Toprak Razgatlioglu: Dreifach-Sieger der Herzen
Aus dem erhofften Dreifach-Sieg wurde es am Ende nichts, dennoch ist Yamaha-Star Toprak Razgatlioglu der Gewinner des Superbike-Meetings in Magny-Cours. Nicht nur hinsichtlich WM-Punkte, sondern auch der Herzen.
Wie cool war das: Im ersten Lauf am Samstag überfuhr Toprak Razgatlioglu die Ziellinie wie kein Sieger vor ihm – mit einem Stoppie! Eindrucksvoller konnte der Yamaha-Star seiner Dominanz nicht Ausdruck verleihen.
Am Rennsonntag musste sich der 24-Jährige mehr ins Zeug legen, denn Jonathan Rea gönnte ihm vor allem im Superpole-Race keine Pause. Mit vielen Positionswechsel, ging das hochkarätige Duell der beiden Ausnahmekönner bis in die letzte Runde. Razgatlioglu siegte und legte im zweiten Lauf am Nachmittag einen weiteren Triumph nach.
Es war der erste Dreifach-Sieg des Türken bei einem Superbike-Meeting. Zuvor hatten das nur Rea und Álvaro Bautista (2019 mit Ducati) geschafft!
"Ich hatte hier von einem Triple geträumt", sagte Razgatlioglu überglücklich.
Doch vier Stunden nach dem Superpole-Race, während des zweiten Rennens der Supersport-WM 300, wurde dem Yamaha-Piloten der Sieg aberkannt und Rea zugesprochen – wegen minimaler Überschreitung der Streckenmarkierung.
"Dieses Wochenende war schwierig, auch wenn der erste Lauf recht eindeutig war", sagte der 24-Jährige. "Aber im Superpole-Race und im zweiten Rennen war Johnny ein sehr starker Gegner. Ich musste alles geben und habe in der letzten Runde 100 Prozent gepusht. Vor dieser Saison habe ich mir 10 oder 12 Siege vorgenommen – ich will es einfach versuchen."
Nach Magny-Cours steht Razgatlioglu bereits bei acht Siegen! Dass ihm ein Sieg am grünen Tisch aberkannt wurde, hat er schnell verdaut. Mit seiner Performance in Frankreich ist der Yamaha-Pilot dennoch zufrieden.
"In jedem Rennen haben wir uns ein wenig gesteigert, nur das Chattering in Kurven 1 und 8 wurden wir nicht los", erklärte Razgatlioglu. "Ich bin auch hinter Johnny gefahren und habe seine Linien studiert, weil er in den Kurven 8 und 9 sehr gut war. Ich habe seine Linie probiert, was nicht einfach umzusetzen war. Am Ende war ich zufrieden, aber es war nicht einfach. Mein Vorderreifen war nicht so gut, mehrfach habe ich fast die Front verloren. Erst als ich ihn überholte, fühlte ich mich etwas besser. Wenn ich alleine fahre, bin ich entspannter. Es ist nicht einfach, gegen Johnny zu kämpfen."
In der Gesamtwertung baute Razgatlioglu seinen Vorsprung auf den Kawasaki-Piloten um vier auf sieben Punkte aus.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach