Hoffnung für Vettel? Albon «im Prinzip zu langsam»

Von Andreas Reiners
Formel 1
Alex Albon

Alex Albon

Alex Albon wurde in Spielberg am vergangenen Wochenende demonstrativ der Rücken gestärkt. Trotzdem nimmt die Kritik von außen inzwischen zu.

Sebastian Vettel kämpft in der Formel 1 weiterhin um seine Zukunft. Sein Flirt mit Red Bull Racing wurde von den Verantwortlichen am zweiten Rennwochenende in Spielberg recht schnell im Keim erstickt, verwiesen wurde dabei vor allem auf Alex Albon.

Dem 24-Jährigen soll die Zukunft gehören, und seit seinem Aufstieg im Sommer 2019 schlägt er sich auch gut. Eine gewisse Schonfrist hat er sich ohne Frage erarbeitet und verdient.

Trotzdem ist die Luft bei einem Top-Team automatisch dünner. Und auch wenn er 2020 ordentlich abgeliefert hat – die Kritik an dem Briten mit thailändischen Wurzeln nimmt zu.

Denn im direkten Vergleich mit seinem Teamkollegen Max Verstappen fällt er doch stark ab, ist rund eine halbe Sekunde langsamer als der Niederländer.

«Im Prinzip zu langsam», urteilte dann auch Sky-Experte Ralf Schumacher: «Wir reden da immer von einer halben Sekunde, was im Renntrimm teilweise noch schlimmer wird.»

Durch Verstappens Ausfall beim ersten Rennen in Spielberg fiel der Unterschied nicht so deutlich auf, beim zweiten Lauf wurde Albon zwar Vierter hinter Verstappen, trotzdem agiert der auf einem anderen Level.

«Alex ist ein gutes Rennen gefahren, besonders in der zweiten Rennhälfte. Jetzt müssen wir verstehen, woran es lag, dass die erste nicht so gut war, und ihn dabei unterstützen, mit viel Benzin an Bord besser zurechtzukommen. Denn in der zweiten Rennhälfte, als das Auto leichter wurde, hat das Tempo gepasst», sagte Teamchef Christian Horner.

Schumacher weiß aber, worauf es eher früher als später ankommt: Dass ein Team zwei in etwa gleichstarke Fahrer hat, um sich für den Konstrukteurstitel in Stellung zu bringen.

«Wenn sie an den Punkt kommen, dass sie um die WM fahren, und da wollen sie ja hin, brauchen sie dann nicht einen zweiten Fahrer, wie ihn Mercedes hat, um den Konstrukteurstitel gewinnen zu können? Denn so wie jetzt wird das nicht gehen», so Schumacher. 

Auch Ex-Pilot Jolyon Palmer sieht das so. «In diesem Kampf zwischen Red Bull und Mercedes setzt man jemanden wie Fernando Alonso ins Auto. Wenn man zwei Max Verstappen hat, wird Bottas vielleicht nicht Zweiter. Ein Max Verstappen kann geschlagen werden und möglicherweise können er und jemand wie zum Beispiel Alonso zusammenarbeiten, aber Albon bietet, wie er gerade ist, nichts für diesen Kampf und er muss sich verbessern, um dem Team zu helfen», so Palmer.

Albon lässt sich von den Nebengeräuschen laut eigener Aussage noch nicht beeinflussen. Druck verspüre er «nicht wirklich», sagte er: «Man muss nur an sich selbst arbeiten, das ändern auch Gerüchte im Hintergrund nicht. Solche Dinge beeinflussen mich nicht. Ich habe meine Arbeit selbst in der Hand. Ich muss einfach abliefern, aber das heißt nicht, dass ich zusätzlichen Druck spüre.»

Was bedeutet das jetzt für Vettel? Gibt es einen Hoffnungsschimmer, wenn Albon bei Red Bull Racing tatsächlich Probleme bekommen sollte? Wohl kaum, wie wir bereits berichteten, war der (einseitige) Flirt nicht mehr als ein Sommermärchen. 


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