Formel 1: Ein selten kurioser Unfall

Ex-Fahrer schießt gegen Stewart: «Der größte Rassist»

Von Andreas Reiners
Jackie Stewart

Jackie Stewart

Die Rassismus- und Diversitäts-Diskussionen werden mit vielen Emotionen geführt. Der erste schwarze Formel-1-Fahrer Willy T. Ribbs schießt nun gegen Jackie Stewart und bezeichnet diesen als Rassisten.

Das Thema Rassismus wird in der Formel 1 weiterhin kontrovers diskutiert. Lewis Hamilton, der sich vehement dafür einsetzt, durch den Sport noch mehr Zeichen zu setzen, hatte sich über seine Fahrerkollegen und die Verantwortlichen der Formel 1 beschwert und das zu wenig getan werde.

Von FIA-Präsident Jean Todt erhielt er Unterstützung, allerdings auch die Klarstellung, dass der Weltverband selbst unpolitisch sei.

Nicht alle stimmen mit Hamilton überein, dass die Formel 1 ein fundamentales Problem hat. «Lewis ist ein Vorbild für sehr viele Menschen. Er ist ein wunderbarer Fahrer, ein enorm erfolgreicher noch dazu, und er setzt sich lautstark für seine Überzeugungen ein. Doch ich glaube nicht, dass das Problem so groß ist, wie es scheint», sagte Legende Jackie Stewart in der ITV-Show «Good Morning Britain».

Ein Beispiel: «Jetzt haben wir plötzlich sehr viele Frauen in der Formel 1, weil sie alle gute Universitäten besucht haben und sehr gut ausgebildet sind. Und wenn Lewis die Hautfarbe anspricht, dann glaube ich, dass sich auch das sehr schnell ändern kann. Es gibt keinen Widerstand gegen Veränderung in der Formel 1. Wenn jemand klug und clever ist, dann werden sie auch genommen werden.»

Die Aussage nahm nun Willy T. Ribbs zum Anlass, gegen Stewart zu schießen.

«Er war der bei weitem rassistischste und feindseligste Fahrer, mit dem ich während meiner Karriere umgehen musste», schrieb Ribbs auf Twitter. Ribbs war 1986 der erste schwarze Fahrer, der in einem Formel-1-Auto saß. Er absolvierte damals Testfahrten für Bernie Ecclestones damaliges Brabham-Team, einen Renneinsatz hatte er aber nicht.

Ribbs weiter: «Der Grund, warum du kein Diversitäts-Problem siehst, ist, dass du das Diversitäts-Problem bist.»

Ribbs hatte das Engagement von Hamilton zuletzt im Podcast «Beyond the Grid» gelobt. «Ich finde es fabelhaft, was dieser junge Mann macht. Lewis geht dieses Risiko ein. Und auch die anderen Fahrer in der Formel 1, diese jungen Fahrer, werden erwachsen. Sie werden erwachsen und tun das Richtige.»

In seiner Karriere hatte er immer wieder mit Rassismus zu tun. Er erhielt sogar Morddrohungen. Heute sieht er das rückblickend mit einer Portion Humor. «Ich bekam Briefe und Anrufe. Sie konnten keine Sätze schreiben, aber sie konnten das N-Wort richtig buchstabieren. Das N-Wort haben sie immer richtig hinbekommen. Aber 'kill ya' wurde nur mit einem L geschrieben - es stecken aber zwei L im Wort 'kill'!»


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