Miller reißt der Geduldsfaden – BMW und Honda hoffen
Yamaha-Pilot Jack Miller hat mit seinen Aussagen am Donnerstag bei der MotoGP in Ungarn für zahlreiche Schlagzeilen gesorgt. An seiner Situation für die Superbike-WM ändert das nichts.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Spätestens, seit sich Yamaha Ende Mai mit Superbike-Champion Toprak Razgatlioglu für die MotoGP-WM 2026 und 2027 geeinigt hat, ist klar, dass mindestens einer der diesjährigen Pramac-Piloten Jack Miller und Miguel Oliveira seinen Platz räumen muss. Oliveira hatte eine Option auf automatische Vertragsverlängerung für 2026. Doch weil er zu einem bestimmten Zeitpunkt der Saison im WM-Stand der schlechteste des Yamaha-Quartetts war und immer noch ist, greift diese nicht. Der Vertrag von Miller endet regulär nach dieser Saison. Als zweitbester Yamaha-Fahrer hinter Fabio Quartararo macht sich der Australier aber Hoffnungen auf den Verbleib.
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Miller zog in seinem Mediengespräch am Donnerstag im Balaton Park ordentlich vom Leder und machte dem Ärger über seine unklare Situation Luft. "Ich kenne die Strategie von Yamaha nicht. Aber ich habe andere Optionen und werde diese nun ziehen müssen. Hier im Paddock gibt es keine Plätze, ich habe lange genug gewartet. Entweder man will mich weiter haben, oder man will mich nicht haben – so einfach ist das." Dass Miller vor dem Wochenende so aufbrauste, ist verwunderlich – Yamaha hat seine Strategie in den vergangenen Monaten klar kommuniziert. Zuerst hieß es, die Entscheidung bezüglich des zweiten Fahrers neben Razgatlioglu werde bis zum Beginn der Sommerpause am 20. Juli in Brünn getroffen. Dann wurde die Frist auf den 24. August verlängert, um die Rennen auf dem Red Bull Ring in Spielberg und am ungarischen Plattensee in die Beurteilung mit einfließen lassen zu können. Denn neben Miller und Oliveira macht sich auch Moto2-WM-Leader Manuel Gonzalez Hoffnungen auf den Platz bei Pramac.
Miller behauptet, wohl um auf Yamaha Druck auszuüben, er könne nicht mehr warten, weil sonst seine Optionen in der Superbike-WM zerrinnen. Doch das stimmt so nicht. Die interessierten Werksteams von BMW und Honda wissen seit Wochen, dass sie die Yamaha-Entscheidung im MotoGP-Paddock abwarten müssen, da Miller den Verbleib in der Prototypen-WM immer als Priorität tituliert hat. Gleichzeitig wäre der 30-jährige Australier der mit Abstand namhafteste Anwärter und steht sowohl bei BMW als auch Honda oben auf der Wunschliste.
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Was für Honda spräche: Die Japaner können Miller einen mehrjährigen Vertrag anbieten. Im Gegensatz zu BMW: Beim deutschen Hersteller gibt es bislang keinen Vorstandsbeschluss zum Verbleib in der Superbike-WM über 2026 hinaus.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Ähnlich ist es bei Ducati: Dass es mit Partner Aruba auch nach 2026 weitergeht, ist beschlossen, aber noch nicht vertraglich fixiert. Entsprechend könnte das Team Stand heute ebenfalls nur einen Jahresdeal vorlegen. Erschwerend kommt hinzu: Ungefähr Dreiviertel des vorhandenen Fahrerbudgets wurde für Nicolo Bulega ausgegeben. Finanziell sind die Plätze bei Honda und BMW für Miller deutlich reizvoller.
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