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DTM-Existenzkampf: So hart trifft die Krise die Teams

Motorsport in Zeiten des Coronavirus ist eine heftige Herausforderung, vor allem für Teams wie Phoenix Racing. Wir haben mit Teamchef Ernst Moser gesprochen.

DTM

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Es ist die Ungewissheit, die zermürbt. Das bange Warten. Die begrenzten Möglichkeiten, denn die ganze Situation ist so neu wie beängstigend. Keiner weiß, wie es mit dem Coronavirus weitergeht. Wie schlimm es wird, welche Auswirkungen es hat. Nicht nur gesundheitlich, sondern auch beruflich.

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Ernst Moser weiß es auch nicht. Dabei ist der Teamchef des Traditionsteams Phoenix Racing bereit, endlich loszulegen, der März ist der Monat, in dem die Renneinsätze starten. Doch der Virus hat erst einmal den Stecker gezogen und den Betrieb lahmgelegt. Ausgebremst, quasi von jetzt auf gleich.

Gewehr bei Fuß

"Wir sind Gewehr bei Fuß, können aber nicht ausrücken. Heißt: Wir schweben irgendwo im nirgendwo", sagt Moser im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. Er ist so, wie man ihn aus der DTM kennt: Besonnen, aber fokussiert. Er strahlt Ruhe aus, bleibt dabei realistisch. Denn Covid-19 bedroht sein Unternehmen, und das massiv. Das Ganze ist eine neue Krise, eine große Unbekannte. Die Folgen? Nicht abzusehen.

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Sein Rennteam, eine GmbH mit einem Umsatz von sechs Millionen Euro im Jahr, gibt es seit 1999, er beschäftigt inzwischen 30 Mitarbeiter, viele seit vielen Jahren. Seit 2000 ist Phoenix in der DTM dabei, zunächst für Opel, seit 2006 dann mit Werksunterstützung von Audi. Zweimal gewann man den Fahrer-, einmal den Teamtitel.

Parallel betreibt Moser mit seiner GT-Abteilung auch Kundensport. Diese Sparte trifft es bereits jetzt hart, dort muss er erste Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken.

Denn klar: Er kann im Moment nicht liefern. "Deshalb habe ich keine Einkünfte. Die Kosten laufen aber weiter. Durch Kurzarbeit kann ich das ein wenig abfedern", sagt er.

Er vergleicht sich mit der Event-, Reise- oder Gastronomiebranche: "Wir werden das eine gewisse Zeit überbrücken können, aber da sprechen wir von zwei Monaten. Die bekommen wir hin. Doch danach muss es weitergehen, sonst werden wir das wahrscheinlich nicht überstehen. Was dann sicher vielen Firmen so gehen wird", sagt Moser.

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Finanzielle Rettungsschirme

Möglichkeiten gibt es, Regierung und Länder spannen finanzielle Rettungsschirme wie zum Beispiel durch Kredite der Förderbank KfW. Das soll unkompliziert und schnell über die Bühne gehen, damit Unternehmen wie Phoenix Racing liquide bleiben. Um die Zeit zu überbrücken, bis es wieder anläuft.

Wann auch immer das sein wird, denn die Infektionszahlen steigen in Europa weiter an, auch in Deutschland. Am Sonntag erst wurden die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus durch die Bundesregierung und die Länder angezogen, die Menschen sollen vor allem eines: Zuhause bleiben.

Für mittelständische Unternehmen ist das mehr als eine Nagelprobe. Moser weiß: "Eine GmbH ohne Liquidität kann Insolvenz bedeuten. Was wiederum bedeutet, dass ich nicht mehr Herr im Hause bin. Heißt: Ein Insolvenzverwalter erklärt mir, was zu tun ist. Das ist für mich das No-go, weshalb ich versuche, das jetzt schon zu verhindern. Und um den Betrieb am Leben zu erhalten." Um vor allem auch seine Mitarbeiter zu schützen.

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Immerhin: Die DTM-Abteilung ist durch den Vertrag mit Audi vorerst abgesichert. Einnahmen fallen durch die Zwangspause trotzdem weg, denn gefahren wird auch in der Tourenwagenserie nicht. Wann wieder Normalität einkehrt, ist offen. Frühestens im Juni, wohl eher später. Für mittlere und kleine Teams kann dies das Aus bedeuten.

Krise nach der Krise

"Durch die Absicherung kann ich die Abteilung aber für eine gewisse Zeit aufrechterhalten. Es geht zwei, drei Monate, aber wenn man 30 Arbeitsplätze hat, ist es unmöglich, das noch länger zu überbrücken", sagt Moser, der als Unternehmer aber auch schon jetzt zwei, drei Schritte weiterdenken muss: "Wie kann ich mir ein Polster ansammeln, um über die Nachphase zu kommen? Denn jetzt haben wir eine Krise, aber es wird auch eine Krise nach der Krise kommen."

Krisen gab es im Motorsport schon immer, die bekam das Team bislang aber stets gemeistert. "Das ist mit Abstand die schwierigste Situation und die größte Herausforderung", sagt Moser: "Man konnte das sonst immer beeinflussen oder es betraf nicht den ganzen Betrieb. Dass die ganze Firma stillgelegt wird, habe ich so noch nie erlebt. Das Schlimme: Ich kann nichts dagegen tun."

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Es ist die Ungewissheit, die zermürbt.

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