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Was Bimota bis zum Superbike-Einstieg erledigen muss

Von Rolf Lüthi
Bimota kehrt mit einem neuen Motorrad und Kawasaki-Motoren in die Superbike-WM zurück

Bimota kehrt mit einem neuen Motorrad und Kawasaki-Motoren in die Superbike-WM zurück

Die Rückkehr von Bimota in die Superbike-WM 2025 ist für das kleine italienische Werk eine Herausforderung. Es geht nicht nur um die Entwicklung, sondern auch um die anschließende Serienfertigung.

Wie SPEEDWEEK-Leser seit 24. April wissen, wird Bimota 2025 in die Superbike-WM zurückkehren. Das heutige Kawasaki-Werksteam mit Sitz in Granollers bei Barcelona wird diese Bimota einsetzen in einer Struktur mit zwei Fahrern. Kawasaki wird dieses Team mit Werksmotoren und weiteren Komponenten beliefern.

Der Hintergrund: 2019 beteiligte sich Kawasaki mit 49,9 % an Bimota. Der Kleinserienhersteller existierte damals nur noch auf dem Papier, die Produktion war faktisch eingestellt. Die restlichen Anteile hält seit September 2013 der Italiener Marco Chiancianesi. Mit dem Einstieg von Kawasaki kam frisches Kapital und Know-how ins Unternehmen. Für den Vertrieb wird seitdem das Händlernetz von Kawasaki genutzt.

Die Anfänge von Bimota gehen viel weiter zurück. Gegründet wurde die Firma  1966 zwecks Produktion von Sanitärmaterial und Klimatechnikbedarf von Valerio Bianchi, Giuseppe Morri und Massimo Tamburini. Die ersten beiden Buchstaben der Nachnamen der Firmengründer bilden den Firmennamen.

1973 baute Motorradenthusiast Tamburini einen Rahmen für den Motor der Honda CB750. Daraus entstand eine Kleinserienfertigung, die zeitweise auf Manufakturniveau betrieben wurde. Mit Bimota-Fahrwerken wurden GP-Siege und ein WM-Titel (Jon Ekerold, 1980, 350 ccm) errungen, ebenso wurden von etlichen Fahrern von 1988 bis 2000 Superbike-WM-Rennen gewonnen.

Nun also auf 2025 die Rückkehr von Bimota in die Superbike-WM, mit Motoren und Know-how von Kawasaki und mit der Struktur des aktuellen Kawasaki-Werksteams. Damit muss man kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass es eine käufliche Bimota-Kawasaki geben wird zum Preis von maximal 44.000 Euro.

Um an der Superbike-WM punkteberechtigt teilzunehmen, muss der betreffende Hersteller zum Zeitpunkt der Homologation (in diesem Fall im Winter 2024/25) 125 Stück des Basismotorrads gebaut haben, das in der WM eingesetzt werden soll. Ende des ersten Jahres der WM-Teilnahme müssen 250 Stück gebaut sein, zum Ende der zweiten Rennsaison mindestens 500 Stück. Diese Motorräder müssen für maximal 44.000 Euro käuflich sein. Bimota und Kawasaki dürften von Anfang an mit einer Kleinserie von 500 Stück planen.

Schon bisher baute Kawasaki hochwertige 500er Kleinserien für die Superbike-Homologation, genannt ZX-10RR Performance. Die Unterschiede zum Basismodell ZX-10R: Titanpleuel, leichtere Kolben, DLC-beschichtete Kolbenbolzen, spezifische Nockenwellen und Ventilfedern, variable Ansaugtrichter und dazu ein Programm an nicht für den Straßenverkehr zugelassenen Rennsportteilen. Die RR-Version kostet 30.000 Euro, rund 10.000 Euro mehr als die Einfach-R und läuft nur dann besser, wenn versierte Mechaniker das in den hochwertigen Motorinnereien schlummernde Potenzial verfügbar machen.

Wie man das Superbike-Reglement bis an seine Grenzen ausreizt, demonstriert Ducati mit der aktuellen Panigale V4R. Da könnte Bimota-Kawasaki auf 2025 nachziehen und als Nebeneffekt Rennfahrern, ambitionierten Rundstreckenfahrern und Sammlern ein begehrenswertes Sportmotorrad anbieten.

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