Max Verstappen baff: McLaren-Patzer erlaubt 70. Sieg

Von Mathias Brunner
Katar-Sieger Max Verstappen

Katar-Sieger Max Verstappen

​Max Verstappen traute seinen Augen nicht, in der frühen Safety Car-Phase von Katar: Die beiden McLaren vor ihm bogen nicht für frische Reifen an die Box ab. Max erhielt eine Chance und ergriff sie eiskalt.

McLaren hat diesen Kater-Sieg gleichermassen verschenkt wie Max Verstappen ihn sich gekrallt hat. Die Grundlage für den 70. GP-Triumph des Niederländers und frische Hoffnung auf einen fünften WM-Titel war eine krasse Fehlentscheidung von McLaren – keiner der beiden Piloten wurde in der frühen Safety Car-Phase des Katar-GP an die Box beordert.

Max: «Ich dachte im Auto – oh, das ist jetzt aber interessant. Von da an war mir klar, dass sich eine gute Chance bietet, aber ich wusste auch, dass ich meine Reifen am Leben erhalten musste. Ich hatte Respekt vor dem Reifenverschleiss auf dieser Bahn. Aber letztlich ist alles gut gegangen.»

Mehr als das: Verstappen war in Sachen Renn-Speed auf Augenhöhe mit den McLaren. Max weiter: «Ganz ehrlich – vor dem Rennen rechnete ich nicht mit einem Sieg. Ich dachte, dass wir an reinem Tempo dem McLaren zu wenig entgegen zu setzen haben, basierend auf unserer Leistung im Sprint.»

«Aber dann konnten wir im Grand Prix mehr aus dem Wagen holen, zudem haben wir an diesem Tag die richtigen Entscheidungen getroffen.»

«Mir war klar, dass ich nach dem frühen Stopp zwei lange Einsätze fahren und gleichzeitig ein strammes Tempo halten muss. Aber das hat gut geklappt. Dieses Rennen zeigt wieder mal, dass in diesem Sport alles möglich ist und man nie aufgeben darf.»

Glaubt Max, dass McLaren über die eigenen Fairness-Regeln gestolpert ist, wonach ja kein Fahrer benachteiligt werden soll? Verstappen: «Nein, ich glaube, sie haben einfach die Entscheidung verpasst, diese Gelegenheit zu nutzen.»

«Mein Start war anständig, ich konnte einen Platz gewinnen und lag hinter Piastri. Dann achtete ich auf meine Reifen. Als die Safety Car-Phase, war für uns sofort klar, dass wir hereinkommen, und ausser Piastri vor mir und Norris hinter mir taten das die Anderen auch.»

«Es wurde dann ein wenig hektisch in der Boxengasse, aber alles ging gut. Danach war klar – jetzt mussten die McLaren viel Tempo zeigen, um den quasi verlorenen Stopp aufzuholen. Ich konnte meinen eigenen Rhythmus gehen und gut mit den Reifen haushalten.»

«Ich wunderte mich schon über die Entscheidung von McLaren, denn für uns war klar, dass es nur richtig sein kann, sofort frische Reifen zu holen. Wieso sich die Anderen anders entschieden haben, dazu kann ich nichts sagen.»

Was passiert nun in Abu Dhabi? Max: «Wir müssen dort von der ersten Runde an gut sein. An purem Tempo wird McLaren auch dort das beste Auto haben, aber das Rennen hier in Katar hat gezeigt – es ist alles möglich.»


Katar-GP, Lusail International Circuit

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:24:38,241 h
02. Oscar Piastri (AUS), McLaren, +7,995
03. Carlos Sainz (E), Williams, +22,665
04. Lando Norris (GB), McLaren, +23,315
05. Kimi Antonelli (I), Mercedes, +28,317
06. George Russell (GB), Mercedes, +48,599
07. Fernando Alonso (E), Aston Martin, +54,045
08. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +56,785
09. Liam Lawson (NZ), Racing Bulls, +1:00,073 min
10. Yuki Tsunoda (J), Red Bull Racing, +1:01,770
11. Alex Albon (T), Williams, +1:06,931
12. Lewis Hamilton (GB), Ferrari, +1:17,730
13. Gabriel Bortoleto (BR), Sauber, +1:24,812
14. Franco Colapinto (RA), Alpine, +1
15. Esteban Ocon (F), Haas, +1
16. Pierre Gasly (F), Alpine, +1
17. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, +2 * (Aufgabe)
18. Isack Hadjar (F), Racing Bulls,+2 * (Reifenschaden)
Out
* Stroll und Hadjar out, aufgrund der zurückgelegten Distanz aber gewertet
Oliver Bearman (GB), Haas, Aufgabe
Nico Hülkenberg (D), Sauber, Unfall

WM-Stand (nach 23 von 24 Grands Prix und 6 von 6 Sprints)

Fahrer
01. Norris 408 Punkte
02. Verstappen 396
03. Piastri 392
04. Russell 309
05. Leclerc 230
06. Hamilton 152
07. Antonelli 150
08. Albon 73
09. Sainz 64
10. Hadjar 51
11. Hülkenberg 49
12. Alonso 48
13. Bearman 41
14. Lawson 38
15. Tsunoda 33
16. Ocon 32
17. Stroll 32
18. Gasly 22
19. Bortoleto 19
20. Colapinto 0
21. Doohan 0

Konstrukteurspokal
01. McLaren 800 Punkte (Weltmeister)
02. Mercedes 459
03. Red Bull Racing 426
04. Ferrari 382
05. Williams 137
06. Racing Bulls 92
07. Aston Martin 80
08. Haas 73
09. Sauber 68
10. Alpine 22

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