24h Le Mans: ERC Ducati brennt auf Renncomeback

Von Helmut Ohner
Endurance-WM
Jezek, de Puniet, Rossi

Jezek, de Puniet, Rossi

Für das Ende August stattfindende 24-Stunden-Rennen in Le Mans konnte das Team ERC Endurance Ducati Randy de Puniet verpflichten. Er wird neben Julien Da Costa und Louis Rossi die Ducati Panigale V4R steuern.

Die Bestätigung ist da: Das 24-Stunden-Rennen für Motorräder wird am letzten August-Wochenende unter Ausschluss der Öffentlichkeit gefahren. Damit hat ERC Endurance Ducati Planungssicherheit für den zweiten Härtetest mit der Ducati Panigale V4R. Randy de Puniet, der beim Bol d’Or wegen seiner Verpflichtung als TV-Kommentator in der MotoGP verhindert ist, konnte diese Woche für den Einsatz in Le Mans verpflichtet werden. Er wird mit seinen französischen Landsleuten Julien Da Costa und Louis Rossi das Motorrad fahren. Der Tscheche Ondrej Jezek wird als Ersatzfahrer Gewehr bei Fuß stehen.

Nach dem Ducati-Debüt bei den 8 Stunden von Malaysia im Dezember 2019, hat sich kein Rad in einem Endurance-Wettbewerb mehr gedreht. Die 24 Stunden von Le Mans, die eigentlich Mitte April 2020 hätten stattfinden sollen, sind auf das letzte August-Wochenende verschoben worden. Das Team ERC Endurance Ducati hat die Zeit seit Malaysia genutzt, um die dort gewonnenen Erkenntnisse über das neue Langstrecken-Motorrad aus Borgo Panigale weiterhin auf die Bedürfnisse und Ansprüche eines Langstreckenbewerbs vorzubereiten. Eine weitere Chance, die Ducati Panigale zu testen, wird das Team Mitte Juli beim offiziellen Test in Le Mans erhalten, ehe es Ende August dann ernst wird.

Als Fahrer sind Rossi und Jezek weiterhin an Bord geblieben, Da Costa war in Malaysia noch Teil der ebenfalls von ERC eingesetzten BMW Sepang Racing Mannschaft und wechselt nun auf die italienische Edel-Marke. De Puniet hatte eigentlich lediglich das Acht-Stunden-Rennen in Sepang (Malaysia) fahren sollen, ist sich jetzt aber mit dem Team erneut einig geworden, um in Le Mans die 24-Stunden-Hatz, das entgegen der bekannten Startzeit von 15.00 Uhr dieses Mal bereits um 12.00 Uhr MESZ gestartet wird, auf sich zu nehmen.

«Das sind tolle News, ich bin wirklich froh, dass ich dieses Jahr in Le Mans fahren kann – und wieder mit Ducati», freut sich der frühere MotoGP-Pilot. «Nach dem Rennen in Sepang habe ich gesehen, dass das Motorrad unglaubliches Potenzial hat und ich wollte wieder damit fahren. Vorerst einmal ist das jetzt nur für Le Mans. Wir haben auch die Reifenmarke gewechselt und fahren jetzt Michelin, das wird uns auch helfen und wir können das Motorrad weiterentwickeln. Ich denke, dass wir schneller als in Sepang sein werden. Ich bin gespannt, wie das Motorrad seither verbessert wurde. Sicher wird es aber sehr komisch werden, ohne Fans zu fahren – aber das Wichtigste ist, dass wir überhaupt fahren. Eurosport und Le Mans haben einen guten Kompromiss gefunden, damit wir fahren können und das wird sicher eine gute Show im TV abgeben, sodass die Fans uns auch verfolgen können – das ist gut! Ich hoffe, dass wir irgendwo nahe am Podest ins Ziel kommen – das wäre großartig!»

«Ich glaube es ist jedem bewusst, dass wir so eine lange Pause ohne Rennen noch nie hatten. Man spürt förmlich, wie man von Tag zu Tag unruhiger und aufgeregter wird – und die Bestätigung nun, dass Le Mans gefahren wird, ist eine willkommene Zusatzmotivation, das Training noch einmal zu intensivieren. Ich kann es jedenfalls kaum erwarten, mit der Panigale V4R wieder auf die Piste zu gehen. Beim Test werden wir uns vor allem erst einmal wieder an die Geschwindigkeiten gewöhnen müssen, aber wir haben sicher auch viele Teile und Dinge zu probieren, denn in Malaysia haben wir uns erst eine Grundbasis geschaffen, an der wir nun weiter feilen müssen», ist sich Rossi der schwierigen Aufgabe bewusst.

«Die lange Pause hat bei uns allen an den Nerven gezehrt, so viel ist einmal sicher. Ich kann mich daher nur anschließen, dass ich es kaum erwarten kann, endlich wieder Rennen zu fahren», pflichtet Julien Da Costa seinen Teamkollegen bei. «Le Mans ist bestätigt worden, auch wenn es natürlich für uns alle ein gespenstisches Gefühl sein wird, vor leeren Rängen zu fahren. Besonders freue ich mich aber, dass ich dann mein erstes Rennen mit der Ducati Panigale V4R fahren werde können. Wie wir schon in Malaysia gesehen haben, hat das Motorrad unglaubliches Potenzial und das Projekt ist noch sehr jung. »

«Endlich! So lange rumsitzen und kein Motorrad fahren, das habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gehabt», kann Ondrej Jezek das Ende der rennfreien Zeit kaum erwarten. «Wir sind alle unglaublich heiß, dass endlich gefahren werden kann und wir wieder auf unsere Ducati Panigale V4R steigen können. Le Mans wird hoffentlich der erste, richtige Härtetest, nachdem wir in Malaysia mit Regen und Rennunterbrechungen zu kämpfen hatten. Das Projekt ist weiterhin sehr jung, darum ist unser einziges und oberstes Ziel, am Sonntag, den 30. August 2020 um 12:00 Uhr die Zielflagge zu sehen.»

«Die lange Zeit des Wartens ist endlich vorbei und wir haben die Bestätigung, dass wir in Le Mans ohne Zuschauer das 24-Stunden-Rennen fahren können. Die Krise hat uns wirtschaftlich nicht oder nur wenig zu schaffen gemacht und wir konnten das Rennteam auch in vollem Umfang aufrechterhalten, um die Ducati Panigale V4R auf ihren nächsten Einsatz vorzubereiten. Jetzt brennen wir natürlich alle drauf, wieder auf die Rennstrecke zu gehen, erst zum Testen und dann zum Fahren. Le Mans ohne Zuschauer, das wird gespenstisch und es wird schon etwas fehlen, wenn einem nicht 100.000 Fans ihre Nationalhymne mitsingen, bevor um 12 Uhr der Startschuss fällt. Nach dem Ausstieg unseres ehemaligen Reifenpartners aus der EWC, haben wir natürlich einige Arbeit vor uns. An dieser Stelle geht aber schon ein großer Dank an die Firma Michelin, mit der wir uns auf eine Zusammenarbeit einigen konnten», ergänzt Teammanager Uwe Reinhardt.

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