Mika Häkkinen: «Vettel dachte nicht ans Aufhören»

Von Vanessa Georgoulas
Mika Häkkinen

Mika Häkkinen

GP-Veteran Mika Häkkinen analysiert in seiner neuesten Kolumne den angekündigten Ferrari-Abschied von Sebastian Vettel. Der Finne ist sich sicher: Ursprünglich wollten beide Parteien weitermachen.

Seinen letzten GP-Einsatz bestritt Mika Häkkinen vor mehr als 18 Jahren, dennoch hält sich der Weltmeister von 1998 und 1999 auch heute noch über die Geschehnisse in der Königsklasse auf dem Laufenden. Für den britischen Wettanbieter Unibet schreibt der 20-fache GP-Sieger eine Kolumne, in der er sich mit den neuesten Entwicklungen auf und neben den GP-Strecken dieser Welt befasst.

Natürlich äussert sich der «fliegende Finne» auch zum angekündigten Ferrari-Abgang des vierfachen Weltmeisters Sebastian Vettel, der auch viele Experten überrascht hat. Zwar war im Vorfeld schon von abgelehnten Angeboten die Rede, dennoch hatten einige Aussagen des Heppenheimers und auch von Teamchef Mattia Binotto darauf hingedeutet, dass Vettel auch nach 2020 in Rot auf der Startaufstellung stehen werde.

Häkkinen ist denn auch überzeugt, dass beide Seiten zu Beginn noch die Absicht hatten, weiterzumachen. Er schreibt: «Wenn man sich die Ankündigung von Ferrari anschaut, werden zwei Dinge klar. Das erste ist, dass die Verhandlungen ohne ein Ergebnis endeten und man beschloss, sich zu trennen. Verhandlungen bedeutet, dass sowohl beim Team als auch beim Fahrer ursprünglich die Absicht bestand, eine Einigung zu erzielen. In der Öffentlichkeit ging Sebastian recht offen mit seinen Hoffnungen auf einen neuen Deal um, es ging also nicht um die Entscheidung, in Rente zu gehen; sie konnten sich einfach nicht auf einen Deal einigen.»

«Das bringt mich zu meinem zweiten Punkt, nämlich dass die Verhandlungen nach der Ankündigung vom vergangenen Dezember stattfanden, dass Charles Leclerc einen neuen Vertrag bis Ende 2024 unterzeichnet hatte. Dieser garantierte ihm, noch mindestens fünf weitere Jahre für das Team zu fahren», fährt der GP-Veteran fort. Und er betont: «Charles hatte 2019 eine sehr starke Saison mit sieben Poles und zwei Siegen, darunter auch das Heimrennen von Ferrari in Monza. In seinem ersten Jahr mit dem Team wurde er Vierter in der Weltmeisterschaft, während Sebastian Fünfter wurde.»

«Das bedeutete, dass Sebastians Verhandlungen mit Ferrari nie leicht sein würden, denn das Team hatte sich bereits langfristig an Charles gebunden, und Sebastians Leistung war nicht ganz so gut gewesen», kommt Häkkinen zum Schluss.

Von Vettel hält der 51-Jährige viel. Er erklärt: «Sebastian ist ein grossartiger GP-Pilot. Vier Weltmeisterschaften zu gewinnen ist eine ausgezeichnete Leistung, zudem wurde er sowohl 2017 als auch 2018 WM-Zweiter hinter Lewis Hamilton. Tatsächlich gewann er den Singapur-GP in der vergangenen Saison fast genau elf Jahre nach seinem ersten GP-Sieg, den er 2008 im Toro Rosso in Monza eingefahren hatte. Mit 53 Siegen und 57 Pole-Positions hat er eine sehr konstante Leistung abgeliefert.»

«Sebastian muss eine wichtige Entscheidung über seine Zukunft treffen», weiss Häkkinen. «Er dachte nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen, aber er muss sich nun überlegen, welche anderen Optionen für 2021 und 2022 zur Verfügung stehen. Und er muss sich überlegen, ob er noch ein Formel-1-Pilot bleiben will, auch wenn er nicht in der Lage ist, für ein siegreiches Team zu fahren.»

«Obwohl er im Juli erst 33 Jahre alt wird, gab er sein GP-Debüt schon sehr früh, im zarten Alter von 19 Jahren. Und ich bin mir sicher, dass es schwieriger ist, das erforderliche Niveau zu halten, wenn man so jung anfängt», fügt der 51-fache GP-Podeststürmer an. Und er stellt klar: «Persönlich würde ich mir wünschen, dass er weitermacht, denn er bleibt ein schneller Fahrer und ein grossartiger Botschafter für die Formel 1. Aber nur er kann die endgültige Entscheidung treffen. Er wird in seinem Herzen wissen, was richtig ist.»

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