SuperEnduro-WM: Bolt auf Titelkurs, Letti erstmals 2.

Von Thorsten Horn
Billy Bolt fuhr wieder einmal überragend gut

Billy Bolt fuhr wieder einmal überragend gut

Nach seinem Sieg bei der Vorschlussrunde der SuperEnduro-WM in Bulgarien steht Billy Bolt kurz vor dem neuerlichen Titelgewinn. Manuel Lettenbichler feierte als Tageszweiter sein bestes Saisonresultat.

Auch beim sechsten von sieben Events zur SuperEnduro-WM war gegen Billy Bolt kein Kraut gewachsen. Wie beim Saisonauftakt im französischen Lievin holte der Brite in Bulgariens Hauptstadt Sofia das Punktemaximum.

Da der regelmäßige Zweite Jonny Walker einen Abend zum Vergessen erlebte, führt der Husqvarna-Pilot nun mit 59 Punkten Vorsprung die Tabelle an. Am nächsten Samstag steht das Finale in Bolts Heimat auf dem Programm. Bei noch 63 zu vergebenden Punkten besteht seine Aufgabe darin, in der kommenden Woche nicht krank zu werden, sich nicht zu verletzen und die Halle in Newcastle zu finden.

Beim ersten Wettstreit um Punkte, der Superpole, drehten sechs der sieben Teilnehmer optisch ähnliche Runden, deren Zeiten dann tatsächlich um weniger als eine Sekunde differierten. Als Letzter betrat Bolt die Bühne, die fortan wieder seine werden sollte. Zunächst markierte er mit einem wahren Tanz über die Hindernisse eine neue Bestzeit, die 2,6 Sekunden unter jener des Zweitplatzierten, des Polen Dominik Olszowy, lag.

Im ersten Heat zog Bolt den Holeshot, Walker und Lettenbichler reihten sich nur im Mittelfeld ein. Als Olszowy in Mitch Brightmore hineinsprang und beide zu Boden gingen, rückte Lettenbichler auf Rang 3 vor und zog wenig später auch am bis dahin zweitplatzierten Eddie Karlsson vorbei. Hinter diesem wurde Walker nur Vierter, womit er erneut etliche Punkte auf Bolt verlor. Der zweite Deutsche in der Klasse Prestige, Tim Apolle, wurde im Zwölferfeld Neunter.

Im mittleren Reverse-Grid-Heat fügte sich Bolt in sein Startplatz-Schicksal und reihte sich ohne jegliches Risiko am Ende des sehr engen Start-S am Ende des Feldes ein. Das hielt ihn aber nicht davon ab, weiterhin absolut unspektakulär noch vor Rennmitte bis an die Spitze vorzudringen und erneut zu gewinnen. Letti fuhr ebenfalls mit Köpfchen und ohne wilde Aktionen sicher auf Platz 2. Anders Walker, der nach langem Hängen und Würgen im Mittelfeld wenigstens noch Vierter wurde. Apolle war anfangs Zweiter und führte nach Will Hoares Sturz sogar eine Zeit lang. Vor allem in den letzten zwei Runden ließ er sich allerdings noch bis auf Platz 7 durchreichen.

Der finale Lauf sah Bolt wieder schnell an der Spitze, wobei er diesmal alle bis inklusive des Sechstplatzierten überrundete und mit fast einer halben Minute Vorsprung gewann. «Das war ein großartiger Abend. Mit der maximalen Punktzahl hätte ich mir nichts Besseres wünschen können. Ich habe das Fahren genossen, und die Strecke hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mir das Beste für den dritten Heat aufgehoben. Sobald ich vorne war, konnte ich hart pushen und einen Vorsprung herausfahren», meinte der Engländer zu seiner erneut sensationellen Leistung.

Und weiter: «Natürlich freue ich mich auf mein Heimrennen am kommenden Wochenende, ich bin neben dem Stadion aufgewachsen. Mein Vorsprung in der Meisterschaft ist sehr groß, was den Druck, meinen vierten Titel in Folge zu holen, etwas mildert.»

Nachdem Lettenbichler im dritten Heat Diego Vieira niedergerungen hatte und damit Zweiter war, baute er einen Schnitzer in seine Fahrt ein, der ihn wieder ins Mittelfeld zurückwarf. Am Ende kämpfte er sich bis auf Platz 4 nach vorne, mit dem er seinen ersten zweiten Tagesrang dieser Saison sicherstellte.

«Ich bin begeistert von meinem zweiten Platz. Ich bin gut gefahren und habe kaum Fehler gemacht. Meine ersten beiden Rennen waren sauber und ich hatte eine gute Pace. Auch wenn ich im letzten Rennen einen Fehler gemacht habe und Vierter geworden bin, wurde ich Zweiter in der Tageswertung, worüber ich sehr glücklich bin», bilanzierte der Bayer vom Team Red Bull KTM Factory Racing.

Jonny Walker tat sich auch im dritten Heat extrem schwer, dümpelte ewig im Mittelfeld herum und wurde Fünfter. Damit landete er in der Tageswertung punktgleich mit dem Dritten Will Hoare auf dem vierten Rang.

Bei den Junioren sicherte sich Ashton Brightmore mit Punktemaximum den Tagessieg und distanzierte so seinen WM-Widersacher Suff Sella um etliche Punkte. Der Israeli wurde mit oder trotz viel Pechs nur Tagesdritter, sodass mit dem Nordlicht Milan Schmüser der zweite Tagesplatz an einen Deutschen ging.

WM-Stand Prestige nach 6 von 7 Läufen:

1. Billy Bolt (GB), Husqvarna, 364 Punkte
2. Jonny Walker (GB), Beta, 305 (-59)
3. Manuel Lettenbichler (D), KTM, 240 (-124)
4. William Hoare (GB), Beta/Rieju, 208 (-156)
5. Mitchell Brightmore (GB), GASGAS, 191 (-173)
6. Dominik Olszowy (PL), Rieju, 191 (-173)
7. Diogo Vieira (P), GASGAS, 168 (-196)
8. Eddie Karlsson (S), Husqvarna, 152 (-212)
9. Tim Apolle (D), Beta, 146 (-218)
10. Alonso Trigo Fernandez (E), Sherco, 93 (-271)

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