Bonovo-Chef: «Ausnahmeathleten – Toprak ist einer»

Von Ivo Schützbach
Jürgen Röder, Eigentümer des BMW-Teams Bonovo action in der Superbike-WM, empfindet tiefen Respekt für Toprak Razgatlioglu. Er erwartet, dass seine Fahrer Scott Redding und Garrett Gerloff vom Türken lernen.

In den ersten beiden Veranstaltungen der Superbike-WM 2024 in Phillip Island und Barcelona waren die Leistungsunterschiede zwischen den beiden BMW-Teams eklatant. ROKiT hat dank Toprak Razgatlioglu bereits zwei Siege und vier Podestplätze aus sechs Rennen auf dem Konto, zu den 71 Punkten des Türken steuerte Michael van der Mark weitere 40 bei. Ergibt zusammen 111 und Platz 2 in der Teamwertung hinter Aruba.it Ducati mit 162 Zählern.

Bei Bonovo action, im letzten Saisondrittel 2023 stärker als ROKiT, läuft bislang wenig nach Wunsch. Während Garrett Gerloff es immerhin in der Hälfte der Rennen in die Top-10 schaffte, kann Scott Redding keine solche Platzierungen vorweisen und kam nie über Rang 11 hinaus. Zusammen eroberten sie lediglich 35 Punkte, was Platz 8 unter 14 Teams bedeutet.

«Für mich war von Anfang an klar, dass Toprak ein Ausnahmefahrer ist», unterstrich Bonovo-Eigentümer Jürgen Röder im Vier-Augen-Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Er ist nicht einer der besten Fahrer, sondern der beste in diesem Startfeld. BMW kann froh sein, so einen Fahrer verpflichtet zu haben. Im Moment ist es so, dass sich alle anderen darunter einordnen müssen. Uns von Bonovo-Seite war klar, dass Scott in Australien und Barcelona keine besonderen Leistungen bringen wird. Auf diesen Strecken hat er noch nie viel gerissen. Von Garrett waren wir in Barcelona etwas enttäuscht, bei ihm waren unsere Erwartungshaltungen die Top-10.»

«Die Gemütsverfassung bei Scott ist gut, jetzt wo er Vater wird», ergänzte der Odenwälder. «Er ruht in sich, wir werden von ihm dieses Jahr noch einiges sehen. Es hat halt schlecht angefangen. Hätten wir Rennen in Assen oder Most oder Donington als Erstes gehabt, hätte es wahrscheinlich anders ausgesehen. Unabhängig davon, wird Toprak auch auf diesen Strecken für BMW das Maß der Dinge sein. Wir müssen gucken, was wir bringen. In Barcelona hatten wir nicht die Performance, um mit Toprak und Michael van der Mark mitzuhalten.»

Razgatlioglu, der einzige Neuzugang im diesjährigen BMW-Quartett, wurde aus dem Stand zur Nummer 1 des deutschen Herstellers. «Er fährt Trial, Enduro, Autorennen – alles, was brummt, fährt der», hielt Röder fest. «Und er fährt alles hervorragend. Es gibt in allen Sportarten Ausnahmeathleten, er ist für mich ein solcher. Er beherrscht das Motorrad artistisch. Wenn ich seine Bremsmanöver sehe, dann denke ich, es gibt keine Physik. Er kann aufgrund seines fahrerischen Könnens fünf Plätze nach vorne kommen. Diese Zehntelsekunden haben andere nicht. Obwohl Scott ein brillanter Fahrer ist, sieht er Dinge, die ihn weiterbringen, wenn er hinter Toprak herfährt. Es gehört eine gewisse Größe dazu, dass er sagt, dass er von ihm lernen kann. Wir lernen alle von den Besten.»


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