Jonas Folger pokerte hoch: Platz 8 ist die Belohnung!
Obwohl das erste Wochenende der Superbike-WM 2021 für Jonas Folger und sein deutsches Team Bonovo MGM BMW alles andere als perfekt lief, gelang dem Bayer im zweiten Hauptrennen sein bislang bestes Resultat.
Nur drei Fahrer trauten sich bei abtrocknender Strecke in Aragon das zweite Hauptrennen der Superbike-WM mit Slick-Reifen in Angriff zu nehmen: Ducati-Werksfahrer Scott Redding von Startplatz 8, Jonas Folger von Position 18 auf dem Grid und Michael Rinaldi, der wegen seinem Last-Minute-Reifenwechsel aus der Boxengasse losfahren musste. Alle anderen waren auf Intermediate-Reifen unterwegs.
Während Redding das Rennen in überragender Manier mit fast 10 sec Vorsprung auf Weltmeister und WM-Leader Jonathan Rea (Kawasaki) gewann, konnte sich Folger bis auf Platz 8 vorarbeiten. Zu Rang 6 fehlen nur 0,396 sec!
"Es war die richtige Entscheidung, dass wir auf Slicks gegangen sind", erzählte der 27-Jährige. "Aber am Anfang war es frustrierend, wie viele Plätze ich verloren habe. Die ersten Runden war es noch relativ nass, das hat mich viel Zeit gekostet. Es hat etwas gedauert, bis ich ein Gefühl aufgebaut habe und die trockene Linie kam. Dann war es echt okay. Ärgerlich zum Schluss war, dass ich auf der Gegengerade an Toprak Razgatlioglu vorbeiging und mich dann verbremst habe. Das war ein Riesenfehler meinerseits, das ärgert mich extrem. Ich hätte den sechsten Platz heimfahren können, das war mein größter Fehler im Rennen."
Wer hat sich bei der Reifenentscheidung durchgesetzt, hakte SPEEDWEEK.com beim Gespräch im Parc fermé nach. "Für mich war das von Anfang an klar", hielt Jonas fest. "Ich bin noch nie auf Intermediates gefahren, ich kannte diese Reifen auch nicht aus dem Grand Prix, dort hat es die nie gegeben. Ich sagte, wenn man mit Intermediates fahren kann, dann kann man auch mit Slicks fahren. Als es dann trocken wurde zeigte sich, dass das die richtige Entscheidung war. Mir wurde gesagt, es würden 80 Prozent mit Slicks fahren. Dann haben alle die Reifenwärmer runtergezogen und standen auf Intermediates da. Da habe ich blöd geschaut und mich gefragt, ob das das Richtige war. Es ist schön, dass wir so nach vorne gekommen sind. Natürlich sind uns die Bedingungen entgegengekommen, im Trockenen wäre es härter geworden. Unsere Entscheidung war richtig, das war das Ausschlaggebende. Gefahren bin ich aber auch ganz okay."
Folger bestritt in Aragon seinen dritten Event in der Superbike-WM. Letztes Jahr war er bereits auf Yamaha in Barcelona und Estoril dabei, schaffte aber nie ein einstelliges Ergebnis. Platz 8 bei seiner BMW-Premiere markiert also seine bisherige Höchstleistung in der seriennahen Meisterschaft.
"Mit Platz 8 bin ich absolut glücklich", unterstrich der Rookie. "Wir müssen das Positive von hier nach Estoril mitnehmen. Ich freue mich, dass wir auf eine andere Strecke kommen, Aragon war echt hart. Estoril liegt mir, ich hoffe, dass wir dort von Anfang an besser zurechtkommen und mit mehr Schwung ins Wochenende gehen. Es wird Zeit, dass wir auf eine andere Strecke kommen. Auch wenn wir nach diesem schweren Wochenende ein Happy-End hatten."
In der Weltmeisterschaft liegt der Mühldorfer nach drei Rennen mit acht Punkten auf Platz 11.
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