Toto Wolff, Mercedes: «Wir haben’s kolossal verbockt»

Von Mathias Brunner
Toto Wolff

Toto Wolff

​Lange Gesichter bei Weltmeister Mercedes nach dem Sakhir-GP: Zu Beginn lagen die schwarzen Renner vorn, am Ende gab es die Ränge 8 (Valtteri Bottas) und 9 (George Russell) – und eine Untersuchung der FIA.

Mercedes-Benz hat nicht nur den scheinbar sicheren Sieg im Sakhir-GP versemmelt, die siebenfachen Weltmeister müssen sich auch vor den Rennkommissaren erklären – nach einem Boxenstopp, bei dem alles schief ging.

Aber der Reihe nach: Der verblüffend kühl fahrende George Russell und Valtteri Bottas lagen scheinbar locker auf den Rängen 1 und 2, als Jack Aitken seinen Williams-Renner aus der Kontrolle verlor und sich an einer Pistenbegrenzung den Frontflügel abstreifte. Rennchef Michael Masi blieb keine andere Wahl: Safety-Car-Phase!

Die Mercedes-Fahrer wurden an die Box gerufen, um sie mit frischem Gummi auszurüsten. Der Stopp von Russell verlief normal. Doch dahinter bei Bottas wurde nach dem Wechsel bemerkt, dass Pirelli-Walzen montiert wurden, die eigentlich für Russell bestimmt gewesen waren! Ein ungewöhnlicher Patzer der sonst so weltmeisterlich fehlerfreien Mercedes-Truppe.

Also die Reifen wieder runter, und der arme Finne erhielt seine alten, abgefahrenen Reifen montiert. Damit wurde er im späteren Verlauf des Rennens Freiwild für die Gegner und belegte am Schluss nur den achten Platz.

Inzwischen war Russell mit Vorderreifen unterwegs, die für Bottas gedacht waren. Ihm wurde über Funk gesagt, welcher Schlamassel da passiert war, er kam erneut herein, um einer Disqualifikation zu entgehen. In solchen Fällen hat ein Rennstall drei Runden Zeit, um ein Missgeschick zu korrigieren.

Russell kam auf Rang 5 zurück, noch immer mit Siegchancen, dann aber die nächste Hiobsbotschaft, schleichender Plattfuss, nochmals Reifenwechsel, da war es auch mit der Selbstbeherrschung von Russell vorbei, er brüllte seinen Frust in den Helm und tanke sich wütend mmerhin auf Rang 9 nach vorne.

Danach gab es Post der Regelhüter des Autosport-Weltverbands FIA: Wegen Montage falscher Reifen müssen sie die Weltmeister erklären.

Teamchef Toto Wolff: «Wir haben’s kolossal verbockt. Eine der Mannschaften hörte den Aufruf nicht, es gab einem Funksprechverkehrsausfall in der Box, daher gab es Ratlosigkeit, was denn nun gewechselt werden sollte, und als Ergebnis lagen die falschen Reifen bereit, als Russell daherkam. Es blieb uns nichts Anderes übrig, als nochmals zu wechseln.»

Sakhir-GP, Bahrain

1. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, 1:31:15,114 h
2. Esteban Ocon (F), Renault, +10,518 sec
3. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +11,869
4. Carlos Sainz (E), McLaren, +12,580
5. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +13,330
6. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +13,842
7. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +14,534
8. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +15,389
9. George Russell (GB), Mercedes, +18,556
10. Lando Norris (GB), McLaren, +19,541
11. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +20,527
12. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +22,611
13. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +24,111
14. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +26,153
15. Kevin Magnussen (DK), Haas, +32,370
16. Jack Aitken (GB), Williams, +33,674
17. Pietro Fittipaldi (BR), Haas, +36,858
Out
Nicholas Latifi (CDN), Williams, Ölleck
Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, Crash
Charles Leclerc (MC), Ferrari, Crash

WM-Stand Fahrer nach 16 von 17 Rennen

1. Hamilton 332 Punkte
2. Bottas 205
3. Verstappen 189
4. Pérez 125
5. Ricciardo 112
6. Leclerc 98
7. Sainz 97
8. Albon 93
9. Norris 87
10. Stroll 74
11. Gasly 71
12. Ocon 60
13. Vettel 33
14. Kvyat 32
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Räikkönen 4
17. Giovinazzi 4
18. Russell 3
19. Grosjean 2
20. Magnussen 1
21. Latifi 0

Marken
1. Mercedes 540
2. Red Bull Racing 282
3. Racing Point 194
4. McLaren 184
5. Renault 172
6. Ferrari 131
7. AlphaTauri 103
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0




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