Formel 1

Pirelli-Reifen 2020: Vernichtendes Urteil der Fahrer

Von Adam Cooper - 02.11.2019 20:59

​Der Mailänder Reifenhersteller Pirelli hat den Formel-1-Fahrern am Freitag Prototypen der 2020er Reifen zur Verfügung gestellt. Nach den ersten Trainings in Texas zeigen sich die Fahrer ernüchtert.

Die Formel-1-Piloten haben am Freitag einen Vorgeschmack auf die 2020er Reifen von Pirelli erhalten. Das Mailänder Traditionsunternehmen hatte unmarkierte Walzen der Härte C4 nach Austin gebracht, jeder der zwanzig Fahrer erhielt davon zwei Sätze. Die meisten Fahrer haben diese Prototypen im ersten freien Training verwendet.

Ausführliche Tests mit den Mischungen der kommenden Saison sind auf Dienstag und Mittwoch nach dem WM-Finale von Abu Dhabi angesetzt, also am 3./4. Dezember auf dem Yas Marina Circuit. Die Fahrer sind ernüchtert: Die meisten von ihnen rapportierten mangelnde Haftung. Weltmeister Lewis Hamilton meinte sogar: «Die neuen Reifen? Vielleicht ist es am besten, wenn ich nichts darüber sage!»

«Nicht so gut», urteilte Nico Hülkenberg. «Aber mir ist nicht ganz klar, ob das an den Reifen an sich lag, an unserer Fahrzeugbalance oder an den eher klammen Temperaturen. Mit scheint auch, die Haftwerte an der Vorder- und Hinterachse waren nicht identisch.»

McLaren-Fahrer Carlos Sainz: «Das war unproduktiv. Die Reifen fühlten sich seltsam an, sehr schlecht.»

Sebastian Vettel: «Das war eine glatte Enttäuschung, denn ich erkenne keinen Fortschritt. Aber ich glaube nicht, dass daran noch etwas geändert werden kann.»

Charles Leclerc: «Die Reifen fühlen sich hart an, mein Auto rutschte mehr. Aber ich möchte mehr Kilometer damit fahren, um sie wirklich einzuschätzen.»

Romain Grosjean: «Ich erkenne keinen Unterschied. Also finde ich das ein wenig ernüchternd.»

Was sagt Pirelli-Rennchef Mario Isola zur Kritik?

Der Italiener sagt zu den Erkenntnissen der Fahrer: «Die Verhältnisse hier waren nicht repräsentativ. Wir müssen die Daten ansehen, um zu ergründen, wieso die Walzen nicht wie erwartet gearbeitet haben. Ja, es ist wahr, dass die neuen Reifen etwas weniger Haftung bieten, dafür sollten sie über einen längeren Zeitraum konstante Zeiten erlauben. Das war das Ziel.»

«Beim ersten Test hier dürfen wir nicht vergessen, dass die Autos nicht auf diese Konstruktionen angepasst worden sind. Die Teams mussten sich ja aufs Rennwochenende vorbereiten. Die Mischung ist anders, das Reifenprofil ist anders, das Verhalten ist anders. Da muss man schon am Set-up arbeiten, aber dazu war hier keine Zeit. Ich gehe davon aus, dass die Fahrer in Abu Dhabi zu anderen Erkenntnissen kommen.»

«Die negativen Kommentare haben mich nicht überrascht. Wenn die Rennställe mit den 2020er Autos kommen und sie der neuen Reifengeneration anpassen, dann wird ein anderes Bild entstehen.»


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