Massive Reuter-Kritik: Berger schießt scharf zurück

Von Andreas Reiners
DTM
Gerhard Berger

Gerhard Berger

Manuel Reuter hatte zuletzt massive Kritik an DTM-Chef Gerhard Berger geäußert. Der schießt nun gegen Reuter zurück, weil er glaubt, die Aussagen seien politisch motiviert.

Politik gehört zum Motorsport dazu. Das weiß auch DTM-Chef Gerhard Berger. Er reagiert im Interview mit SPEEDWEEK.com dann auch relativ entspannt, als er mit der Kritik von Ex-Champion Manuel Reuter konfrontiert wird.

Bergers Herangehensweise: Die Interessen hinter den Aussagen verstehen, um zu unterscheiden, ob die Aussagen tatsächlich eine Meinung oder aber von Politik getrieben sind.

Für Berger ist der Fall bei Reuter klar. «Man hat mir gesagt, dass sich Manuel Reuter beim DMSB beworben hat, um der Nachfolger von Ex-Präsident Hans-Joachim Stuck zu werden. Daher gehe ich davon aus, dass seine Aussagen politisch motiviert sind», sagte Berger. Seit dem Rücktritt von Stuck im Februar ist die Position beim DMSB vakant.

Reuter hatte sich in den Streit zwischen ADAC und ITR eingeschaltet, in dessen Zuge Berger das GT Masters unter anderem als «Hobby-Rennmeisterschaft» bezeichnet hatte. ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk hatte sich in dem Zoff öffentlich nur einmal geäußert und dabei Bergers GT3-Idee kritisiert. Reuter erklärte, Berger spalte, polarisiere, sei nicht zugänglich, blocke ab und verbreite Dinge in der Öffentlichkeit, die nicht der Wahrheit entsprächen.

Vorwürfe, zu denen Berger trotzdem Stellung beziehen wollte. Man merkte dabei trotz aller Gelassenheit allerdings schon, dass ihn die Vorwürfe beschäftigt haben.

«Ich polarisiere? Ich finde, es ist in Ordnung, dass jemand das sagt, was er denkt, auch wenn er dabei polarisiert. Ich spalte? Ich spalte gar nichts. Das von Manuel Reuter angesprochene ADAC GT Masters hat im Vergleich zur DTM – was Zuschauer- oder TV-Zahlen angeht – wenig Relevanz. Die DTM ist seit 30 Jahren das Kernstück des deutschen Motorsports. Nicht zugänglich? Ich habe gar nicht gewusst, dass er mit mir reden wollte. Aber mit den maßgeblich involvierten Leuten rede ich sehr wohl öfters und ausführlich, auch unter anderem mit Hermann Tomczyk vom ADAC. Wir kommen nicht immer auf einen gemeinsamen Nenner, verstehen aber beide Seiten», erklärte Berger.

Mit dem Thema Unwahrheit habe er aber ein Problem, so Berger. «Aber da hat er wahrscheinlich mit meiner Ex-Frau gesprochen. Sie ist die Einzige, die sagen kann, dass ich hier und da mal die Unwahrheit gesagt habe. Aber ich wüsste nicht, wo ich in dieser Geschichte die Unwahrheit gesagt habe.»

Im Streit mit dem ADAC ist von vielen Seiten immer wieder eine Zusammenarbeit angeregt worden, anstatt dass die DTM mit der Neuausrichtung auf Basis eines GT3-Reglements für Konkurrenz im deutschen Motorsport sorgt. Reuter meinte, er habe gehört, dass es Vorstöße vom ADAC gab, etwas gemeinsam auf die Beine zu stellen, Berger hätte aber abgeblockt.

«Das stimmt auch nicht», sagte Berger. «Ich weiß nicht, woher seine falschen Informationen stammen. Hermann und ich haben uns sehr wohl ausführlich über einen gemeinsamen Vorstoß und über Synergien unterhalten. Aber die Geschäftsmodelle und Formate unterscheiden sich einfach zu sehr. Daher haben wir noch keinen gemeinsamen Ansatz gefunden. Der ADAC-Ansatz ist Breitensport und ich habe jetzt auch mitbekommen, dass dort auch einige wenige Profis am Start sind», so Berger, der, wie man sieht, weiterhin die eine oder andere Spitze einfließen lässt.

Ziel beider Serien müsse es sein, möglichst viele Möglichkeiten für die Fans in Deutschland zu schaffen, so Berger: «Am Ende entscheiden sowieso die Fans und die Teilnehmer, also der Markt.»


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