Rockys Teamchef Moser: «Fast immer das Richtige»

Von Andreas Reiners
DTM
Phoenix-Teamchef Ernst Moser mit Champion Mike Rockenfeller

Phoenix-Teamchef Ernst Moser mit Champion Mike Rockenfeller

Er ist der Mann hinter Mike Rockenfellers Titelgewinn: Phoenix-Teamchef Ernst Moser im Interview mit SPEEDWEEK.COM über den DTM-Champion, Erfolgsgeheimnisse und graue Haare.
Ernst Moser, wie ist Ihre Gefühlslage nach Rockys Titelgewinn?

Es ist schön, wenn man für seine Arbeit belohnt wird. Da haben wir viele Jahre drauf hingearbeitet. Innerhalb von drei Jahren zwei Mal die Meisterschaft zu gewinnen ist mehr als ich erwartet habe. Ich bin unwahrscheinlich stolz auf meine Mannschaft und auf mich.

Dann verraten Sie doch bitte mal das Erfolgsgeheimnis…

(Lacht). Das wäre ja schlecht, sonst würden es die anderen vielleicht kopieren. Im Ernst: Konsequente Arbeit und eine gute Mannschaft hinter mir. Die Zusammenarbeit und die Qualität meiner Mannschaft ist der Schlüssel zum Erfolg. Ich muss versuchen zu steuern, dass die richtigen Leute am gleichen Strang ziehen. Und dann brauchen wir natürlich einen Fahrer der das umsetzt. Und Rocky war derjenige, der es umgesetzt hat. Er hat im Rennen die Pace gehabt, um die ganzen Strategien und Taktiken zum Erfolg zu bringen. Ohne einen schnellen Fahrer müssen wir nicht über Strategien reden.

Was zeichnet ihn als Fahrer aus?

Seine Schnelligkeit und in diesem Jahr seine Nervenstärke und besonnene und souveräne Art und Weise in Rennen, in denen er nicht schnell genug war, nicht in unsinnige Kämpfe zu gehen, sondern die Punkte zu holen. Diese Cleverness, zusammen mit seiner Schnelligkeit und der Fähigkeit, mit den Optionsreifen umgehen zu können waren die entscheidenden Punkte.

Wie würden Sie ihn als Menschen charakterisieren?

Ein bodenständiger und unglaublich netter Mensch. Mit ihm würde ich in Urlaub fahren und meine Freizeit verbringen. Er ist fokussiert und will etwas erreichen. Da gibt er alles für.

Dieter Gass sagte, Audi sei allgemein nicht aussortiert gewesen am Anfang der Saison. Warum hat das bei Ihnen auf Anhieb geklappt?

Die beiden Tests vor der Saison waren für uns unheimlich gut. Auf der Basis sind wir gestartet und sind davon nicht mehr weggegangen. Wir haben uns mit zwei neuen Leuten verstärkt. Sie haben meine Mannschaft in punkto Simulation und Analyse so verstärkt, dass wir nie an etwas gezweifelt haben. Das, was wir uns erarbeitet haben, haben wir konsequent verfolgt.

Mit welchem Ziel sind Sie denn in die Saison gegangen?

Ziel war natürlich wie im letzten Jahr bester Audi zu werden. Doch wenn man in die Meisterschaft geht, will man diese natürlich gewinnen. Dann muss aber auch alles passen. Nach Hockenheim waren wir uns nicht ganz sicher, dort wurden wir unter Wert geschlagen. Ab dann haben wir aber schnell gelernt, wie man mit den neuen Regularien das Bestmögliche herausholt. Von da an haben wir auch fast immer das Richtige gemacht.

Mike meinte, der Norisring und der Nürburgring seien die Schlüsselrennen gewesen. Wo war Ihrer Meinung nach der Knackpunkt?

Ja, das sind die entscheidenden Rennen, um die Meisterschaft zu gewinnen. Die beiden Rennen waren für uns ganz wichtig, um im Titelkampf zu bleiben. Alle anderen Teams haben aufgehorcht: ‚Oh, wie haben die das geschafft?‘. Wir haben uns die Position geschaffen, dass uns niemand mehr unterschätzt. Jeder hat dann Respekt vor uns gehabt. Siege wie in Brands Hatch von der Pole sind schön, werden aber erwartet.

Wie viele graue Haare haben Sie heute noch bekommen?

Die ersten Runden nach dem vermeintlichen Frühstart und der darauf folgenden Untersuchung waren sehr hart. Aber danach waren wir sehr zuversichtlich. Ich habe gedacht, dass wir sogar gewinnen können. Wir sind aber auf Nummer sicher gegangen. Außerdem hat uns Timo (Scheider) unterstützt und Geleitschutz gegeben. Das hat er super gemacht. Wir mussten das Ding dann nur noch nach Hause fahren.

Es ist noch offen, in welchem Programm er im nächsten Jahr für Audi fährt. Was tun Sie, damit er nächstes Jahr weiter DTM fährt?

Ich glaube, da muss man nicht viel machen. Als Meister muss man seinen Titel verteidigen. Und das will er auch sehr gerne machen. Da muss man wenig Überzeugungsarbeit leisten. So einen Titel genießt man. Und man genießt es auch, im nächsten Jahr mit der Nummer eins den Titel zu verteidigen. Ich glaube, er kommt wieder. Da bin ich mir ziemlich sicher.

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