Fernando Alonso spottet: «Wir haben halbe Formel 1»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Fernando Alonso

Fernando Alonso

​Nach Max Verstappen kommt das nächste Wunderkind: Lance Stroll hat als 18jähriger Formel-3-Pilot bei Williams unterzeichnet. McLaren-Honda-Star Fernando Alonso findet die moderne Formel 1 zu leicht.

Der zweifache Formel-1-Champion Fernando Alonso hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er mit den modernen GP-Rennern nicht viel anfangen kann. «Heute sind die Autos so langsam und derart mühelos zu fahren, dass du mit Training an der PlayStation und im Simulator für deine Aufgaben fast komplett gerüstet bist», klagt der Spanier gegenüber meinem Kollegen Chris Midland von f1i. «Früher war die Formel 1 etwas für Helden und echte Männer. Wenn du als Teenager 2003 oder 2004 einen GP-Renner hättest fahren wollen, dann hättest du dir zuvor tüchtig Kraft anfuttern und ordentlich trainieren müssen. Nun reichen ein paar Testtage im Winter, weil wir keine Formel 1 mehr haben, wir haben eine halbe Formel 1.»

Alonso will damit die fahrerische Qualität seiner Kollegen keineswegs in Abrede stellen: «Ich bin noch immer davon überzeugt, dass es die Besten in die Formel 1 schaffen. Aber was ein junger Fahrer nicht mehr braucht, das ist jahrelange Vorbereitung, um für die Formel 1 bereit zu sein. Wir mussten damals endlos den Nacken trainieren. Heute reichen zwei Rennen, dann sind die Jungs fit genug. Sie zeigen sofort Leistung.»

Alonso hat klar gemacht: Wenn ihm die neue Generation der 2017er Rennwagen nicht passt, dann wird er aus der Formel 1 verschwinden. Sein Alter spielt dabei keine Rolle, wie der Weltmeister von 2005 und 2006 betont: «Michael war 41, als er zurückkam, Kimi ist derzeit 37. Was wichtig ist: dass du Adrenalin in dir spürst.»

«Wenn ich Kart fahre, dann spüre ich das: Ich gehe auf die Bahn und lege eine Serie hin – 55 Sekunden, dann 55.2, 55.1, 55.0, 55.1 und so weiter, ich kann zwanzig Runden innerhalb von zwei Zehnteln fahren, kein Problem. Im Formel-1-Auto fahre ich eine 1:30er-Runde, dann 1:32, die Reifen bauen ab, dann bist du auf einmal bei 1:36, du holst dir neue Walzen ab und fährst wieder 1:29. Du kannst überhaupt nicht mehr so fahren, wie es dir dein Instinkt vorgibt.»

«Wir fahren, um zu sparen. Wir müssen mit den Reifen haushalten, mit dem Sprit, mit der Energie, das ist alles frustrierend. Endlich hat jemand auf die Fans gehört, die auch ungehalten sind, und wir sehen Änderungen für nächstes Jahr. Es gibt grosse Hoffnung, dass wir eine aufregendere Formel 1 haben, mit Autos, die schwieriger zu bändigen sind.»

Fernando Alonso hat seit Spanien 2013 keinen Grand Prix mehr gewonnen, sein Erfolgshunger ist umso grösser. «Du willst immer gewinnen. Selbst wenn ich auf den Tennisplatz gehe oder mit dem Kart auf die Bahn fahre. Klar erhoffe ich mir persönlich auch viel vom kommenden Jahr, aber ich denke an das grössere Bild – zum Wohle des Sports und für eine bessere Zukunft der Formel 1 muss sich endlich etwas ändern.»

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