DTM-Horrorcrash: «Die Ärzte waren schockiert»

Von Andreas Reiners
Die Bilder waren furchteinflößend, doch Gary Paffett und Mike Rockenfeller kamen vergleichsweise glimpflich davon. Ob Rockenfeller in Moskau fahren kann, ist aber noch offen.

Gary Paffett und Mike Rockenfeller konnten den Horrorcrash am Sonntag beim achten Saisonrennen gemeinsam verarbeiten. Der Mercedes-Routinier und der Audi-Pilot wurden zusammen in einem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht, zu weiteren Untersuchungen. Die ergaben, dass beide unter dem Strich Glück im Unglück hatten. Paffett zog sich einige Prellungen zu, Rockenfeller erlitt einen Mittelfußbruch.

«In dem Moment waren wir ein Team. So ein Unfall verbindet zwei Menschen irgendwie miteinander», sagte Paffett nach dem Megacrash, der zum zwischenzeitlichen Abbruch des Rennens geführt hatte. Der Brite gab zu, dass die Bilder erschreckend gewesen seien.

Er sagt über die Sekunden des Unfalls, die sich wie Minuten anfühlten: «Jamie Green und ich berührten uns leicht. Durch die Bodenwellen verlor ich die Kontrolle. Dann war ich nur noch Passagier und hatte zwei extrem harte Einschläge in die Mauer und dann erwischte ich auch noch Mike. Das war angsteinflößend. Es war, als würde dieser Unfall nie aufhören. Es ging immer weiter und weiter.» Paffett flog mit rund 250 km/h ab.

Als alles vorbei war, musste er erst einmal durchatmen. «Ich musste erst einmal eine Minute stillsitzen, mich sammeln und in mich hineinhorchen, ob alles in Ordnung ist. Da hätte wirklich viel passieren können», so Paffett. Der völlig zerstörte Mercedes sah tatsächlich nach schlimmeren Folgen aus. «Die Ärzte waren schockiert, wie schnell ich bei dem Unfall war. Die haben sich auch gewundert, dass ich keine Verletzungen habe.»

Rockenfeller hatte der Einschlag komplett unvorbereitet getroffen. «Die Wucht war enorm. Zum Glück sind die Autos sicher. Es tut alles ein bisschen weh. Es hat einen Schlag getan, das war ziemlich heftig. Ich habe nullkommanull damit gerechnet. Das ist dann immer noch ein bisschen blöder», sagte der Meister von 2013, der trotz des Schocks recht schnell merkte, dass mit seinem Fuß etwas nicht stimmt.

Bei ihm war das Problem, dass ihm das Kupplungspedal beim Crash gegen den linken Fuß schlug. Der Fuß befand sich dabei noch auf dem Bremspedal, als er in der Grundig-Kehre einlenkte. «Man muss sich vorstellen, dass das Pedal wie eine Stahlplatte ist. Wenn der Fuß daneben ist und es knallt dir einer in die Fahrertür, dann ist das schon eine Wucht. Es war Glück im Unglück, trotzdem ein bisschen Pech», sagte Rocky.

Natürlich dachte Rockenfeller auch sofort an das kommende Rennwochenende in Moskau (21. bis 23. Juli). Ob er dort fahren kann, ist noch offen. Er hat als Gesamtachter 54 Punkte auf dem Konto, der Führende Mattias Ekström 89. Klar ist: Fällt Rockenfeller in Russland aus, war es das mit dem Titel.

Er muss nun zwei, drei Tage abwarten, bis die Schwellung weg ist. «Zum Glück braucht man den linken Fuß eigentlich kaum im Rennauto, nur zum Losfahren. Ich denke, dass wir eine Lösung finden, wenn alles optimal läuft. Aber das ist im Moment schwer abzuschätzen, das kann man noch nicht zu 100 Prozent sagen», sagte er. Eine Operation ist nicht ausgeschlossen. «Ob eine Schraube rein muss, wird man entscheiden. Jetzt muss man einfach hoffen, dass es schnell und gut heilt und sich nichts verschiebt, wenn man es nicht operiert. Es ist grundsätzlich nichts Dramatisches, aber für meine Saison kann es dramatisch sein.»

 

 

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