Jost Capito: Reglement zu kompliziert, Kosten zu hoch

Von Andreas Reiners
Jost Capito

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Wie sieht der Motorsport der Zukunft aus? Jost Capito, Geschäftsführer des Traditionsrennstalls Williams, spricht über Themen wie Elektrifizierung, E-Sports und Probleme der Formel 1.

Welche Zukunft hat der Motorsport? Wie passen Formel 1 und Nachhaltigkeit zusammen? Elektro, Hybrid, Wasserstoff oder E-Fuels? Ist Esports Racing Konkurrenz oder eine Ergänzung des «realen» Motorsports?

Im Vorfeld des zweiten Laufs der RCCO E-Sport Series sprach unter anderem Jost Capito, neuer CEO von Williams, über den Motorsport 2.0.

Er findet: «Alles, was elektrisch fahren kann, muss in Zukunft auch elektrisch fahren. Und das, was nicht elektrisch fahren kann, mit Wasserstoff – zum Beispiel Lastwagen. Wenn man alle Schiffe und Flieger CO2-neutral bewegen will, geht das aber nicht elektrisch und auch nicht mit Wasserstoff. Man braucht Diversifizierung.»

Auch der Motorsport müsse sich diversifizieren, forderte er. «Das beginnt mit dem E-Sport, der ganz klar eine Art von Motorsport und eine sinnvolle Ergänzung ist. E-Sports ist eine Bereicherung und hilft, die Zukunft zu definieren. Den Kindern und Jugendlichen die Faszination Motorsport beizubringen, geht über E-Sports. Dann kommt auch das Bedürfnis, dass sie die Autos auch mal in echt sehen und hören wollen. Oder auch in echt einen fahren wollen. Und es öffnet Zugang zu neuen Partner und Sponsoren, die so zum Motorsport kommen», sagte Capito.

Capito weiter: «Der Motorsport muss auch in Zukunft relevant sein und Lösungen finden, klimaneutral zu werden, um wieder eine Vorreiterrolle zu bekommen. Auch die soziale Rolle ist wichtig. Der Motorsport kann die Motorsport-Fans dazu animieren, gewisse Verhaltensweisen zu ändern.»

Was die Formel 1 angeht, so plädiert er für ein einfacheres Reglement. Für ein Team wie Williams seit die Formel 1 das Kerngeschäft, deshalb müsse man davon leben können, es müsse etwas übrig bleiben, betonte Capito.

Das Problem: «Im Moment ist es für ein Privatteam aber nicht möglich, konkurrenzfähig zu sein und zu überleben. Das muss sich ändern. Mit der Budgetobergrenze ist ein wichtiger Schritt getan», sagte er. Die Kostenobergrenze liegt 2021 bei 145 Millionen Dollar. Damit ist es aber nicht getan.

«Das Thema ist jetzt, dass es keinen unabhängigen Motorenhersteller gibt, weil das Reglement so kompliziert ist und die Kosten für einen Motor so hoch sind, dass sich kein unabhängiger Motorenlieferant das leisten kann. Darüber sollte man nachdenken: Wie kann man ein Reglement schaffen, dass ein unabhängiger Hersteller davon wieder leben kann», sagte Capito.


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Happy Birthday, Marc Márquez!

Werner Jessner
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