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FIA und Ferrari: Vertrauliche Einigung zum Motor

​Wiederholt war 2019 davon die Rede, dass Ferrari beim bärenstarken 1,6-Liter-V6-Turbomotor mindestens im Graubereich des Erlaubten arbeite. Eine Mitteilung der FIA zerstreut Zweifel der Ferrari-Gegner nicht.

Formel 1

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Immer wieder hatten Formel-1-Fans in der Historie der Königsklasse bei gewissen Entscheidungen des Autoverbands FIA den Eindruck: FIA stehe wohl für "Ferrari International Assistance". Klar wurde das in der Regel mit einem Augenzwinkern geäussert. Die Gegner von Ferrari sehen das möglicherweise anders.

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Kurz vor Schluss der Formel-1-Wintertests auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya hat die FIA ein Abkommen mit Ferrari bestätigt, dem wir ruhig das Etikett ungewöhnlich verleihen dürfen, um es höflich zu formulieren.

Die FIA sagt, man habe mit Ferrari eine "private Einigung" getroffen, was den 2019er Motor der Italiener angehe, nachdem eine entsprechende Untersuchung abgeschlossen worden sei.

"Die FIA gibt bekannt: Nach gründlicher technischer Untersuchung ist die Wirkungsweisen-Analyse der Antriebseinheit von Ferrari abgeschlossen. Dabei ist eine private Einigung mit dem Team geschlossen worden. Die Details dieses Abkommens bleiben vertraulich."

"Die FIA und die Scuderia Ferrari haben sich auf eine Anzahl technischer Verbindlichkeiten geeinigt, welche die Überwachung sämtlicher in der Formel 1 verwendeten Antriebseinheiten verbessern wird."

Mit anderen Worten: Hier steht mit keinem Wort, dass Ferrari in der Saison 2019 etwas Unerlaubtes getan hat. Es steht allerdings auch nicht, dass der Motor in allen Belangen reglementskonform gewesen ist.

Die Art und Weise, wie die FIA diese Nachricht verfasst hat, könnte zum Gedanken führen: Der Automobilverband hat mit den Italienern einen Kuhhandel abgeschlossen. Wir erlauben uns die Interpretation, dass Ferrari gewisse technische Lösungen bitteschön nicht mehr verwenden soll. Als Dank für die Offenlegung der ganzen Technik, welche es der FIA offenbar erleichtert, auch andere Motoren zu prüfen, verfolgt der Verband diese Angelegenheit nicht weiter. Ist Ferrari mit der Hand an der Keksdose erwischt worden und nun gewissermassen mit einem Klapps auf die Finger davongekommen?

Immer wieder war 2019 die Rede davon, dass Ferrari ein überaus cleveres System gefunden habe, die Benzinfluss-Regelung zu umgehen – um kurzfristig mehr Leistung aus dem Motor zu holen. Als die Regelhüter mehr und mehr technische Direktiven veröffentlichten, was den Betrieb der 1,6-Liter-V6-Turbomotoren angeht, verschwand der markante Topspeed-Vorteil von Ferrari. Natürlich war das ein reiner Zufall.

Ferrari erklärte wiederholt, die weniger eindrucksvollen Topspeed-Werte gingen darauf zurück, dass mit mehr Abtrieb gefahren werde. Will heissen – mehr Speed in den Kurven, aber weniger Tempo auf den Geraden.

Ferrari-Teamchef Mattia Binotto bestand darauf, dass ihr Motor zu jeder Zeit reglementskonform gewesen sei, ungeachtet zahlreicher Überprüfungen der FIA. Man habe am Betrieb des Motors nie etwas geändert.

Hier gilt die Regel: Im Zweifel für den (nicht) Angeklagten.

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