Unterschiede GT3 vs. Class 1: Du fühlst das Auto mehr

Von Andreas Reiners
DTM
Die aktuelle DTM ist bald Geschichte

Die aktuelle DTM ist bald Geschichte

Die DTM wird 2021 mit einem GT3-Reglement fortgesetzt. Doch was sind die Unterschiede zu den jetzigen Autos und welche Folgen hat das? Wir haben nachgefragt.

Die DTM wird weiter bestehen, allerdings mit einem neuen Reglement und neuen Autos. GT-Pro ist offiziell das Zauberwort, mit dem Gerhard Berger seine Serie in die Zukunft führen will. Der Österreicher ist von seinem Konzept, das auf einem GT3-Reglement aufsetzt, überzeugt. Auch wenn die aktuelle Class-1-Generation nach nur zwei Saisons schon wieder Geschichte sein wird.

«Wir haben mit den Class-1-Autos tolle Rennwagen, aber sie sehen fast alle gleich aus und durch die Einheitsmotorenkonzepte klingen sie auch annähernd gleich. Ich bin mir sicher, dass wir mit dem neuen DTM-Reglement eine große Markenvielfalt für die Startaufstellung bekommen, das war bisher unsere große Schwäche. Das Konzept wird den Fan mitten ins Herz treffen», sagte Berger im Interview mit SPEEDWEEK.com.

Er glaubt: «Der Fan verlässt sich darauf, dass man ein Reglement macht, mit dem es spannende Rad-an-Rad-Duelle gibt. Dann geht er mit. Und wenn er es gesehen hat, wird er sich entscheiden, ob er es besser findet oder nicht.»

Fakt ist: Er wird große Unterschiede sehen.

Ganz generell sind GT3-Autos Sportwagen, die man auch auf der Straße wiederfindet, und keine Prototypen wie die heutigen DTM-Autos, die mit einem Serienauto nicht mehr viel gemein haben.

«Die Basis für ein GT3-Auto ist ein Serienfahrzeug, das umgebaut wird zu einem Rennfahrzeug. Es hat einen sehr hohen Sicherheitsstandard und die Performance spielt auch eine große Rolle», sagte Sat.1.-Experte Martin Tomczyk. Mit den GT3-Sportwagen wollen die Autobauer die Brücke von der Straße zum Rennsport schlagen, was bei den Kunden für noch mehr Identifikation sorgen soll.

«Der größte Unterschied ist das Gewicht», sagte BMW-Pilot Philipp Eng SPEEDWEEK.com. Ein DTM-Auto wiegt rund 1000 Kilogramm, ein GT3-Auto etwa 1300 Kilogramm. «Du hast bei einem GT3-Auto außerdem ein normales Chassis und kein Carbon-Monocoque, dafür deutlich mehr Abtrieb im DTM-Auto, was du beim Bremsen, Beschleunigen und in Highspeed-Kurven merkst.»

Daneben hat ein GT3-Auto Traktionskontrolle und ABS. «Die Fahrhilfen sind aber eher Netz und doppelter Boden, man nutzt das nicht komplett», so Eng. Außerdem haben DTM-Autos Carbon-Bremsen im Vergleich zur Stahlbremse im GT3-Auto, «was auch nochmal einen Unterschied macht. Das DTM-Auto ist eine richtige Rennmaschine, aber im GT3-Boliden macht es genauso viel Spaß, du fühlst das Auto mehr, weil es sich mehr bewegt durch den geringeren Abtrieb», so Eng.

Welches Auto ist schwieriger zu fahren? «Das GT3-Auto am Limit zu bewegen ist etwas schwieriger, weil es weniger Abtrieb hat, es rutscht mehr. Das Limit eines DTM-Autos ist klarer», so Eng.

Ein weiterer Unterschied: Ein DTM-Auto leistet rund 600 PS, mit Push-to-Pass sind sogar 640 PS möglich. Ein GT3-Auto kommt auf 550 PS. «In Hockenheim benötigst du mit dem GT-Auto 1:38 Minuten, mit dem DTM-Auto sind wir gute zehn Sekunden pro Runde schneller», sagte Eng, der glaubt, dass dieser Punkt für den Zuschauer gar nicht so wichtig ist. «Wichtig ist, dass du dir in die Kisten fahren kannst. Wenn es auf Kontakt geht, macht es Spaß zum Zuschauen, das will der Fan sehen. Enges Racing eben», so Eng.


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