Nyck de Vries (Williams): England-Einreise verweigert

Von Mathias Brunner
Williams-Teamchef Jost Capito und Nyck de Vries in Monza

Williams-Teamchef Jost Capito und Nyck de Vries in Monza

Beim Grossen Preis von Italien in Monza hat der 27-jährige Nyck de Vries ein Formel-1-Debüt der Extraklasse hingelegt: toller Neunter im Williams. Weniger gut lief es beim Einreiseversuche nach England.

Die zwei heissen Themen von Monza: Der fünfte Sieg in Folge von Weltmeister Max Verstappen, und das eindrucksvolle Grand-Prix-Debüt seines niederländischen Landsmannes Nyck de Vries.

Der Kart-Weltmeister und Formel-2-Champion von 2019 errang beim GP-Klassiker auf Anhieb WM-Punkte, als Neunter in Diensten von Williams, als Ersatz für Alex Albon (Blinddarm-OP). De Vries ist in Monza zum 17. Niederländer geworden, der im Rahmen der Formel-1-WM zu einem Grand Prix angetreten ist, er hat als sechster Pilot seines Landes gepunktet, nach dem Grafen Carel de Beaufort, Le Mans-Sieger Gijs van Lennep, Jos Verstappen, Christijan Albers und Weltmeister Max Verstappen.

Der 1.67 Meter kleine De Vries bekommt grosses Lob, und dies zu Recht: Seit der Brasilianer Felipe Nasr mit Sauber in Australien 2015 Fünfter wurde, hat kein GP-Neuling besser abgeschnitten als Nyck de Vries! Carlos Sainz und Yuki Tsunoda wurden wie de Vries im ersten Grand Prix Neunter. Nyck de Vries hat somit ein sogar besseres Debüt hingelegt als Superstar Max Verstappen, der kam bei seinem ersten Grand Prix in Melbourne 2015 nicht ins Ziel, punktete dann aber beim zweiten Einsatz in Malaysia (Rang 7).

Punkte im ersten Rennen, das haben vor de Vries in den vergangenen 25 Jahren nur 19 Fahrer geschafft. Mit dieser grandiosen Leistung hat sich de Vries bei fast allen Teams ins Gespräch gebracht, wo noch Cockpits übrig sind. Nachdem Williams bestätigt hat, dass Nicholas Latifi keinen neuen Vertrag mehr bekommt, deutet vieles darauf hin, dass Teamchef Jost Capito dem Niederländer de Vries das Vertrauen schenkt.

Alex Albon erholt sich vom Eingriff, aber so ganz sicher ist es noch nicht, dass der Londoner in Singapur wirklich fahren kann. Also wollte de Vries für Williams nach England fliegen, um im Simulator für den Stadtkurs zu üben. Doch dazu kam es nicht.

De Vries erzählt auf seinen sozialen Kanälen: «Einreise für meinen 7.10-Uhr-Flug nach London verweigert! Nach dem Brexit ist eine europäische Identitätskarte kein gültiges Reisedokument mehr. Mein Pass befindet sich derzeit in der japanischen Botschaft – für das Visum wegen Suzuka. Mein zweiter Reisepass ist abgelaufen. England-Reise daher geplatzt. Ab nach Hause und früher Anfang des Wochenendes.»

Grosser Preis von Italien, Autodromo Nazionale Monza

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:20:27,511 h
02. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +2,446 sec
03. George Russell (GB), Mercedes, +3,405
04. Carlos Sainz (E), Ferrari, +5,061
05. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, +5,380
06. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, +6,091
07. Lando Norris (GB), McLaren, +6,207
08. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +6,396
09. Nyck de Vries (NL), Williams, +7,122
10. Guanyu Zhou (RC), Alfa Romeo, +7,910
11. Esteban Ocon (F), Alpine, +8,323
12. Mick Schumacher (D), Haas, +8,549
13. Valtteri Bottas (FIN), Alfa Romeo, +1 Rde
14. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri, +1 Rde
15. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +1 Rde
16. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Rde
Out
Daniel Ricciardo (AUS), McLaren, Motorschaden
Lance Stroll (CDN), Aston Martin, Energie-Rückgewinnung
Fernando Alonso (E), Alpine, Wasserverlust, Motor überhitzt
Sebastian Vettel (D), Aston Martin, Energie-Rückgewinnung

WM-Stand (nach 16 von 22 Rennen)

Fahrer
01. Verstappen 335 Punkte
02. Leclerc 219
03. Pérez 210
04. Russell 203
05. Sainz 187
06. Hamilton 168
07. Norris 88
08. Ocon 66
09. Alonso 59
10. Bottas 46
11. Gasly 22
12. Magnussen 22
13. Vettel 20
14. Ricciardo 19
15. Schumacher 12
16. Tsunoda 11
17. Zhou 6
18. Stroll 5
19. Albon 4
20. De Vries 2
21. Latifi 0
22. Nico Hülkenberg (D) 0

Konstrukteurspokal
01. Red Bull Racing 545 Punkte
02. Ferrari 406
03. Mercedes 371
04. Alpine 125
05. McLaren 107
06. Alfa Romeo 52
07. Haas 34
08. AlphaTauri 33
09. Aston Martin 25
10. Williams 6

Diesen Artikel teilen auf...

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Ferrari: Wer soll auf dem Schleudersitz Platz nehmen?

Mathias Brunner
Es ist einer der reizvollsten Posten in der Königsklasse, aber ein Job mit Stress-Garantie: Teamchef bei Ferrari. Mattia Binotto hatte davon die Nase voll, aber wer soll folgen? Erneut gibt’s bei Ferrari viel Unruhe.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Di.. 06.12., 06:00, ORF Sport+
    silent sports +
  • Di.. 06.12., 06:23, ORF Sport+
    silent sports +
  • Di.. 06.12., 06:32, ORF Sport+
    silent sports +
  • Di.. 06.12., 06:40, ORF Sport+
    silent sports +
  • Di.. 06.12., 06:50, ORF Sport+
    silent sports +
  • Di.. 06.12., 06:54, ORF Sport+
    silent sports +
  • Di.. 06.12., 06:59, ORF Sport+
    silent sports +
  • Di.. 06.12., 07:09, ORF Sport+
    silent sports +
  • Di.. 06.12., 07:20, ORF Sport+
    silent sports +
  • Di.. 06.12., 07:28, ORF Sport+
    silent sports +
» zum TV-Programm
3