Toto Wolff lobt Ferrari: Statistik sagt das Gegenteil

Von Mathias Brunner
Formel 1
Toto Wolff und Sebastian Vettel

Toto Wolff und Sebastian Vettel

​Mercedes-Teamchef Toto Wolff glaubt, dass wir nach der Sommerpause ein ganz starkes Ferrari erleben werden. Doch ein Blick in die Statistik zeigt – Ferrari hat in Belgien und Italien nur selten geglänzt.

Als der heutige FIA-Präsident Jean Todt noch Ferrari-Teamchef war, meinte der Franzose einmal: «Mein grösster Antrieb ist die Angst – die Angst zu verlieren. Das treibt mich an, Tag und Nacht.» Ganz so drastisch formuliert es Mercedes-Teamchef Toto Wolff nicht, aber die Denke geht schon in eine ähnliche Richtung. Einmal habe ich Toto Wolff eine Frage über die Reifen gestellt. Sie begann mit den Worten: «Machst du dir Sorgen, dass …» Der Mercedes-Teamchef begann seine Antwort mit dem Satz: «Ich mache mir immer Sorgen.»

Der Wiener hat enormen Respekt vor der Konkurrenz, er ist immer auf der Hut, er weiss genau: Überheblichkeit ist der erste Schritt Richtung Niederlage. Ein wenig Zweckpessimismus kann nie schaden, und den Gegner stärker zu reden als er in Wahrheit ist, hat zwei Folgen – es ist ein starker Antrieb für den eigenen Rennstall, hellwach zu bleiben. Und vielleicht lässt sich der Gegner ja ein wenig einlullen und glaubt wirklich daran, konkurrenfähiger zu sein als eine nüchterne Betrachtung ergibt.

Jedenfalls blickt Wolff mit Sorgenfalten auf jene beiden Rennen, die nach der Sommerpause kommen: Spa-Francorchamps und Monza, beides sehr schnelle Rennstrecken. «Der Hungaroring hat nicht so gut zu Ferrari gepasst», sagt der erfolgreiche Rennstallchef. «Aber sie haben einen überaus kraftvollen Motor und ein windschlüpfiges Auto, also gehe ich davon aus, dass wir in Belgien und Italien ein ganz starkes Ferrari erleben werden. Ich gehe davon aus, dass wir vor zwei schwierigen Aufgaben stehen, und wenn wir in Belgien konkurrenzfähig sein wollen, dann müssen wir zulegen.»

Zur Erinnerung: Mercedes hat zehn von zwölf Rennen in diesem Jahr gewonnen, führt die WM überlegen an, Ferrari gleichzeitig ist ohne Saisonsieg.

Die WM-Läufe auf den Traditionsstrecken Spa-Francorchamps und Monza in der neuen Turbohybrid-Ära nähren jetzt nicht unbedingt Hoffnungen der Tifosi, dass Ferrari alles in Grund und Boden fahren wird. Hier ein kleiner Blick in die Statistik.

GP Belgien in Spa-Francorchamps

Mercedes
Alle 5 Pole-Positions seit 2014
(Nico Rosberg 2014 und 2016, Lewis Hamilton 2015, 2017, 2018)
3 Siege
(Hamilton 2015 und 2017, Rosberg 2016)
Ferrari
0 Pole-Positions
1 Sieg
(Sebastian Vettel 2018)

GP Italien in Monza

Mercedes
4 Pole-Positions
(Hamilton von 2014 bis 2017)
Alle 5 Siege
(Hamilton 2014, 2015, 2017 und 2018, Rosberg 2016)
Ferrari
1 Pole-Position
(Kimi Räikkönen 2018)
0 Siege

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