Super Mann aus dem Wald: Die Ehe von Abt und Ekström

Von Andreas Reiners
DTM
2004 und 2007 wurde Ekström mit Abt DTM-Champion

2004 und 2007 wurde Ekström mit Abt DTM-Champion

Mattias Ekström und Abt Sportsline waren in der DTM ein äußerst erfolgreiches Gespann. Jetzt kommt es für die Extreme E zu einer Reunion. Aus nachvollziehbaren Gründen.

Die Wahl war logisch. Denn Mattias Ekström bringt alles mit. Der 42-Jährige ist ein alter Hase im Motorsport, kennt alle Tricks, auch die schmutzigen. Vor allem aber ist er ein hervorragender Entwicklungsfahrer. Und: Er kennt das Team Abt Sportsline in- und auswendig, schließlich arbeitet er seit 22 Jahren mit dem Kemptener Rennstall zusammen.

Für die Extreme E wird diese Zusammenarbeit nun wieder vertieft, Ekström geht für Abt Cupra XE, wie das Team in der Elektro-Rennserie wegen der Zusammenarbeit mit der Performance-Marke von Seat heißt, an den Start. «Es fühlt sich gut an, wieder für sie zu fahren. Es macht Spaß, wenn man über die Jahre viel zusammen erlebt hat und mit einer Truppe zusammenwachsen kann», sagt Ekström.

Ekström und Abt: Das war so etwas wie Liebe auf den ersten Blick. Der Schwede wurde Hans-Jürgen Abt 1999 empfohlen, als «ein super Mann, der mitten aus dem Wald kommt, aber sauschnell ist», wie CEO Hans-Jürgen Abt einmal erzählte.

Ekström selbst hatte von Anfang an Spaß, auch wenn er Abt nicht immer folgen konnte. «Sein Bayrisch ist ja kein Deutsch, und mein Deutsch war damals noch nicht so gut. Was mich beeindruckt hat, war der Abt-Ehrgeiz, immer gewinnen zu wollen.»

Beim Super-Tourenwagen-Cup durfte der Schwede das erstmals beweisen und machte die Stammfahrer lang. Er hat seinen Chef auf Anhieb beeindruckt, es hat aber bis 2001 gedauert, bis er ihm ein Cockpit besorgen konnte. Seitdem ist es eine feste Beziehung. Mit Höhen und Tiefen, wie im richtigen Leben.

Kleine und große Tragödien

Das Duo hat eine Menge zusammen erlebt, bis 2004 als Privatteam, dann mit Werksunterstützung durch Audi, ab 2006 im Duell mit Mercedes, ab 2012 dann auch gegen BMW.

Dazwischen Erfolge, Skandale wie der Zwischenfall mit der Wasserflasche, dazu kleine und größere Tragödien. Wie der verpasste dritte Titelgewinn 2017, als Ekström beim Finale noch von René Rast abgefangen wurde. Anschließend trat Ekström nach 197 Rennen, 23 Siegen, 77 Podestplätzen und zwei Titeln aus der DTM zurück.

Seit 2019 ist Ekström Markenbotschafter für Cupra, 2020 gab es in der Rallycross-WM nochmal Unterstützung durch Abt, abgerissen ist der Kontakt zu der Mannschaft um Teamchef Thomas Biermaier oder Technikchef Florian Modlinger, die sich im Vergleich zur letzten Saison in der DTM kaum verändert hat, nie.

Was Abt und Ekström eint: der Ehrgeiz, der Humor. Beide sind emotional, schlechte Verlierer. Deshalb passen sie wohl auch so gut zusammen. Abts Highlights: «Die Meisterschaft 2002 als Privatteam gegen Mercedes und Opel. Da mussten wir alle Register ziehen. Oder der Titelgewinn 2004, als der Ekström aus dem Wald die großen Namen in Grund und Boden gefahren hat, bis sie geweint haben.»

Mit allen Wassern gewaschen

Was man immer wieder hört - neben den legendären Abt-Partys - ist der Begriff der «harten Abt-Schule». Das Team ist ohne Frage mit allen Wassern gewaschen, greift auch schon mal in die Trickkiste, wenn es sein muss. Ekström hat bei seinem Rallycross-Team EKS als Teamchef viele Dinge umsetzt, die er unter Abt gelernt hat.

Die Frage aller Fragen lautet aber: Wie hält man es so lange zusammen aus? Ganz einfach: Wenn man gewisse Grundwerte und die gleiche Basis hat, kann man einen Streit überleben. «Jeder weiß, was in der Beziehung zu tun ist», so Abt.

Das wird auch 2021 in der Extreme E so sein. Deshalb war die Wahl vor allem eines – logisch.

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