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GT3-DTM: «Stars fahren nicht für 5,80 Euro im Kreis»
Die Finanzierung der Teilnahme an der neuen GT3-DTM durch die Teams ist eine der noch offenen Fragen. Timo Scheider glaubt, dass auch die Fahrer Abstriche machen müssen.
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Die Coronakrise hat auch den Motorsport hart getroffen, und dabei auch zahlreiche Fahrer. Ein Beispiel von vielen ist Daniel Juncadella. Der Spanier war 2019 der beste Fahrer von Neueinsteiger Aston Martin, war Team-Leader, spielte seine ganze DTM-Erfahrung gewinnbringend für sich aus, hatte sich ein gewisses Standing erarbeitet.
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Bis Aston Martin im Februar von jetzt auf gleich von der Bildfläche verschwand, aus der DTM ausstieg. Juncadella blieb bei R-Motorsport an Bord, doch die Schweizer entschieden wegen der Krise, 2020 keine Einsätze zu fahren. Und Juncadella musste umplanen, er gab im Juli bekannt, dass er sich nach anderen Optionen umschauen werde. Eine davon: Mit dem 10Q Racing Team trat er beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an.
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"Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was der für leuchtende Augen hatte, dass er wieder ein Rennauto fahren konnte", berichtete Sat.1-Kommentator Eddie Mielke im ran-Motorsport-Podcast.
All das aber in einem anderen Umfeld. "Der hatte bei R-Motorsport einen Aston Martin als Dienstfahrzeug, bei Mercedes einen Mercedes, und jetzt am Nürburgring einen Elektroroller. Und er hat genauso gefroren wie alle anderen auch, die haben sich in einem 10-Mann-Zelt versorgt", berichtete Mielke. Eine Rückkehr zu einer gewissen Motorsport-Romantik abseits der ganzen Hospitalitys der großen Autobauer.
Mielke glaubt, dass die romantische Sichtweise klappen kann, die abgespeckte Version, der pure Motorsport. "Die Abstriche sind im Motorsport angekommen. Da zählte als Motivation: Ich will nach einem Jahr wieder Rennen fahren. Dem war es scheißegal, dass ihm keiner den Schirm gehalten hat", so Mielke. Umgewöhnen müssen sich auch einige Fahrer aus der DTM, glaubt der zweimalige Meister Timo Scheider. Er verrät, dass 70 bis 80 Prozent der Verträge in der DTM auslaufen. Werksverträge, die je nach Fahrer gut dotiert sind. Wir hatten zuletzt berichtet, dass der Kampf um die Cockpits läuft, und dass es für einige Fahrer schwierig werden könnte.
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Denn ein auslaufender Vertrag bringe wiederum die Hersteller in eine gute Verhandlungslage, so Scheider: "Die lehnen sich zurück und sagen: Wenn du noch fahren willst, machen wir das für minus 80 Prozent von der letzten Gage und dann kannst du dir immer noch überlegen, ob du fährst.‘ Die Zeit im Motorsport ändert sich brutal, wir müssen uns alle anpassen und zu anderen Gagen ‚Ja‘ sagen oder zu Hause bleiben." Audi und BMW hatten angekündigt, mit den aktuellen Werksfahrern zu sprechen und zu vermitteln, wenn ein Team Interesse an dem Piloten hat. Wie dann die Finanzierung des Gehalts läuft – das ist aktuell unklar. Scheider ist skeptisch bei der Frage, wer das alles bezahlt. "Das sollen die Teams und die Sponsoren. Ich bin immer noch sehr kritisch, wie das funktionieren soll", sagte er. Zwei, drei oder vier Teams gebe es, die das könnten, so Scheider: "Dann stellt sich aber die Frage: Haben wir noch das alte Niveau? Haben wir noch Topfahrer? Oder müssen die kleinen Teams aufgrund der Finanzprobleme auf Müller, Meier, Schulze setzen? Haben die Teams die Chance, sich die Namen aus der DTM leisten zu können, um den Reiz für den Fan zu setzen?"
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Er geht aber auch davon aus, dass einige Fahrer Kompromisse eingehen müssen. "Wenn du nichts mehr auf dem Tisch hast, bist du zu vielen Dingen bereit. Aber Timo Glock, Mike Rockenfeller oder René Rast, die einen gewissen Luxus in ihrem Leben haben, die fahren nicht für 5,80 Euro im Kreis", so Scheider: "Wenn du aber keine Optionen hast und darauf angewiesen bist, dann musst du solche Dinge vielleicht auch tun. Es wird sich zeigen, wer wie kompromissbereit ist."
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