Formel-E-Mann kommt: DTM tauscht den Renndirektor aus

Von Andreas Reiners
Scot Elkins

Scot Elkins

Die DTM geht mit einem neuen Renndirektor in die neue Saison. Die Rennserie holt sich in Scot Elkins Kompetenz auf den Posten.

Die DTM wird mit einem neuen Renndirektor in die neue Saison gehen: Der 51 Jahre alte US-Amerikaner Scot Elkins ersetzt auf dem Posten Niels Wittich. Das teilte die ITR am Donnerstag mit.

Dass diese Personalie eine Reaktion auf die Kritik an der Rennleitung aus der vergangenen Saison ist, wies die ITR auf Nachfrage allerdings zurück. Wittch stellt sich neuen Herausforderungen beim Automobil-Weltverband FIA. Die sind zeitlich nicht mit dem Job des Renndirektors in der DTM vereinbar.

Die Rennleitung stand 2021 vor allem im Saison-Endspurt im Mittelpunkt – und dabei im Kreuzfeuer der Kritik. Der Vorwurf: Viele Strafen seien nicht konstant oder nicht nachvollziehbar. Wie der Rempler von Kelvin van der Linde gegen Liam Lawson in Hockenheim, wofür der Südafrikaner eine Fünf-Sekunden-Strafe bekam.

Beim Finale am Norisring ließ die Rennleitung Lawson straffrei davonkommen, nachdem der Neuseeländer im Rennen am Samstag Philip Ellis gedreht hatte. Die Folge war eine Posse mit Protest des Ellis-Teams Winward, der erst am Sonntag zurückgezogen wurde. Für den Abschuss von Lawson wiederum bekam van der Linde eine Fünf-Sekunden-Strafe. Reichlich Futter für die Kritiker.

Timo Scheider zog zuletzt im ran-Podcast ein deutliches Fazit: «Die Konstanz und die Bewertung der verschiedenen Situationen der Rennleitung und der Rennkommissare ist ein großes Manko in diesem Jahr gewesen. Da ist dieses Jahr einige Male etwas schiefgelaufen und da verstehe ich jeden einzelnen, der sich aufregt.» Was natürlich nicht nur am Renndirektor liegt. Scheider schlug deshalb als Lösung «eine Konstante in Sachen Stewards» vor, «am besten noch in Sachen Driver-Advisor». Ein immer wieder angeführtes Argument: Sitzen Ex-Fahrer in der Rennleitung, wird die Bewertung einzelner Szenen einfacher.

Jede Menge Erfahrung

Die erste Veränderung gibt es zunächst an der Spitze. Elkins bringt ab 2022 viele Jahre Erfahrung im Motorsport mit, als stellvertretender Renndirektor der Formel 1, der Formel 2 und der Formel 3. Aktuell ist er Renndirektor der Formel E.
Der Amerikaner führt eine 15-köpfige Delegation des Automobilclub von Deutschland an. Der AvD fungiert auch im kommenden Jahr als Sportorganisator der DTM, DTM Trophy, DTM Classic und weiterer Rahmenrennserien der DTM-Plattform.

Bei Kalender-Überschneidungen mit der Formel E wird ihn Oliver Grodowski als Renndirektor vertreten, was nach aktuellem Stand bei den Rennen in Portimão (Portugal) sowie am Norisring nötig sein wird. Als Stellvertreter steht Christian Vormann in beiden Rennserien zur Seite.

«Die DTM-Plattform bietet einzigartiges Racing mit nur einem Fahrer pro Auto und dem Start in DTM-Formation. Ich denke, ich bringe einen etwas anderen Ansatz durch meine Erfahrungen aus den USA mit, hoffe aber, dass sich dadurch nur wenig ändert und die Entscheidungen fair und konsistent bleiben. Für mich geht es im Rennsport vor allem um Menschen, deshalb freue ich mich darauf, im DTM-Umfeld neue Kollegen, Fahrer und Teams kennenzulernen», sagt Elkins.

Lutz Leif Linden, Generalsekretär des AvD, ist trotz der Kritik an einigen Entscheidungen der Rennleitung mit ersten Saison in der DTM ich «sehr zufrieden. Niels Wittich möchte ich herzlich für seinen Einsatz und die gute Zusammenarbeit danken. Seine hohe Kompetenz steht außer Frage und wir freuen uns, wenn sich unsere Wege wieder kreuzen. Stellvertretend für das Team des AvD wünsche ich Niels viel Erfolg für seine neuen, höchst spannenden Aufgaben bei der FIA.»

«Scot Elkins strahlt eine unglaubliche Präsenz aus und zeigt enorm großes Engagement bereits bei der Vorbereitung der neuen Saison. Mit seiner ganzen Erfahrung wird er die DTM und die DTM Trophy bereichern und prägen. Davon sind wir überzeugt», sagte DTM-Manager Frederic Elsner. «Für die international wachsende Plattform ist Scot Elkins die richtige Neuverpflichtung. Und auch mit Blick in die Zukunft sind wir uns sicher, dass er mit all seiner Expertise im elektrifizierten Motorsport eine Bereicherung für die weitere Entwicklung der DTM Electric ist.»

Bereits in der vergangenen Woche hatte Scot Elkins bei der Überarbeitung des DTM- und DTM Trophy-Reglements für die Saison 2022 seine Expertise eingebracht.


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