehnmal in die Top-6 und liegt auf dem siebten Gesamtrang.

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