Toprak Razgatlioglu: Das erinnerte an Valentino Rossi
Mit zwei Siegen und einem dritten Platz war BMW-Neuzugang Toprak Razgatlioglu der erfolgreichste Fahrer bei der Superbike-WM in Barcelona. Atemraubend war nicht nur, dass er gewann, sondern vor allem wie.
Wie Toprak Razgatlioglu sein Rennen am Samstag eingeteilt und Shooting-Star Nicolo Bulega (Aruba.it Ducati) in den letzten Runden auf dem Catalunya-Circuit niedergerungen hatte, war ein Augenschmaus.
Das Sprintrennen am Sonntagvormittag
Razgatlioglus Manöver erinnerte viele an das MotoGP-Rennen 2009 in Barcelona, als Valentino Rossi einen spektakulären Kampf gegen seinen damaligen Yamaha-Teamkollegen Jorge Lorenzo in der letzten Kurve für sich entschied und gewann.
"Alvaro überholte mich in Kurve 1", schilderte Toprak die letzte Runde. "In Kurve 5 war ich nicht nahe genug dran, um zu attackieren. In Kurve 10 das gleiche Spiel, mir blieb nur die letzte Kurve. Ich war sehr nahe an ihm dran, fasste mir ein Herz und griff an. Beim Bremsen schaltete ich bis in den zweiten Gang runter, wodurch ich anschließend eine gute Beschleunigung hatte. Das war eine erstaunliche Attacke, wie Valentino Rossi damals. Es war nicht genau gleich, aber die Attacke an sich war ähnlich. Auf dieser Strecke ist es nicht einfach, in der letzten Kurve mit einer 1000er anzugreifen. Ich zähle dieses Manöver zu den Top-3 in meiner Karriere. Wobei ich ja noch nicht aufhöre, ich hoffe, es kommen noch viele davon."
"Drei Podestplätze für BMW, und das auf dieser Strecke, sind gut", grinste Toprak. "Bevor wir hierherkamen, fürchtete ich mich. Ich hoffte auf einen Podestplatz, jetzt habe ich zweimal gewonnen und wurde einmal Dritter, das ist unglaublich für mich. Wir sind noch nicht bei 100 Prozent, machen aber an jedem Rennwochenende, an jedem Tag, Fortschritte."
Im zweiten Hauptrennen am Sonntagnachmittag hatte Toprak den beiden Ducati-Werksfahrern Bautista und Bulega nichts entgegenzusetzen und kam mit 7 sec Rückstand ins Ziel. "Wir hatten seit Freitag das Problem, dass sich das Bike nicht so gut verzögern ließ", erklärte der Türke. "Ich musste früher bremsen, als ich das normal tun würde, und hatte deswegen keinen Vorteil. Was ich am Kurvenausgang verliere, kann ich normal auf der Bremse leicht gutmachen. Das war dieses Mal nicht so. Wenn wir das Motorrad für die Bremsphase verbesserten, dann wurde das Turning schlechter. Wir versuchten einiges, bekamen aber nicht beides in den Griff. Wir haben das Bike deutlich verbessert, aber in voller Schräglage haben wir noch immer zu wenig Grip. Auf den restlichen Strecken des Jahres wird sich das nicht so stark auswirken wie hier, ab Assen werden wir stärker sein."
Mit 53 von 62 möglichen Punkten in Barcelona hat sich Razgatlioglu in der Weltmeisterschaft vom achten auf den vierten Platz verbessert, zum führenden Bulega fehlen ihm 16 Punkte.
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