Lewis Hamilton (Mercedes): «Ja, ich mach mir Sorgen»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Der sechsfache Formel-1-Champion Lewis Hamilton sieht der neuen Saison mit Skepsis entgegen: «Ja, ich mache mir in Sachen Standfestigkeit Sorgen. Ich wäre in Spanien gerne mehr gefahren.»

Es passiert selten, dass die Menschen in einem Formel-1-Fahrerlager einer Meinung sind. Aber hier am Circuit de Barcelona-Catalunya sind die kraftvollsten beiden Eindrücke der letzten Tage: Niemand weiss, was in Sachen Corona-Virus noch auf uns zukommt; und wer Weltmeister werden will, muss zunächst mal an Mercedes vorbei.

Keiner wird uns widersprechen, wenn wir den sechsfachen Weltmeistern unterstellen: Sie haben zu keinem Zeitpunkt in Katalonien gezeigt, wozu sie wirklich in der Lage sind. Gewiss, das gilt auch für anderen beiden Top-Teams Ferrari und Red Bull Racing-Honda. Ein Blick auf die Dauerläufe zeigt: Mercedes fährt scheinbar mühelos konstant gute Zeiten, die Fahrzeugbalance stimmt. Aber vielleicht täuscht dieser Eindruck.

Einziger Wermutstropfen beim Mercedes-Motor: Eine Unregelmässigkeit bei der Ölversorgung zwang Hamilton am Donnerstag, seinen Silberpfeil zur Seite zu stellen. Der Motor wurde zur Analyse zurück ins Werk von Brixworth geschickt. Schon im vergangenen Winter sprach Motorenchef Andy Cowell über Schwierigkeiten beim Bau des 2020er Aggregats. Bei Mercedes-Kunde Williams musste sogar zwei Mal ein neuer Motor eingebaut werden. Auch bei Ferrari und Honda wurden 1,6-Liter-V6-Aggregate gewechselt, bei den Italienern ebenfalls nach einer Anomalie in der Ölversorgung, bei den Japanern als Vorsichtsmassnahme nach merkwürdigen Daten. Später stellte sich heraus: falscher Alarm.

Was sagt der 84fache GP-Sieger Hamilton über seine Saisonvorbereitung? Der Engländer gibt am Circuit de Barcelona-Catalunya punkto Kugelsicherheit des Silberpfeils zu: «Ja, ich mache mir Sorgen. Wir haben jede Menge Problem, die wir aussortieren müssen. Ich weiss nicht, wie lange das dauern wird. Was mich angeht, so wäre ich einfach gerne mehr gefahren. Das ist eine eher ungewöhnliche Aussage für mich, weil ich generell lieber Rennen fahre als Tests. Wir sind durchaus nicht entspannt. Nun müssen wir gute Arbeit machen, um für Australien bereit zu sein. Der Motor ist ohne Zweifel gut, aber er ist noch nicht zuverlässig genug.»

Wo steht Mercedes? Lewis: «Ehrliche Antwort – ich habe keine Ahnung. Weil mir nicht klar ist, was die Anderen wirklich können. Ich kann nur für uns sprechen. Da ist die Arbeit nicht reibungslos gelaufen. Ich kenne das Team allerdings auch gut genug, um zu sagen: Wir werden das auf die Reihe bekommen.»

«Generell fühlt sich der Wagen besser an als das Vorjahresmodell. Aber ich bin sicher, dass würde jeder Fahrer hier sagen über diese Weiterentwicklungen. Was mich bei diesem Team so freut: Unablässig wird nach Verbesserungen gesucht, die Entwicklung des Lenksystems DAS ist ein schönes Beispiel, dass sich hier keiner auf den Lorbeeren ausruht.»

«Was die Gegner machen, darauf achte ich nicht, weil ich darauf ohnehin keinen Einfluss habe. Wir haben selber genug zu tun. Dass Leute ihre eigene Leistung herunterspielen, das gehört zum Geschäft, ändert aber an unseren Aufgaben nichts. Einige Leute glauben vielleicht, das seien Psychospielchen, aber ich sehe das nicht so, weil ich mich schlicht nicht darum kümmere.»

Der Champion zum Thema Corona-Virus: «Wo wir fahren, liegt in den Händen der verschiedenen Länder, der Rennveranstalter und der FIA. Ich mache mir darüber keine Gedanken. Aber auch ich schaue natürlich Nachrichten, und es sieht nicht so aus, als werde die Verbreitung des Virus so bald eingedämmt. Die Menschen sollten das sehr ernst nehmen und die notwendigen Vorsichtsmassnahmen ergreifen. Ich sehe die Menschen, wie sie sich die Hände reichen, wie sie sich umarmen. Dabei könnte das Virus schon lange unter uns sein. Ich schätze, wir könnten uns alle besser schützen.»

Barcelona-Test, Tag 6 (28. Februar)

1. Daniel Ricciardo (AUS), Renault RS20, 1:16,276 (65) C5
2. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF1000, 1:16,360 (76) C5
3. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W11, 1:16,410 (90) C5
4. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP20-Mercedes, 1:16,658 (43) C3
5. Carlos Sainz (E), McLaren MCL35-Renault, 1:16,820 (65) C4
6. George Russell (GB), Williams FW43-Mercedes, 1:16,871 (43) C5
7. Daniil Kvyat (RU), AlphaTauri AT01-Honda, 1:16,914 (59) C4
8. Romain Grosjean (F), Haas VF-20-Ferrari, 1:17,037 (86) C4
9. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:17,415 (62) C5
10. Alex Albon (T), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,803 (59) C3

Pirelli-Reifen von C1 (hart) bis C5 (extraweich)

Barcelona-Test, Tag 5 (27. Februar)

1. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF1000, 1:16,841 (145 Runden) C5
2. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,066 (139) C5
3. Lance Stroll (CDN), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,118 (130) C3
4. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43-Mercedes, 1:17,313 (160) C5
5. Lando Norris (GB), McLaren MCL35-Renault, 1:17,573 (113) C3
6. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,738 (31) C2
7. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W11, 1:17,985 (47) C3
8. Esteban Ocon (F), Renault RS20, 1:18,013 (37) C4
9. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,225 (111) C3
10. Alex Albon (T), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:18,393 (61) C2
11. Daniel Ricciardo (AUS), Renault RS20, 1:18,395 (59) C3
12. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:19,670 (92) C3
13. Lewis Hamilton (AUS, Mercedes W11, 1:22,425 (14) C3

Barcelona-Test, Tag 4 (26. Februar)

1. Robert Kubica (PL), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:16,942 (53 Runden) C5
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,347 (84) C3
3. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,428 (48) C3
4. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,456 (61) C3
5. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,540 (25) C4
6. Alex Albon (T), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,550 (29) C2
7. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W11, 1:17,562 (89) C2
8. Lance Stroll (CDN), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,787 (43) C3
9. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W11, 1:18,100 (90) C3
10. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF1000, 1:18,113 (84) C3
11. Daniel Ricciardo (AUS), Renault RS20, 1:18,214 (53) C2
12. Carlos Sainz (E), McLaren MCL35-Renault, 1:18,221 (46) C3
13. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF1000, 1:18,244 (80) C3
14. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43-Mercedes, 1:18,300 (48) C4
15. George Russell (GB), Williams FW43-Mercedes, 1:18,535 (59) C3
16. Romain Grosjean (F), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,670 (107) C3
17. Lando Norris (GB), McLaren MCL35-Renault, 1:18,826 (57) C2
18. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:19,515 (51) C3
19. Esteban Ocon (F), Renault RS20, 1:21,542 (74) C2

Wintertest 1 in Barcelona (19.–21. Februar 2020)

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W11, 1:15,732 FR C5
2. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W11, 1:16,516 FR C5
3. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:17,091 DO C5
4. Esteban Ocon (F), Renault RS20, 1:17,102 FR C4
5. Lance Stroll (CDN), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,338 FR C4
6. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,347 DO C3
7. Daniil Kvyat (RU), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,427 FR C4
8. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:17,469 FR C5
9. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,516 MI C3
10. Daniel Ricciardo (AUS), Renault RS20, 1:17,574 FR C4
11. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,783 FR C4
12. Carlos Sainz (E), McLaren MCL35-Renault, 1:17,842 MI C3
13. Alexander Albon (T), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,912 DO C2
14. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF1000, 1:18,154 DO C4
15. George Russell (GB), Williams FW43-Mercedes, 1:18,168 DO C3
16. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF1000, 1:18,289 MI C3
17. Romain Grosjean (F), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,380 FR C3
18. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43-Mercedes, 1:18,382 MI C3
19. Robert Kubica (PL), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:18,386 MI C3
20. Lando Norris (GB), McLaren MCL35-Renault, 1:18,454 FR C3
21. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,466 MI C3

MI = Mittwoch 19.2., DO = Donnerstag 20.2., FR = Freitag 21.2.

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