Toto Wolff (Mercedes): Wahrheit über 6 heisse Themen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff

Mercedes-Motorsportdirektor Toto Wolff

Mercedes-Teamchef Toto Wolff spricht über die Dominanz seines Rennstalls, über umstrittene Aussagen von Lewis Hamilton und seinen neuen Vertrag sowie über das kommende Reglement 2021.

Es gibt viele heisse Themen an diesem ersten Grand-Prix-Wochenende des Jahres. Die wichtigste Frage vieler Fans vorweg: Wann endlich unterzeichnet Lewis Hamilton seinen neuen Mehrjahresvertrag bei Mercedes-Benz? Teamchef Toto Wolff im Fahrerlager des Albert Park Circuit von Melbourne: «Wir sind dabei, die letzten Themen auf die Reihe zu bekommen. Das neue Abkommen wird bald kommen.»

Anderer Aufreger, nach den ersten beiden Trainings nur im Ansatz erklärt: Wie stark ist Mercedes wirklich? Toto Wolff bleibt vage: «Wir hatten einen ziemlich guten Wintertest, aber letztlich bist du dir nie sicher, wie stark du bist. Fakt ist, dass jeder gute Lauf in einem Sport früher oder später endet. Dessen sind wir uns bewusst. Irgendwann kommt jemand, der das besser macht. Wir haben auch immer wieder in der Formel 1 beobachtet: Wenn ein Reglement über Jahre stabil bleibt, dann nähern sich die besten Teams einander an, die Abstände schrumpfen. Das passiert bereits heute. Wir sind wachsam. Jedes Jahr beginnt bei null, da helfen dir die Erfolge von früher nichts. Die Spitzenposition ist nichts, was wir als selbstverständlich betrachten. Ich bin auch der Überzeugung: Das Kräfteverhältnis wird sich verschieben, je nach Rennstrecke.»

Ein anderes heisses Thema: das kommende Reglement 2021. Viele Formel-1-Fans wünschen sich, dass mehr Rennställe um Siege mitreden können.

Toto Wolff meint: «Wenn wir zurückblicken, dann hatten wir immer zwei bis drei Rennställe, die sich an der Spitze tummelten. Aber das ist schon ein Thema, das wir für 2021 anpacken müssen. Die Fans wollen mehr Sieger, sie wollen eine Formel 1, in welcher ein Underdog an einem bestimmten Tag die Favoriten austricksen kann. Aber gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben und feststellen – Erfolg gründet in den entsprechenden Ressourcen. Es dauert Jahre, ein siegreiches Grand-Prix-Team aufzubauen und gewissermassen dieses riesige Schwungrad in Gang zu setzen. Das lässt sich nicht von einem Jahr zum nächsten stoppen. Aus diesem Grund sind die drei Top-Teams so stark. Das mittelfristig zu ändern, geht nur über eine Beschränkung der Ressourcen und gewiss nicht über Nacht.»

Anderer Aufreger: Lewis Hamilton hat davon gesprochen, dass er in der Formel 1 die Vielfalt vermisse. Auf Instagram hat der vierfache Champion geschrieben: «In den elf Jahren, in welchen ich Formel 1 fahre, hat sich so gut wie nichts geändert. Dabei hätten wir in diesem Sport so viele Jobs, die von Menschen ungeachtet ihres Hintergrunds oder ihrer Herkunft gemacht werden könnten.»

Bei anderer Gelegenheit liess der Mercedes-Star wissen: «Ich habe Familien aus Asien, aus Mexiko, ich habe schwarze Familien, die zu mir kommen und sagen – mein Kind möchte so sein wie du. Ich kann versichern: Als ich anfing, gab es nicht viele wie mich. Das macht mich sehr stolz. Sportler wie Venus und Serena Williams, wie Tiger Woods, sie haben mit der Tradition gebrochen und Grenzen niedergerissen.»

Daraus ist in britischen Blättern der Vorwurf konstruiert worden, die Formel 1 sei zu elitär und bleibe ethnischen Minderheiten wenig zugänglich. Was meint Toto Wolff zu den Aussagen von Hamilton? Der Wiener: «Ich finde – je vielfältiger, desto besser. Mehr Mitarbeiter aus ethnisch unterschiedlicher Herkunft, auch mehr Frauen im Sport, das ist die Zukunft.» Im Mercedes-Rennstall arbeiten übrigens Fachleute aus mehreren Dutzend verschiedener Nationen.

Bereits sprechen viele Berichterstatter vom möglichen fünften Titel für Lewis Hamilton, was ihn auf eine Stufe mit Juan Manuel Fangio hieven würde. Toto Wolff hört das nicht so gerne: «Wir sollten das nicht zu oft diskutieren. Generell ist es mir lieber, über Rekorde zu sprechen, wenn sie aufgestellt sind, nicht vorher.» So oder so sieht Wolff einen Lewis Hamilton, «der gut drauf ist, stark wie immer».

Heisse Köpfe gibt’s in Australien wegen Ferrari, die den FIA-Techniker Laurent Mekies verpflichtet haben. Der Franzose nimmt seine Arbeit im September auf. Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner wirft Ferrari vor, ein Abkommen unter Gentlemen gebrochen zu haben. Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene verteidigt sich, seine Firma sei nach gültigem Recht vorgegangen und habe nichts falsch gemacht.

Toto Wolff zu dieser Kontroverse: «Es ist doch gut für euch, wenn die Menschen verschiedener Meinung sind. Das gibt Schlagzeilen. Die FIA muss hier eine Lösung zum Wohle des Sports finden. Der Fall Mekies ist das beste Beispiel dafür, dass wir ein durchdachtes und engmaschiges Reglement brauchen.»

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