Danilo Petrucci: «Reas Highsider war fürchterlich»
Nach Platz 15 und einer krachenden Niederlage im Superpole-Sprint drehte Danilo Petrucci im zweiten Superbike-Hauptrennen von Phillip Island den Spieß um und holte mit einem großartigen Endspurt Rang 3.
"Es ist verrückt. Im Superpole-Rennen war ich 15. und das Motorrad war extrem schwierig zu fahren, mit genau dem gleichen Set-up wie am Samstag. Vielleicht blies der Wind zu heftig", wunderte sich Danilo Petrucci. "Ich war sehr nervös, als ich ins zweite Rennen ging, war aber auf Anhieb in der Führungsgruppe. Ich war direkt hinter Johnny Rea, als er stürzte. Ich hoffe, er ist okay, denn sein Highsider war fürchterlich! Gardner ist dann noch in sein Bike gekracht…"
Nach der roten Flagge redete sich Petrucci selbst ins Gewissen und ging abermals aufs Ganze. "Ich war dabei, konnte mitkämpfen und dachte zunächst: ‚Wenn du als bester Fahrer eines Independent-Teams ins Ziel kommst, ist das ein gutes Ergebnis.‘ Doch plötzlich hatte ich immer mehr Traktion, während andere wie Rinaldi an Boden verloren. Im Endspurt sah ich, wie Andrea Locatelli neben mir die Kontrolle über das Hinterrad verlor und stürzte – damit hatte ich das Podium unter Dach und Fach."
In den letzten drei Runden hatte Petrucci seinen Rückstand auf die Spitze von zwei auf eine Sekunde verkürzt und hätte mit etwas mehr Zeit sogar um den Sieg kämpfen können. "Doch ich bin auch mit diesem dritten Platz überglücklich. Wie ich vorhergesagt habe, kannst du in dieser Klasse 15. und genauso gut Dritter werden. Mindesten 15 Fahrer kommen für die Podestplätze in Frage, es ist absolut verrückt, wie eng es zugeht. Eine Zehntelsekunde mehr oder weniger kann die Welt bedeuten."
Am Samstag in Rennen 1 hatte Petrucci alle Chancen auf einen vorderen Platz mit einem um fünf Sekunden zu lang dauernden Boxenstopp verloren. "Ein Bolzen war gebrochen. Glücklicherweise hatte einer der Mechaniker ein passendes Ersatzteil in der Tasche, so konnten wir Schadensbegrenzung betreiben", verriet Petrucci im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.
Auch aus seinen MotoGP-Zeiten hatte der Italiener gemischte Erinnerungen an den spektakulären Inselkurs. "2019 bin ich aus der zweiten Reihe gestartet und lag an vierter Stelle, als ich mit Fabio Quartararo zusammenstieß. 2018 lag ich sogar in Führung, als ich bei einem Slide die Kontrolle verlor. Ich war immer im Pech, oder ich war ein Esel", grinste der 34-jährige Publikumsliebling. "Ich habe Phillip Island nie mit einem Lächeln verlassen können. Umso glücklicher bin ich jetzt!"
In der Gesamtwertung liegt Petrucci nach drei Rennen mit 24 Punkten auf Rang 6 und ist damit hinter Andrea Iannone (4./29 Punkte) zweitbester Privatier.
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