Malilla-GP: Schlägerei und öffentliche Drohungen

Von Ivo Schützbach
Speedway-GP
Weltmeister Tai Woffinden gewann den Speedway-GP in Malilla in überragender Manier und ist damit jetzt auch alleiniger WM-Leader. Für hitzige Diskussionen sorgten andere.

Nach den mageren sechs Punkten in Prag war sich Martin Smolinski sicher, in Malilla an seine Form von Saisonbeginn anknüpfen zu können, als er in Auckland gewann und auch in Bromberg und Tampere bis ins Halbfinale fuhr. Doch der Bayer hat schlechte Starts und es mangelte ihm insgesamt an Speed. Mit lediglich drei Punkten wurde er Vorletzter, nur der nach seiner Knieverletzung völlig außer Form fahrende Pole Krzysztof Kasprzak war mit null Punkten schlechter.

Die Rennstrecke im Südosten Schwedens mitten im Wald ließ vom ersten Heat an atemraubenden Speedway-Sport zu.

Für viel Gesprächsstoff sorgte das zweite Halbfinale, in dem Nicki Pedersen in der letzten Kurve der letzten Runde Matej Zagar spektakulär abräumte. Zagar zog sich selbst unter den Airfences hervor, rappelte sich auf und schlug Pedersen gegen den Helm. Der Däne konterte mit einem Fußtritt. Im Fahrerlager marschierte Zagar zur Box des Dänen und geigte ihm die Meinung. Pedersen hatte nur ein Grinsen für ihn übrig und verabschiedete ihn mit den Worten «Fuck you».

Moralisch im Recht dürfte es für Zagar trotzdem eine heftige Sportstrafe setzen, da er als Erster handgreiflich wurde. Im polnischen Fernsehen bedrohte er Pedersen anschließend öffentlich: «Ich kriege diesen Schwanz schon noch. Er kann sich hinter seinem Manager verstecken wie er will, ich kriege ihn.»

Entgegen der Einblendung im Fernsehen wurden Zagar und Pedersen in dem Lauf nicht als Dritte und Vierte gewertet, womit der Slowene einen Punkt erhalten hätte, sondern beide als ausgeschieden. Punkte gibt es im Speedway-GP nur, wenn ein Fahrer die vier Runden mit funktionstüchtigem Motorrad korrekt beendet.

Woffinden jetzt alleiniger WM-Leader

Jaroslaw Hampel und Chris Holder qualifizierten sich aus besagtem zweiten Halbfinale für das Finale, wo sie auf Tai Woffinden und Greg Hancock trafen. Niels-Kristian Iversen und Kenneth Bjerre schieden im ersten Halbfinale aus.

Im Finale gewann der 44-jährige Hancock souverän den Start, doch schon ausgangs der zweiten Kurve zog der viel schnellere Woffinden außen an ihm vorbei. Hinter Woffinden und Hancock duellierten sich Holder und Hampel, der Australier konnte sich in der letzten Kurve innen knapp durchsetzen.

Mit seinem dritten Grand-Prix-Sieg nach Prag 2013 und 2014 übernahm Woffinden die alleinige Führung in der Weltmeisterschaft, er liegt nun einen Punkt vor Hancock. Nicki Pedersen, Chris Holder, Matej Zagar und Darcy Ward liegen auf den Rängen 3 bis 6 nur vier Punkte auseinander. Martin Smolinski ist in der Gesamtwertung von Rang 9 auf 11 abgerutscht.

Ergebnisse Speedway-GP Malilla/S:

1. Tai Woffinden (GB), 17 Punkte. 2. Greg Hancock (USA), 16. 3. Chris Holder (AUS), 15. 4. Jaroslaw Hampel (PL), 13. 4. Niels-Kristian Iversen (DK), 11. 6. Nicki Pedersen 11. 7. Kenneth Bjerre (DK), 10. 8. Matej Zagar (SLO), 9. 9. Peter Ljung (S), 7. 10. Darcy Ward (AUS), 6. 11. Troy Batchelor (AUS), 5. 12. Chris Harris (GB), 5. 13. Fredrik Lindgren (S), 5. 14. Andreas Jonsson (S), 4. 15. Martin Smolinski (D), 3. 16. Krzysztof Kasprzak (PL), 0.

1. Halbfinale: 1. Woffinden. 2. Hancock. 3. Iversen. 4. Bjerre.

2. Halbfinale: 1. Hampel. 2. Holder. Zagar S/D. Pedersen S/D.

Finale: 1. Woffinden. 2. Hancock. 3. Holder. 4. Hampel.

Stand nach 5 von 12 Läufen: 1. Woffinden, 63 Punkte. 2. Hancock 62. 3. Pedersen 55. 4. Holder 55. 5. Zagar 52. 6. Ward 51. 7. Iversen 46. 8. Hampel 44. 9. Lindgren 43. 10. Kasprzak 42. 11. Smolinski 40. 12. Jonsson 35. 13. Bjerre 32. 14. Batchelor 26. 15. Chris Harris 17.

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