Saiger: «Jetzt fehlt nur noch die Tourist Trophy!»

Von Helmut Ohner
Strassensport Sonstiges
Horst Saiger

Horst Saiger

Nach einschlägigen Erfahrungen auf den Strassenrennstrecken von Schleiz, Terlicko und Macao verschlug es Horst Saiger heuer zum North West 200.

Mit einem lockeren Gespräch mit Tourist-Trophy-Legende John McGuinness beim Langstreckenklassiker Bol d’Or begann für Horst Saiger das Abenteuer North West 200. Der Österreicher wollte von seinem Rennfahrerkollegen wissen, warum er in Magny-Cours so langsam fahre. McGuinness erwiderte sinngemäss, dass er gedenke, noch länger zu leben. Saiger konterte mit der Aussage «Dort, wo du zu fahren pflegst, sind die Überlebensaussichten bei einem Fehler nicht besonders hoch.» Der Brite liess diesen Einwand nicht gelten: «Komm doch zum North West 200 mit und verschaffe dir selbst einen Eindruck.» McGuinness stellte sich in den Dienst der Sache und half Saiger bei der kurzfristigen Organisation.

Der in Liechtenstein lebende Steirer fand sich gleich mit dem 14,44 Kilometer langen Dreieckskurs zwischen den Städten Portrush, Portstewart und Coleraine im Norden Irlands zurecht. «Für Neulinge wurde ein Sondertraining angesetzt, um die Strecke kennenzulernen. Ich habe gleich einen guten Rhythmus gefunden, und im ersten offiziellen Training ist mir gleich eine Zeit unter fünf Minuten gelungen», berichtete Saiger. Im zweiten Superbike-Training, das im für Irland typischen Regen abgehalten wurde, konnte der regierende Schweizer Meister der Klasse Superstock 1000 mit Platz 7 beeindrucken. «Wenn es auch im Rennen regnet, traue ich mir durchaus zu, unter die Top-10 zu fahren», zeigte sich der Kawasaki-Fahrer zuversichtlich.

Dass es im ersten Superstock-Rennen, das am Donnerstagabend über die Bühne ging, nicht erwartungsgemäss lief, lag an einigen Fahrfehlern und einer falschen Reifenwahl. «Gleich in der ersten Kurve habe ich mich verbremst. Nach der langen Geraden ist mir in der zweiten Kurve dasselbe Missgeschick passiert. Ich musste einen Umweg über die Wiese und den Gehweg machen, um wieder auf die Strecke zu kommen. Auch in der Schikane vor Start und Ziel musste ich in den Notausgang. Ich hatte richtig Glück, dass ich nicht gestürzt bin. Zu allem Überdruss haben wir noch den falschen Vorderreifen montiert.» Mit dem 16. Platz durfte Saiger trotzdem zufrieden sein, hatte er sich mit diesem Resultat doch inmitten der Strassenrennsportelite etabliert.

Am Samstag sollte es bei strahlendem Wetter und vor einer beeindruckenden Zuschauerkulisse noch besser laufen. Nach einem fehlerfreien Superbike-Rennen, das ebenfalls Platz 16 brachte, machte Saiger im zweiten Rennen der Superstock-Maschinen auf seine fahrerischen Qualitäten aufmerksam. Rundenlang kämpfte er gegen Strassenkursspezialisten, und am Ende sah Saiger auf dem hervorragenden 10. Platz die Zielflagge. Auch im abschliessenden Hauptrennen lag er bereits in den Top-10, ein von einem Stein durchschlagenes Helmvisier beendete in der vierten Runde die Fahrt. «Insgeheim habe ich mich schon auf das Preisgeld gefreut, als Bruce Anstey vor mir einen Stein aufgewirbelt hat. Zuerst wusste ich nicht, was los war. Ich konnte mit Glück mein Motorrad ohne Sturz zum Stillstand bringen. Ausser einer blutenden Platzwunde ist gottlob nichts passiert.»

«Diese Veranstaltung ist einzigartig und die Strecke unglaublich. Es ist schwer zu beschreiben. Man fliegt mit mehr als 300 km/h über eine holprige Landstrasse und versucht permanent die Räder am Boden und das Motorrad auf der Strecke zu halten und nicht abgeworfen zu werden. Nach den Trainingseinheiten am Dienstag und Donnerstag gibt es jeweils einen Ruhetag und man kann in den örtlichen Pubs mit seinen Fans, Mechanikern und den anderen Teilnehmern einen gemütlichen Abend verbringen, ohne auf die Uhr schauen zu müssen, und man hat Zeit, den zahlreichen Sehenswürdigkeiten in dieser traumhaften Umgebung einen Besuch abzustatten. Wir werden auf alle Fälle wiederkommen», so Saiger abschliessend.

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