Sebastian Vettel: «Ich erkenne einen Trend»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Vettel freut sich für Sieger Räikkönen

Vettel freut sich für Sieger Räikkönen

Nach dem dritten Platz beim Auftaktrennen: «Wir haben einiges an Hausaufgaben, aber keine schlaflosen Nächte.»

Es ist gewiss kein Zufall, dass bei der Siegerkonferenz der drei Bestplatzierten drei Weltmeister vor uns sitzen: Kimi Räikkönen, Fernando Alonso und Sebastian Vettel.

So richtig durch und durch erfreut sieht keiner von ihnen aus. Der Sieger aus Finnland ist ja nicht unbedingt durch seine emotionalen Vulkan-Ausbrüche bekannt geworden. Der Ferrari-Star aus Spanien wirkt immer ein wenig vor sich hinbrodelnd (wenn wir einen Moment bei den Vulkanen verweilen). Und Sebastian Vettel sieht aus, als würde er anschliessend in der Teamsitzung Lava spucken.

Er wird den Ingenieuren dabei wohl die gleiche Frage gestellt haben wie jene, die unter den Berichterstattern herumgeistert: Wo ist der tolle Speed aus dem Abschlusstraining hingekommen?

«Natürlich hatte ich mir mehr erwartet, wenn man von da vorne losfahren kann», gibt der dreifache Weltmeister zu. «Aber wir haben uns mit den Reifen schwer getan, die flogen uns zu früh um die Ohren.»

Den Vorwurf, Red Bull Racing habe vielleicht strategisch gepatzt, lässt Vettel nicht unwidersprochen im Raum stehen.

Zur Erinnerung: Vettel gab seine superweichen Reifen nach sechs Runden für mittelweiche ab, Alonso und Räikkönen fuhren damit drei Runden länger. Der Finne fuhr nach dem zweiten Stopp nach 34 Runden jedoch bis zum Schluss durch, Alonso und Vettel wechselten je noch einmal. Wobei Alonso mit seinem zweiten Stopp (eine Runde vor Vettel) sowohl den verblüffenden Sutil wie auch Sebastian überholte.

Vettel: «So einfach ist das alles nicht – je früher man reinkommt, desto länger werden dann die späteren Rennabschnitte. Aber wir hingen hinter Sutil fest, und klar bestand da die Gefahr – wenn einer seinen Stopp vorzieht, könnte er vor uns zu liegen kommen. Genau das ist ja dann auch passiert. Darauf eine Runde später zu reagieren, war schon zu spät.»

«Klar hat Sutil nicht geholfen, aber wenn wir schneller gewesen wären, dann hätte ich auch an ihm vorbei gehen können. Hinter ihm herzufahren, hat den Reifen sicher nicht geholfen. Aber das war das gleiche Problem für alle, also machte ich mir eigentlich keine grossen Sorgen.»

«Im späteren Verlauf des Rennens zeigte es sich aber, dass Fernando Alonso einfach schneller war und Kimi sowieso. Sutil war also für uns nicht rennentscheidend.»

Rang 3 ist gewiss nicht der schlechteste Start in eine lange Saison, «aber wir haben schon Hausaufgaben», sagt Vettel. «Wir wissen, dass der Speed im Auto steckt. Das hat sich im Abschlusstraining gezeigt. Der Wagen ist auch jeweils auf den ersten beiden Runden mit einem neuen Satz Reifen schnell. Aber dann bauen die Walzen zu stark ab, und zwar vorne wie hinten, um das Tempo der andere mitgehen zu können.»

Was sagt das alles für die weitere Saison aus?

Sebastian: «Ich erkenne da schon einen Trend. Schon letztes Jahr fiel auf, dass am Lotus die Reifen länger halten als an allen anderen Autos. Eine Zweistopp-Strategie wäre für uns nie in Frage gekommen.»

Was Vettel auch weiss: «Die Zeiten, in welchen wir in schnellen Kurven um Welten schneller waren als die anderen, die sind vorbei. Wir müssen es einfach schaffen, mehr aus diesen Reifen herauszuholen. Aber das haben wir im vergangenen Jahr auch geschafft.»

«Mein Fazit also: Wir haben einiges zu tun, aber schlaflose Nächte habe ich deswegen nicht. Wir hatten kein einfaches Rennen und haben dennoch Rang 3 herausgeholt. Damit muss man zufrieden sein. Es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen.»

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