Günther Steiner: Kürzere Rennen statt Sprit sparen

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Haas-Teamchef Günther Steiner

Haas-Teamchef Günther Steiner

Haas-Teamchef Günther Steiner schlägt vor: «Wenn wir die WM-Läufe verkürzen würden, könnten die GP-Piloten das ganze Rennen angreifen und müssten keinen Sprit sparen. So würden wir mehr Überholmanöver sehen.»

In Texas musste das Haas-Team eine bittere Pille schlucken: Weil Kevin Magnussen bei seiner Fahrt auf den neunten Platz 100 Gramm zu viel Treibstoff verbrauchte, wurde der Däne nach dem Zieleinlauf von der Wertung ausgeschlossen. Hinterher schimpfte der 26-Jährige über das aktuell vorgeschriebene Benzinlimit von 105 kg, das für 2019 auf 110 kg angehoben wird.

«Es ist ein Witz, in der letzten Runde in Austin gab keiner von uns auf der Geraden Vollgas», klagte Magnussen, und beschwerte sich: «Das war gegen Ende kein Rennen mehr. Keiner hat angegriffen und keiner musste sich verteidigen. Was soll das noch mit Rennfahren zu tun haben? Das ist kein Racing!»

Haas-Teamchef Günther Steiner stimmt seinem Schützling zu: «Klar, wir waren nicht schlau genug, um das Spritlimit in Austin einzuhalten und ich suche auch keine Ausreden dafür. Wir haben hart gekämpft und nehmen die Konsequenzen hin. Aber ich denke, wenn wir die WM-Läufe verkürzen würden, könnten die GP-Piloten das ganze Rennen angreifen und müssten keinen Sprit sparen. So würden wir mehr Überholmanöver sehen, und zwar ohne grossen finanziellen Aufwand, weil so nichts neu konstruiert werden müsste.»

«Es würde schon reichen, die Rennen um drei Runden zu verkürzen, das würde alles ändern», ist sich der Südtiroler sicher. «Wenn man sich den Funkverkehr in der Formel 1 anhört, dann erkennt man, dass es in 80 Prozent der Kommunikation darum, Sprit zu sparen. Sollte sich jemand entscheiden, aus Strategie-Gründen mit weniger Sprit zu fahren, dann kann es natürlich auch bei einem kürzeren Rennen wieder zum Spritsparen kommen. Aber das wäre dann freiwillig.»

«In meinen Augen ist ein Rennauto dafür gebaut, ein ganzes Rennen zu bestreiten und nicht dafür gemacht, Sprit zu sparen», betont Steiner weiter. «Das ist meine Meinung, was das Rennfahren angeht, und wir könnten das auch locker erreichen. Ich denke, keiner würde etwas vermissen, wenn die Rennen drei Runden weniger lang dauern, vor allem wenn man sich anschaut, dass in diesen drei Runden ohnehin nur hinterhergefahren wird, weil jeder auf den Spritverbrauch achten muss.»

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