Garrett Gerloff rückt Bonovo BMW ins rechte Licht
Beim Meeting der Superbike-WM 2024 im MotorLand Aragon lieferte Garrett Gerloff seine bisher beste Saisonleistung ab und sorgte gleichzeitig für einen neuen Höhepunkt für das deutsche BMW-Team Bonovo action.
Sprunghaft seit Portimão fährt Garrett Gerloff auf einem höheren Niveau. Fuhr der 29-Jährige bis Most nur sporadisch einstellige Ergebnisse ein, sind die Top-9 seitdem die Regel. An diesem Wochenende in Aragon glänzte der BMW-Pilot im ersten Lauf mit Platz 3 auf dem Podium und fünften Plätzen am Sonntag. Im zweiten Lauf kämpfte Gerloff mit Andrea Iannone (Ducati) zeitweise erneut um die dritte Position, bevor der letzte Platz auf dem Podium im letzten Renndrittel von Nicolò Bulega (Ducati) eingenommen wurde.
Den Kampf mit Iannone um Platz 4 führte der Texaner bis in die letzte Runde weiter, aber ein Überholversuch auf der Bremse scheiterte. Gerloff musste eine weite Linie fahren und der Lauf-1-Sieger schlüpfte innen wieder durch. "Es war ein Versuch", schmunzelte der Bonovo-Pilot im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. "Ich hätte die Kurve kriegen können, wenn das Herunterschalten geklappt hätte und ich nicht im vierten Gang geblieben wäre; deshalb fehlte mir die Wirkung der Motorbremse. Aber ich habe es probiert, wie immer. Ein wenig bin ich schon frustriert, denn ich war Dritter und glaubte, dass ich eine Lücke herausfahren kann. Tatsache ist aber, dass ich nicht die Pace dafür hatte. Zuerst wurde ich von Nicolò eingefangen, danach hatte ich etwas Pech und wurde von Andrea überholt. Ich riss mich zusammen und kam wieder in Schwung, aber es war halt nicht genug."
Dennoch: Aragon war das bisher beste Superbike-Wochenende in diesem Jahr für Gerloff und auch für Bonovo action! "Die Jungs sind glücklich, wobei sich putzigerweise die Erwartungen mit jedem guten Ergebnis verschieben. Zieht man aber einen Vergleich mit Saisonbeginn, als wir außerhalb der Top-10 waren… allerdings habe ich mir selbst etwas mehr erhofft", haderte Gerloff mit dem zweiten Hauptrennen. "Im Superpole-Race fühlte ich mich mit den Rennreifen so gut, dass ich für das lange Rennen etwas Besseres für möglich gehalten habe. Die Pace ganz vorn war aber sehr hoch – und ich am Limit."
Was macht Razgatlioglu besser? Trotz Trainingsrückstand fuhr der WM-Leader in Aragon drei zweite Plätze ein und vergrößerte seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf den WM-Zweiten Bulega auf 39 Punkte. "Toprak hat dieses Feingefühl, um das letzte Prozent zu finden. Es kommt aber auch etwas auf die Tagesform an", überlegte Gerloff. "Am Samstag hatte ich das Gefühl, auf seinem Level zu sein und vielleicht sogar das bessere Paket zu haben. Am Sonntag hat er aber wieder etwas gefunden, was ihn besser machte – vielleicht passte der andere Vorderreifen besser zur BMW, wir sind dagegen beim selben Reifen wie im ersten Lauf geblieben. Und er ist halt ein verdammt guter Rennfahrer. Er pusht übers Limit und stürzt dabei nicht."
In der Gesamtwertung verbesserte sich Gerloff in Aragon um eine Position auf den neunten WM-Rang. Auf seinen BMW-Kollegen Michael van der Mark (8.) hat der US-Amerikaner 46 Punkte Rückstand, auf Yamaha-Pilot Remy Gardner (10.) neun Punkte Vorsprung.
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