Formel 1: Mercedes-Ärger über Dummheit

Lewis Hamilton (Mercedes): «Sprach nie von Rücktritt»

Von Mathias Brunner
Mit dem 2022er Modell W13 für Lewis Hamilton und George Russell jagt Mercedes den neunten Sieg in der Konstrukteurs-Meisterschaft. Die Marke mit dem Stern tritt wieder mit einem echten Silberpfeil an.

Ein schlechtes Omen für Lewis Hamilton? Darüber können Mercedes-Teamchef Toto Wolff und seine Mitarbeiter nur müde lächeln – mit dem neuen Rennwagen der Bezeichnung W13 jagt der englische Superstar seinen achten Fahrer-WM-Titel, und Mercedes-Benz will damit Dauersieger in der Konstrukteurs-Meisterschaft bleiben. Seit Beginn der Turbohybrid-Ära in der Königsklasse 2014 ist Mercedes in der Markenwertung ungeschlagen – acht Titel in Folge!

Mercedes hat das neue Auto von Lewis Hamilton und George Russell online enthüllt, im Rahmen einer Live-Übertragung von der Traditionsrennstrecke Silverstone. Dort wird der Wagen, wieder ein echter Silberpfeil, am Nachmittag auch die ersten Runden drehen.

Teamchef Wolff weiss – mit einer Mercedes-Dominanz wie zu Beginn der Turbohybrid-Ära ist nicht zu rechnen, wenn sich die ganze Formel 1 mit dieser neuen Rennwagengeneration auf unbekanntes Terrain begibt. Der 50-jährige Wiener sagt in Silverstone: «Frühere Erfolge zählen nichts in der Formel 1, wir beginnen wieder bei null. Wir hatten nur zwei Monate Pause, und eine Pause war es nicht so richtig, weil mit Volldampf am neuen Wagen gearbeitet wurde.»

Zu den Massnahmen der FIA sagt Toto Wolff: «Es ist sehr ermutigend, dass etwas unternommen worden ist. Die kommende Struktur scheint mir robuster zu sein, und auch technisch legt die FIA nach.»

Zurück zur GP-Saison 2022. Am Lenkrad sitzen zwei Piloten aus dem gleichen Land: die Engländer Lewis Hamilton und George Russell. Das hat es letztmals 2012 in der Formel 1 gegeben, als Hamilton und Jenson Button für McLaren fuhren.

Toto Wolff: «Wir freuen uns, weiter mit Lewis arbeiten zu können. Zehn Jahre, unfassbar! Er ist ein toller Mannschaftsspieler, ein ganz wichtiger Teil unseres Rennstalls. George ist zum Stammfahrer aufgestiegen. Klar erwarten wir viel von ihm, er repräsentiert die nächste Generation von Erfolgspiloten.»

«Ich hoffe, wir werden konkurrenzfähig sein, aber mal ganz ehrlich – niemand weiss derzeit, wo genau er steht. Klar wollen wir um Siege und Titel mitreden, aber bei so viel Neuem ist das alles unklar.»

Lewis Hamilton (37) sagt: «Ich weiss, wie viel Arbeit in den neuen Rennwagen geflossen ist. Ich kann es nicht erwarten, damit auf die Bahn zu gehen. Ich bin jetzt zehn Jahre mit Mercedes zusammen, das fühlt sich ein wenig unwirklich an. Als George der neue Sitz angepasst wurde, dachte ich an meine ersten Tage bei Mercedes zurück. Ich lasse die Saison 2022 mal auf mich zukommmen. Niemand weiss, was auf uns zukommt.»

Ganz ehrlich: Hatte Lewis Rücktrittsgedanken?

Lewis: «Ich habe nie gesagt, dass ich gehe! Klar war das alles schwierig in und nach Abu Dhabi. Ich brauchte ein wenig Abstand. Ich habe mich mit Familie und Freunden erholt. Jetzt brenne ich auf die neue Saison, und ich freue mich auch darauf, frisches Blut im Team zu haben und mit George arbeiten zu können.»

George Russell (24) ergänzt: «Ich bin neu und doch nicht neu, denn ich kenne alle Leute ja seit vielen Jahren als Mercedes-Junior. Klar ist es ein wenig merkwürdig, jetzt neben jenem Fahrer zu sitzen, von dem ich als schüchterner Zehnjähriger ein Autogramm wollte. Da war er für mich ein Star, nun ist er mein Stallgefährte. Für mich ist das eine grandiose Gelegenheit, so viel als möglich zu lernen und mich als Fahrer weiterzuentwickeln.»

Über das neue Aut sagt George: «Wenn der Wagen endlich hier steht, dann ist das ein tolles Gefühl. Mir gefällt auch die Lackierung sehr.»

Lewis Hamilton: «Ein neues Rennauto erzeugt bei mir immer das gleiche Kribbeln. Und nun haben wir eine ganz andere Art von Rennwagen, ich fühle mich wieder jung.»

Das Programm von Mercedes: Funktionstest in Silverstone heute 18. Februar (sofern der Sturm Eunice das zulässt), ab 23. Februar soll der Silberpfeil seine Schärfe beim ersten Wintertest unter Beweis stellen, auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya.

Fahrzeugpräsentationen

21. Februar: Alpine
27. Februar: Alfa Romeo

Wintertestfahrten

23.–25. Februar: Barcelona, Spanien
10.–12. März: Sakhir, Bahrain
Geplante Formel-1-WM 2022
20. März: Sakhir, Bahrain
27. März: Dschidda, Saudi-Arabien
10. April: Melbourne, Australien
24. April: Imola, Italien
8. Mai: Miami, USA
22. Mai: Barcelona, Spanien
29. Mai: Monte Carlo, Monaco
12. Juni: Baku, Aserbaidschan
19. Juni: Montreal, Kanada
3. Juli: Silverstone, Grossbritannien
10. Juli: Spielberg, Österreich
24. Juli: Le Castellet, Frankreich
31. Juli: Budapest, Ungarn
28. August: Spa-Francorchamps, Belgien
04. September: Zandvoort, Niederlande
11. September: Monza, Italien
25. September: Sotschi, Russland
2. Oktober: Singapur
9. Oktober: Suzuka, Japan
23. Oktober: Austin, USA
30. Oktober: Mexiko-Stadt, Mexiko
13. November: São Paulo, Brasilien
20. November: Yas Marina, Abu Dhabi

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