Tom Sykes (Ducati): «Kann ich kategorisch verneinen»

Von Ivo Schützbach
Tom Sykes

Tom Sykes

Der ehemalige Superbike-Champion Tom Sykes (36) macht keinen Hehl daraus, dass er gerne in die Weltmeisterschaft zurückkehren würde. Doch attraktive Plätze für 2023 sind rar gesät.

Die Werksteams von BMW, Kawasaki und Yamaha sind für die Superbike-WM 2023 besetzt.

Bei Honda ist Iker Lecuona fix, Teamkollege Xavi Vierge rechnet sich gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung aus. Auch MotoGP-Fahrer Takaaki Nakagami kommt in Frage.

Das Ducati-Werksteam hat den Vertrag mit WM-Leader Alvaro Bautista verlängert. Und Aruba-Kollege Michael Rinaldi hat nach den Rängen 3, 10, 3, 6, 6 und 4 bei den Events in Misano und Donington Park ebenfalls gute Aussichten auf eine Fortsetzung. Mit Danilo Petrucci, derzeit Zweiter der US-Meisterschaft, hat Ducati ein Ass im Ärmel, falls die Entscheidung gegen Rinaldi fällt.

Tom Sykes, Superbike-Champion des Jahres 2013, dreifacher Vizeweltmeister und 34-facher Laufsieger, weiß all’ das. Der Engländer hat sich deshalb bei seinem Besuch in Donington Park auch nach der Leistungsfähigkeit von Privatteams wie Puccetti Kawasaki und Motocorsa Ducati erkundigt.

Sykes hat nach seinem Zwangsaus bei BMW nach der Saison 2021 in die Britische Superbike-Meisterschaft und zu Ducati gewechselt, aus verschiedenen Gründen kommt der 36-Jährige dort aber bislang auf keinen grünen Zweig. Nach 15 Rennen hat Sykes erst 58 Punkte und liegt nur auf dem 14. Gesamtrang. MCE-Teamkollege Josh Brookes, Meister des Jahres 2015 und 2020, ist auch nur Elfter.

«An mir und dem Paket liegt es nicht, es gibt andere Gründe», sagte Sykes im Vier-Augen-Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Leute fragen mich, ob es an den Strecken oder der fehlenden Elektronik liegt, beides kann ich kategorisch verneinen. Wir haben eine schwierige Zeit, das stimmt. Und alle Hersteller verbessern sich jedes Jahr – einige mehr als andere.»

Der Pole-Rekordhalter (51) machte nie ein Geheimnis daraus, dass er in der Superbike-WM noch offene Rechnungen hat und für 2023 gerne zurückkommen möchte.

«Es ist zu früh für eine Entscheidung, weil ich noch nicht genau durchblicke, wer für wen fährt», bemerkte Tom. «Gerechtfertigt oder nicht, sind viele Werksplätze belegt. Und bei einigen bin ich überrascht, wie sie besetzt wurden. Ich bin es nach wie vor wert, Superbike-WM zu fahren. Jetzt muss ich nur noch herausfinden, ob es konkurrenzfähige Plätze gibt, in Werks- oder Privatteams, die es mir erlauben, mein Potenzial zu zeigen.»

«Als ich zum Beispiel in Misano und Mugello für Ducati testete», fuhr Sykes fort, «war deutlich zu sehen, dass ich ohne Probleme in der Weltmeisterschaft fahren könnte. Ich habe einige schwierige Jahre hinter mir, jetzt schaue ich nach einer Plattform, um zurückzukommen.»

Natürlich hat auch Sykes mitbekommen, dass Ducatis Sport-Direktor Paolo Ciabatti immer nur von Rinaldi und Petrucci spricht, wenn es um den zweiten Platz im Aruba-Werksteam geht. «Das ist etwas enttäuschend», räumte der ehemalige Werksfahrer von Yamaha, Kawasaki und BMW ein. «Angesichts des Potenzials, das ich in sehr entspannter Umgebung bei zwei Tests mit dem Motorrad gezeigt habe. Sobald ich dieses Paket im Rahmen eines Wettbewerbs habe, steigt auch mein Level. Letztlich war das in Misano nur ein Probieren des Motorrads, nachdem ich zuvor viereinhalb Monate nicht gefahren bin. Außerdem war es mein erstes Mal auf einer Ducati. Trotzdem war ich sehr zufrieden mit dem, was angesichts des geringen Aufwands herauskam. Ich bin sehr dankbar, dass ich zusammen mit dem Testteam von Ducati fahren konnte. Ich konnte sehen, dass es keinen Grund gibt, mich selbst in Frage zu stellen.»

Die Superbike-Werksteams für 2023:

Honda: Iker Lecuona (E), Vierge?, Nakagami?

Kawasaki: Jonathan Rea (GB), Alex Lowes (GB)

BMW: Scott Redding (GB), Michael van der Mark (NL)

Yamaha: Toprak Razgatlioglu (TR), Andrea Locatelli (I)

Ducati: Alvaro Bautista (E), Rinaldi?, Petrucci?

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