Formel 1

Ferrari SF1000 von Sebastian Vettel: Erste Bilder

Von Mathias Brunner - 11.02.2020 18:54

​Ferrari hat im Stadttheater Reggio Emilia den 2020er Rennwagen von Sebastian Vettel und Charles Leclerc enthüllt: Damit sollen der Deutsche und der Monegasse vom ersten Rennen 2020 an siegfähig sein.

Die neue rote Göttin ist da, sie heisst SF1000, für die stolze Scuderia Ferrari und das 1000. Rennen von Ferrari in der Formel 1. Im ehrwürdigen Stadttheater von Reggio Emilia ist der 2020er Rennwagen der Italiener enthüllt worden. Das Ziel von Teamchef Mattia Binotto: Sebastian Vettel und Charles Leclerc sollen mit dem SF1000 vom ersten Rennen an konkurrenzfähig sein – und folgerichtig ein Wörtchen mitreden können bei der Vergabe des WM-Titels.

Projektleiter Enrico Cardile und Aerodynamiker David Sanchez haben sich die Erkenntnisse von 2019 zu Herzen genommen: Der Ferrari hatte ohne Zweifel reichlich Motorleistung und war äusserst windschlüpfig, wie die Topspeed-Messungen zeigten. Aber in den Kurven waren Mercedes und Red Bull Racing-Honda besser, weil deren Auto mehr Abtrieb aufbaute. Das war der Hauptgrund dafür, dass Ferrari die ersten Saisonsiege erst nach der Sommerpause 2019 herausfuhr, mit Charles Leclerc in Belgien und Italien, dann mit Sebastian Vettel in Singapur.

Teamchef Mattia Binotto: «2019 war eine sehr intensive Saison, wir haben umstrukturiert. Dazwischen haben wir versucht, den Wagen schneller zu machen, und gewisse Fortschritte waren offensichtlich. Wir haben unsere Schwachstellen gemessen an den Autos der Konkurrenz erkannt und alles Menschenmögliche unternommen, um sie aus der Welt zu schaffen (die Schwachstellen, nicht die Konkurrenz, M.B.). Wir stehen vereint, wir sind konzentriert, wir arbeiten unermüdlich und gut, wir sind bis in die Haarspitzen motiviert. Wo uns das alles mit dem neuen Wagen 2020 hinbringen wird, weiss keiner.»

Der in Lausanne geborene Italiener bleibt davon überzeugt, dass nur wenig fehlt, damit Ferrari den Titel erobern kann. Binotto ist der Erste, der zugibt, dass 2019 zu viele Fehler gemacht wurden – beim Fahrzeugkonzept, bei der Standfestigkeit und in Sachen Rennstrategie. «Aber jeder Fehler ist auch eine Gelegenheit, etwas zu lernen. Ich finde nicht, dass wir gravierende Veränderungen brauchen. Ich sehe Ferrari noch immer als junges Team, das alles ist eine Sache der Erfahrung.»

Vor der Enthüllung des SF1000 unter den Augen von Piero Ferrari (Sohn des legendären Firmengründers Enzo Ferrari) und Ferrari-Präsident John Elkann sowie von 350 Mitarbeitern der Formel-1-Abteilung sagt Ferrari-CEO Louis Camilleri: «Wir sind hier alle, weil wir mit Millionen von Menschen die Leidenschaft für Ferrari teilen. Nur Ferrari kann solche Emotionen wecken. Wir sind uns der Verantwortung bewusst, welche wir auf unseren Schultern tragen. Wir sind sehr konzentriert auf das einzige Ziel – zu gewinnen.»

«Mit Verantwortung kommt Druck. Wir sehen diesen Druck positiv, denn er schweisst uns zusammen und inspiriert uns zu immer besseren Leistungen. Wir verlagen mehr von uns selber als jeder andere von uns fordern könnte. 2020 wird interessant. Wir haben eine lange Saison und viel Konkurrenz. Es ist auch deshalb ein interessantes Jahr, weil wir parallel zur Entwicklung des diesjähigen Wagens für 2021 ein komplett neues Auto bauen werden. Wir werden alle Hände voll zu tun haben.»

«Wir haben alle Fähigkeiten, den Biss und vor allem den Geist von Enzo Ferrari, um Erfolg zu haben. Ich habe den grössten Respekt vor der Arbeitseinstellung und dem Mannschaftsgeist von Teamchef Mattia Binotto, und ich weiss, dass wir auf Sebastian Vettel und Charles Leclerc zählen können.»

Mattia Binotto weiter: «Ein neues Auto zu zeigen, erzeugt immer besondere Gefühle. Nach gut einem Jahr Entwicklung bekommen die Menschen endlich unsere Arbeit zu sehen. 2020 ist kein Jahr wie jedes andere: Wir feiern 70 Jahre Formel 1, und Ferrari war von Anfang an dabei. Wir erreichen in diesem Jahr unseren 1000. Grand Prix, das macht uns sehr stolz.»

«Dies ist unser 66. Formel-1-Auto. Und wir stehen von einem sehr besonderen Jahr mit dieser Parallel-Entwicklung der Autos 2020 und 2021. Wir haben unsere Aufgaben gemacht und glauben, dass wir bereit sind.»

Der SF1000 ist auf den ersten Blick die logische Entwicklung des 2019er Renners. Mattia Binotto: «Das Reglement ist stabil geblieben, also haben wir unser Konzept entwickelt. Wir haben versucht, mehr Abtrieb zu erzeugen. Wir haben das Getriebe noch schmaler gemacht, um mehr aerodynamischen Spielraum zu erhalten.»

«Die Aufhängungen sind überarbeitet, um bei der Abstimmung auf die verschiedenen Pisten mehr Spielraum zu erhalten. Wir haben das ganze Auto leichter gemacht. Wir haben den Motor verbessert. Auch wenn der Wagen auf den ersten Blick dem 2019er Auto sehr ähnlich sieht, steckt unglaublich viel Arbeit drin.»

Was wir im Stadttheater von Reggio Emilia zu Gesicht erhalten haben, ist mit Vorsicht zu geniessen: In den vergangenen Jahren hat sich immer wieder gezeigt – schon beim ersten Wintertest auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya (ab 19. Februar) und ganz besonders zum Saisonstart hin (15. März 2020) kommen die Rennwagen dank reichlich Entwicklungsteilen ganz anders daher.

Erste Worte der Fahrer. Sebastian Vettel: «Ich weiss, wie viel Arbeit in diesem Wagen steckt, ich glaube, wir dürfen mit dem Ergebnis überaus zufrieden sein. Alles ist noch kompakter geworden, einfach war das nicht. Ich kann es nicht erwarten, mit diesem Wagen zu fahren. Ich mag auch den diesjährigen Rot-Ton.»

Charles Leclerc sagt: «2020 ist für mich ein anderes Jahr, weil ich nun das Team durch und durch kenne und im vergangenen Jahr viel gelernt habe.»

Das neue Auto von Sebastian Vettel und Charles Leclerc © Ferrari Das neue Auto von Sebastian Vettel und Charles Leclerc Der Ferrari SF1000 © Ferrari Der Ferrari SF1000 Die Verwandtschaft zum 2019er Renner ist aber nicht zu verleugnen © Ferrari Die Verwandtschaft zum 2019er Renner ist aber nicht zu verleugnen Im neuen Auto steckt viel Detail-Arbeit © Ferrari Im neuen Auto steckt viel Detail-Arbeit Der neue Ferrari von der Seite © Ferrari Der neue Ferrari von der Seite Die Startnummern sind wie angekündigt im Retro-Look gehalten © Ferrari Die Startnummern sind wie angekündigt im Retro-Look gehalten

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