Keke Rosberg: Wilde Go Kart-Schlacht im Wiener Prater
Eine Spaß-Veranstaltung von VW Motorsport im Wiener Prater geriet vor 50 Jahren zu einem wüsten Gemetzel; mittendrin – der spätere Formel-1-Weltmeister Keke Rosberg.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
50 Jahre sind es jetzt her, als im Wiener Prater die Hölle losbrach. Am Vortag des Flugplatzrennens in Wien Aspern fanden sich ein Dutzend Formel Super V-Stars samt Betreuungs- und Mechaniker-Gefolge im berühmten Vergnügungs-Center der österreichischen Hauptstadt ein, um ihr Können auch auf der dortigen Go-Kart-Bahn zu demonstrierten.
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Der aus Holzbrettern bestehende Parcours konnte gegen eine Gebühr von zehn Schilling (umgerechnet 1 Euro) für jeweils eine Runde befahren werden. Die Herren Rosberg & Co. trieben es allerdings derart wild, dass alle anderen Besucher die Bahn fluchtartig verließen. Als die Super V-Piloten und ihr Gefolge dann ganz unter sich waren, fielen auch noch die letzten Hemmungen, es wurde geschubst, gerempelt und gecrasht, was das Zeug hielt. Vom Überschlag bis zum Frontal-Crash war alles dabei. Als nach dem stundenlangen Gemetzel Mensch und Material nahezu aufgerieben und rund 700 D-Mark (ca. 360 Euro) an Gebühren angefallen waren, hatte sich am Pistenrand bereits ein nicht zu übersehendes Verletzten-Lager mit schmerzgepeinigten Gesichtern versammelt. Denn die zahlreichen Karambolagen in den ungeschützten Kirmes-Karts waren nicht ohne Folgen geblieben. Die Blessuren-Bilanz nach dem Kirmes-Rodeo las sich in der Tat erschreckend. Die wichtigsten Patienten: Der spätere Formel-1-Champion Keke Rosberg mit Schulterprellung, sein Manager Ortwin Podlech brach sich Mittelfuß-Knochen und Lola-ATS-Eigner Günter Schmid beklagte einen halb zerquetschtem Daumen. Dazu kamen noch weitere angeschlagene Teilnehmer aus den Reihen der Betreuer und Mechaniker sowie ein ziemlich lädierter Mann des Bahnpersonals, der buchstäblich unter die Räder gekommen war. Da auch der Holzboden der Bahn über weite Strecken beschädigt oder gar aufgerissen war, flatterte VW Motorsport dann auch noch eine saftige Rechnung des Betreibers für die Reparatur einiger demolierter Karts, die Wiederherstellung der ramponierten Piste und der Ausfallzeit ins Haus. VW Motorsport-Chef Klaus Peter Rosorius, selbst nicht vor Ort in Wien, schloss den Fall ab mit der lakonischen Feststellung: "Das machen wir nicht noch einmal."
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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