Toprak-Manager Sofuoglu: «MotoGP-Chance 50 Prozent»
Mit drei Siegen in Portimao meldete sich BMW-Star Toprak Razgatlioglu in der Superbike-WM eindrucksvoll im Titelkampf zurück. Manager Kenan Sofuoglu verriet SPEEDWEEK.com, wie es um die Zukunft des Champions steht.
Nach dem schwierigen Saisonstart in Australien, Toprak Razgatlioglu brachte von Phillip Island lediglich 20 WM-Punkte heim, während Vizeweltmeister Nicolo Bulega aus dem Ducati-Werksteam alle drei Rennen gewann, schlug der Türke beim Europa-Auftakt in Portimao am vergangenen Wochenende eindrucksvoll zurück: Pole-Position mit Streckenrekord, hart erkämpfte und knappe
Die grandiosen Leistungen von Razgatlioglu waren in den vergangenen Tagen nicht das Einzige, womit er für Schlagzeilen sorgte. Am Mittwoch vor den Rennen in Portugal hatten mehrere Websites verkündet, der 28-Jährige hätte mit Honda einen Vertrag für die MotoGP-WM 2026 unterschrieben.
Toprak war köstlich amüsiert. "Ich weiß nicht, wer das verbreitet hat", grinste der inzwischen 60-fache Laufsieger, der damit den großen Carl Fogarty (59) überflügelt hat. "Das ist nicht wahr, aber lustig. Ich habe sehr gelacht, sogar mein Bruder hat mich angerufen. Ich habe auch ihm gesagt, dass das nicht wahr ist. Ich bin frei für nächstes Jahr, weiß aber noch nicht, wie es weitergeht. Ich weiß nicht, ob ich mit BMW weitermache oder nicht."
Kaum hatte Razgatlioglu
Einige Experten meinen: Das wäre der richtige Zeitpunkt für Razgatlioglu umzusteigen. Denn 2027 bekommt die Königsklasse nicht nur neue technische Regeln mit einer Hubraumreduktion auf 850 ccm, beschnittener Aerodynamik und weniger Fahrhilfen, dann wird auch Einheitsreifenlieferant Michelin durch Pirelli ersetzt.
Doch der zweifache Superbike-Champion wird am 16. Oktober 2025 bereits 29 Jahre alt. Wenn die MotoGP-WM 2027 beginnt, ist er 30. In diesem Alter haben die meisten MotoGP-Fahrer bereits ihr Karriereende vor Augen.
SPEEDWEEK.com fragte bei Topraks Manager Kenan Sofuoglu nach, was an den Gerüchten dran ist. Der fünffache Supersport-Weltmeister war hörbar bemüht, die Wogen zu glätten.
"Was seine Zukunft betrifft, ist nichts klar", betonte Sofuoglu. "Es sieht so aus, als würde es in der MotoGP zwei Möglichkeiten für Toprak geben. Im Moment fokussieren wir uns aber mehr darauf, den zweiten Titel mit BMW zu gewinnen. Wir sind nicht gut in die Saison gestartet und müssen uns auf den Superbike-Titel und weitere Siege konzentrieren. So wie in Portimao – Toprak ist zurück! Aber natürlich beginnt bald mein Job festzuzurren, wo Topraks Zukunft liegt. Derzeit beziffere ich die Chancen mit 50:50 für MotoGP und Superbike."
Sofuoglu hat in der Vergangenheit unterstrichen, dass für seinen Schützling in der MotoGP-WM nur eine Werksmannschaft in Frage kommt – also auch kein werksunterstütztes Satellitenteam wie Tech3 KTM, Pramac Yamaha, Trackhouse Aprilia oder LCR Honda. Und auch keine Ducati aus dem Gresini- oder VR46-Team, wo er ohnehin nicht auf der Wunschliste steht.
In der MotoGP-WM sehen wir Werksteams der fünf Hersteller Aprilia, Ducati, Honda, KTM und Yamaha, neun von zehn dieser Fahrer haben einen Vertrag bis Ende 2026. Einzige Ausnahme ist Honda-Pilot Luca Marini, sein Kontrakt endet nach dieser Saison.
Ob Sofuoglu an der Prämisse MotoGP-Werksteam festhält, ließ er sich nicht entlocken.
Fest steht: BMW wird alles unternehmen, um Razgatlioglu zumindest für 2026 an Bord zu halten. Denn wo der bayrische Hersteller ohne den Red-Bull-Athleten mit seinen 82 Punkten stünde, offenbart der WM-Stand schonungslos: ROKiT-Teamkollege Michael van der Mark ist mit 26 Zählern lediglich Zehnter.
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